Die Rechtslage nach Abriss der Nachbarwand
Wenn ein Nachbargebäude abgerissen wird und Ihre Grenzwand dadurch freigelegt wird, liegt die Verantwortung und die Kosten für den Schutz und die Instandsetzung in der Regel bei Ihnen als Eigentümer des verbleibenden Gebäudes. Diese Verantwortung umfasst Maßnahmen zur Sicherung der Mauer gegen Witterungseinflüsse und andere Schäden.
Einzelfälle und spezielle Regelungen
Beschädigungen durch den Abriss: Wurde die Grenzwand durch die Abrissarbeiten beschädigt, muss der Nachbar, der den Abriss veranlasst hat, die Schäden beseitigen und die Grenzwand wiederherstellen.
Regelung in Sachsen-Anhalt: In Sachsen-Anhalt ist der Eigentümer des abgerissenen Gebäudes verpflichtet, die freigelegte Grenzwand des Nachbargebäudes in einen für Außenwände geeigneten Zustand zu versetzen. Dazu gehört auch das Verputzen der Wand, um sie vor Witterungseinflüssen zu schützen.
In anderen Bundesländern gibt es keine vergleichbaren Regelungen, weshalb Sie als Eigentümer des verbleibenden Gebäudes die notwendigen Schutzmaßnahmen selbst ergreifen müssen.
Wichtige Überlegungen
Als Eigentümer müssen Sie die Witterungsschutzmaßnahmen selbst finanzieren und organisieren, sofern keine Schäden durch den Abriss verursacht wurden. Neben dem Verputzen können auch zusätzliche Abdichtungsmaßnahmen notwendig sein, um die Wand vor Feuchtigkeit zu schützen. Bei Unklarheiten oder Streitigkeiten ist es ratsam, rechtlichen Rat einzuholen oder die Vermittlung durch eine Schiedsperson zu suchen.
Lösungsansätze für das Verputzen der Grenzwand
Um Ihre freigelegte Grenzwand fachgerecht zu verputzen, sollten Sie die folgenden Schritte beachten, um ein dauerhaftes und ansprechendes Ergebnis zu erzielen.
1. Vorbereitung der Wand
Eine gründliche Reinigung der Wand ist entscheidend. Entfernen Sie alle losen Mörtelteile, Staub und Verschmutzungen. Tragen Sie eine geeignete Grundierung auf, um die Haftung des Putzes zu verbessern und die Saugfähigkeit des Untergrunds zu reduzieren.
2. Wahl des richtigen Putzmaterials
Wählen Sie das passende Putzmaterial je nach Zustand und Anforderungen der Wand:
- Kalkzementputz: Beständig gegen Feuchtigkeit und Witterungseinflüsse, ideal für Außenbereiche.
- Kalkputz: Atmungsaktiv und feuchtigkeitsregulierend, besonders geeignet für alte Bausubstanzen.
3. Auftrag des Putzes
Tragen Sie den Putz in mehreren Schichten auf, um eine gleichmäßige und stabile Oberfläche zu erzielen.
- Beginnen Sie mit einer Schicht Unterputz, um Unebenheiten auszugleichen. Verwenden Sie dafür eine Edelstahl-Glättkelle.
- Arbeiten Sie ein Armierungsgewebe ein, um Rissbildungen zu vermeiden.
- Tragen Sie den Oberputz auf. Diese Schicht sollte etwa 3-5 mm dick sein und gleichmäßig verteilt werden.
4. Struktur und Nachbehandlung
Je nach gewünschter Optik können Sie verschiedene Strukturen und Endbehandlungen anwenden. Verwenden Sie ein Reibebrett, um die gewünschte Struktur zu erzeugen. Nach dem Trocknen können Sie die verputzte Wand streichen, um zusätzlichen Schutz und eine ansprechende Optik zu gewährleisten.
5. Schutzmaßnahmen
Ergreifen Sie abschließend Maßnahmen, um die Wand weiter zu schützen. Installieren Sie gegebenenfalls eine horizontale Feuchtigkeitssperre, um aufsteigende Feuchtigkeit zu verhindern. Decken Sie Bereiche ab, die nicht verputzt werden sollen, um Verschmutzungen zu vermeiden.
Zusätzliche Hinweise zum Verputzen
Beim Verputzen Ihrer freigelegten Grenzwand gibt es wichtige Aspekte und Vorkehrungen, die entscheidend für ein erfolgreiches Ergebnis sind.
Vermeidung typischer Fehler
Achten Sie darauf, den Putz gemäß den Herstellerangaben anzumischen, um die Haftung und Beständigkeit des Putzes sicherzustellen. Stellen Sie sicher, dass die Wand vor dem Verputzen gründlich gereinigt und die Grundierung vollständig getrocknet ist. Lassen Sie jede Putzschicht ausreichend trocknen, bevor Sie die nächste auftragen, um Rissbildungen zu verhindern.
Werkzeug und Material
Für ein professionelles Ergebnis benötigen Sie die richtigen Werkzeuge und Materialien. Dazu gehören Kellen in verschiedenen Größen, ein Reibebrett für die Strukturgebung, Abdeckfolie und Klebeband zum Schutz nicht zu verputzender Flächen sowie Armierungsgewebe zur Vermeidung von Rissen in stark beanspruchten Bereichen.
Witterungsbedingungen beachten
Verputzen Sie idealerweise bei Temperaturen zwischen 5 und 25 Grad Celsius und vermeiden Sie direkte Sonneneinstrahlung sowie hohe Luftfeuchtigkeit, um die Trocknungs- und Aushärtungsprozesse nicht zu beeinträchtigen.
Regelmäßige Wartung
Überprüfen Sie die Wand regelmäßig auf Risse oder Abplatzungen und bessern Sie diese zeitnah aus. Reinigen Sie die Oberfläche mit geeigneten Mitteln, um Algen- und Schimmelbildung zu verhindern und die Optik zu erhalten.
Durch die Beachtung dieser Hinweise können Sie viele der häufigsten Fehler vermeiden und die Langlebigkeit Ihrer verputzten Grenzwand sichern.