Mehr Platz im Altbau: Dachaufstockung oder Kniestockerhöhung?
Wenn Sie mehr Wohnraum schaffen möchten, ohne die Grundfläche Ihres Hauses zu vergrößern, bieten sich zwei Optionen an: die Dachaufstockung und die Kniestockerhöhung. Beide Lösungen schaffen zusätzlichen Wohnraum unter Ihrem Dach und steigern den Wert Ihrer Immobilie.
Kniestockerhöhung: Effiziente Raumvergrößerung
Eine Kniestockerhöhung hebt die niedrige Außenwand am Rand des Dachbodens, den sogenannten Kniestock, an. Dieses Verfahren ist besonders effektiv, wenn der Dachraum zu niedrig ist, um optimal als Wohnraum genutzt zu werden. Eine Kniestockerhöhung kann durch verschiedene Schritte realisiert werden:
- Das Dach muss zunächst abgedeckt und die Dachkonstruktion sorgfältig abgehoben werden.
- Anschließend werden die niedrigeren Wände aufgemauert oder erhöht.
- Das Dach wird sicher auf die neuen Wände wieder aufgesetzt.
- Schließlich werden Dacheindeckung, Abdichtungs- und Dämmarbeiten durchgeführt.
Vor Beginn der Arbeiten ist es notwendig, die Dachkonstruktion gründlich zu überprüfen, um sicherzustellen, dass sie die zukünftigen Lasten tragen kann. Eventuell notwendige energetische Sanierungen sollten ebenfalls berücksichtigt werden, um Energieeffizienzstandards zu erfüllen.
Dachaufstockung: Ein komplettes neues Geschoss
Eine Dachaufstockung schafft mehr Wohnraum durch die Anlage eines komplett neuen Geschosses. Hierbei wird das bestehende Dach vollständig entfernt und eine neue Etage aufgebaut. Die wesentlichen Schritte umfassen:
- Abtragen des gesamten Daches.
- Errichtung einer neuen Etage.
- Wiederaufbau eines neuen Daches auf der neu geschaffenen Etage.
Je nach Bauweise kann dies durch Holzrahmenkonstruktionen oder durch Aufmauern geschehen. Diese Methode bietet zahlreiche Gestaltungsmöglichkeiten, wie die Integration einer Dachterrasse oder großer Fensterflächen. Wichtig ist dabei stets die Prüfung der Gebäudestatik sowie das Einholen einer Baugenehmigung. Auch die Vorgaben des Bebauungsplans müssen beachtet werden, da sie die maximale Höhe und das äußere Erscheinungsbild beeinflussen können.
Die Entscheidung zwischen Kniestockerhöhung und Dachaufstockung sollte gut überlegt und individuell auf Ihre Bedürfnisse und die baurechtlichen Vorgaben abgestimmt sein.
Kosten einer Altbauaufstockung
Die Kosten für eine Altbauaufstockung können stark variieren. Im Durchschnitt liegen sie zwischen 800 und 1.800 Euro pro Quadratmeter, wobei zusätzliche Gebühren für Planungs- und Genehmigungsprozesse anfallen.
Wichtige Kostenpositionen
1. Planung und Genehmigung:
- Ein Architekt berechnet zwischen 5.000 bis 12.000 Euro.
- Ein Statiker kostet etwa 2.500 bis 7.000 Euro.
- Zusätzlich fallen Verwaltungsgebühren für die Baugenehmigung an, die regional variieren.
2. Baukosten je nach Aufstockungsart:
- Für eine Kniestockerhöhung sind etwa 20.000 Euro veranschlagt.
- Eine Geschossaufstockung kostet zwischen 1.000 und 2.000 Euro pro Quadratmeter.
3. Material- und Handwerkerkosten:
- Materialien wie Dachziegel, Holz, Isolierung und Putz.
- Handwerksarbeiten umfassen Dach-, Maurer- und Installationsarbeiten für Elektrik, Wasser und Heizung.
4. Innenausbau und Einrichtung:
- Anschluss der neuen Etage an bestehende Versorgungsleitungen.
- Innenausbau einschließlich Wände, Decken und Böden.
5. Entsorgung und Nebenkosten:
- Kosten für die Entsorgung alter Materialien und Abfälle.
- Eventuelle Mehrkosten durch unvorhergesehene statische Herausforderungen oder zusätzliche Sanierungsanforderungen.
Einsparungspotenziale und Finanzierungsmöglichkeiten
Es gibt verschiedene Förderprogramme und zinsgünstige Kredite, wie etwa von der KfW-Bank, die genutzt werden können, um die Gesamtkosten zu reduzieren. Auch Steuererleichterungen bei energetischen Sanierungen sollten beachtet werden.
Eine frühzeitige Planung und realistische Kostenschätzungen durch Fachleute sind unerlässlich, um das Budget im Rahmen zu halten und die Investition langfristig zu sichern.