Aufzugstypen und ihre Maße nach DIN EN 81-70
Die DIN EN 81-70 spezifiziert fünf Typen von Aufzügen, die auf die besonderen Anforderungen von Personen mit Behinderungen abgestimmt sind. Diese Typen unterscheiden sich in der Größe und Traglast, um verschiedenen Nutzungsarten gerecht zu werden.
1. Aufzugstyp 1
- Kabinenmaße: 1000 x 1300 mm
- Türbreite: 800 mm
- Traglast: bis 450 kg
- Nutzer: Geeignet für Rollstuhlbenutzer ohne Begleitperson sowie Personen mit Gehhilfen.
2. Aufzugstyp 2
- Kabinenmaße: 1100 x 1400 mm
- Türbreite: 900 mm
- Traglast: bis 630 kg
- Nutzer: Entwickelt für Rollstuhlbenutzer mit einer Begleitperson.
3. Aufzugstyp 3
- Kabinenmaße: 1100 x 2100 mm
- Türbreite: 900 mm
- Traglast: bis 1000 kg
- Nutzer: Für den Transport von Krankentragen und mehreren Rollstuhlbenutzern.
4. Aufzugstyp 4
- Kabinenmaße: 1600 x 1400 mm oder 1400 x 1600 mm
- Türbreite: 900 mm
- Traglast: bis 1000 kg
- Nutzer: Bietet ausreichend Bewegungsfläche für Rollstuhlbenutzer mit Begleitpersonen.
5. Aufzugstyp 5
- Kabinenmaße: 2000 x 1400 mm oder 1400 x 2000 mm
- Türbreite: 1100 mm
- Traglast: bis 1275 kg
- Nutzer: Geeignet für mehrere Rollstuhlbenutzer und Begleitpersonen.
Diese Spezifikationen sorgen dafür, dass Aufzüge an die Anforderungen der Benutzergruppen angepasst werden können, um eine barrierefreie Nutzung zu gewährleisten.
Standardmaße von Personenaufzügen
Bei der Planung von Personenaufzügen in neuen oder modernisierten Gebäuden spielen Standardmaße eine wichtige Rolle. Die Kabinenhöhe beträgt einheitlich 2,20 Meter, was Komfort und Nutzungseffizienz sicherstellt.
Übersicht der gängigen Standardmaße
- Grundfläche 0,90 m²: Türmaße von 70 x 210 cm, Traglast von 320 kg.
- Grundfläche 1,20 m²: Türmaße von 80 x 210 cm, Traglast von 450 kg.
- Grundfläche 1,54 m²: Türmaße von 90 x 210 cm, Traglast von 630 kg.
- Grundfläche 2,31 m²: Türmaße von 90 x 210 cm, Traglast von 1000 kg.
- Grundfläche 3,36 m²: Türmaße von 140 x 210 cm, Traglast von 1600 kg.
Diese Maße decken verschiedenste Anforderungen ab und sind besonders hilfreich bei der Wahl des passenden Aufzugs für unterschiedliche Gebäudearten.
Traglasten von Aufzügen
Die Traglast von Aufzügen variiert je nach Gebäudetyp und Nutzung:
- Einfamilienhäuser: Traglast von 300 bis 500 kg, ausreichend für die Bedürfnisse einer Familie.
- Mehrfamilienhäuser: Traglast bis zu 1000 kg, um acht bis zwölf Personen transportieren zu können.
- Büro- und öffentliche Gebäude: Traglast zwischen 1600 und 2000 kg für bis zu 26 Personen.
Richtwerte für spezielle Nutzungsarten
- Rollstuhlbenutzer: Mindestens 630 kg, entsprechend Typ 2.
- Krankentransport: Mindestens 1000 kg.
- Stark frequentierte Aufzüge: Bis zu 2000 kg Traglast.
Achten Sie darauf, die individuellen Anforderungen bei der Planung eines Aufzugs zu berücksichtigen, um optimale Effizienz und Sicherheit zu gewährleisten.
Barrierefreiheit und DIN 18040
Die DIN 18040 legt Standards für barrierefreie Aufzüge fest, die sowohl in öffentlichen Gebäuden als auch in Wohnungen gültig sind. Ein barrierefreier Aufzug muss mindestens den Vorgaben von Typ 2 der DIN EN 81-70 entsprechen.
Wichtige Anforderungen
- Kabinenmaße: 1100 x 1400 mm
- Türbreite: 900 mm
- Bewegungsfläche vor dem Aufzug: Mindestens 1,50 x 1,50 m
- Befehlsgeber und Anzeigen: Gestaltung nach dem Zwei-Sinne-Prinzip
- Handläufe und Radabweiser: Sinnvolle Positionierung
- Notrufsysteme: Verständlich für seh- und hörbehinderte Personen
Durch die Beachtung dieser Aspekte wird eine barrierefreie Nutzung des Aufzugs sichergestellt.
Einbau von Aufzügen in Bestandsgebäuden
Der Einbau von Aufzügen in Bestandsgebäuden erhöht den Wohnkomfort und die Nutzungsmöglichkeiten erheblich. Beachten Sie folgende Aspekte:
- Raumverfügbarkeit und Struktur: Innenaufzüge benötigen Platz im Treppenhaus oder Flur. Außenaufzüge sind eine Alternative bei begrenztem Innenraum.
- Bauliche Anforderungen: Statik und bauliche Gegebenheiten sind entscheidend.
- Denkmalgeschützte Gebäude: Besondere Vorschriften und oft Glasaufzüge als Lösung.
- Platzbedarf und Flexibilität: Flexible und schachtlose Aufzugstypen.
- Akustische Maßnahmen: Schallisolierung zur Minimierung des Geräuschpegels.
- Rechtliche und wirtschaftliche Aspekte: Baurechtliche Bestimmungen und Wirtschaftlichkeitsprüfung im Voraus klären.
Durch diese gründliche Planung lässt sich der Einbau von Aufzügen effizient und kostengünstig realisieren.
Hydraulische und Seil-Aufzüge
Hydraulische und seilbetriebene Aufzüge haben verschiedene Einsatzbereiche:
- Hydraulische Aufzüge: Geeignet für niedrigere Gebäude, kostengünstiger in Anschaffung und Wartung, aber höherer Energieverbrauch ab größeren Förderhöhen.
- Seilaufzüge: Ideal für hohe Gebäude, geringer Energieverbrauch, höhere Geschwindigkeit, mehr Platzbedarf.
Wählen Sie die passende Technik basierend auf den Anforderungen Ihres Gebäudes.
Außenaufzüge
Außenaufzüge bieten eine flexible Lösung, wenn innerer Platzmangel herrscht oder barrierefreier Zugang von außen gewünscht ist.
Vorteile
- Platzsparend: Zusätzlicher Innenraum bleibt erhalten.
- Barrierefreiheit: Zugänge für Rollstuhlfahrer und Kinderwagen.
- Verschiedene Zugänge: Über Balkone, Terrassen oder direkt ins Treppenhaus.
- Witterungsbeständige Materialien: Geeignet für den Außenbereich.
Bauliche Aspekte
- Stahlrohr-Schachtgerüste: Robust und wirtschaftlich.
- Podeste und Plattformen: Zusätzliche Flexibilität.
- Statik und Sicherheit: Prüfung der Gebäude-Stabilität.
Ein Außenaufzug kann nicht nur den Komfort verbessern, sondern auch den Wert der Immobilie steigern.
Planung und Auswahl eines Aufzugs
Eine sorgfältige Planung ist entscheidend, um die spezifischen Anforderungen des Gebäudes zu erfüllen:
Wesentliche Faktoren
- Gebäudetyp und Nutzungshäufigkeit: Kleinere Aufzüge für Einfamilienhäuser, größere für Mehrfamilienhäuser und öffentliche Gebäude.
- Dimensionierung des Aufzugsschachtes: Frühzeitig festlegen, um spätere Anpassungen zu vermeiden.
- Barrierefreiheit: Einhaltung der DIN EN 81-70 und DIN 18040.
- Individuelle Gestaltungswünsche: In der Entwurfsphase berücksichtigen.
- Technische und energetische Überlegungen: Wahl zwischen hydraulischen und seilbetriebenen Aufzügen.
Planungsschritte
- Initiale Bedarfsanalyse: Nutzungshäufigkeit und Hauptnutzergruppen klären.
- Vor-Ort-Begutachtung: Fachkundige Inspektion des Gebäudes.
- Maße und Schachtplan: Exakte Maße festlegen und detaillierte Pläne anfertigen.
- Barrierefreie Planung: Sicherstellen, dass alle DIN-Normen erfüllt werden.
- Technische Details und Design: Wahl der Antriebstechnik und Gestaltungsdetails.
Durch diese Planungsschritte wird sichergestellt, dass der Aufzug den funktionalen und ästhetischen Anforderungen entspricht.