Nachträgliche Verglasung des Balkons – So geht’s
Wenn Sie Ihren Balkon nachträglich verglasen möchten, bietet sich Ihnen eine Vielzahl an Möglichkeiten, um den Freisitz Witterungs-, Lärm- und Blickschutz zu bieten. Der erste Schritt ist eine gründliche Planung, bei der Sie die Statik Ihres Balkons überprüfen lassen sollten, um sicherzustellen, dass das zusätzliche Gewicht der Verglasung sicher getragen werden kann. Hierfür ist die Konsultation eines Statikers oder Bauingenieurs notwendig. Informieren Sie sich anschließend über regionale Bauvorschriften und erforderliche Genehmigungen. In Mehrparteienhäusern benötigen Sie die Zustimmung der Eigentümergemeinschaft oder des Vermieters.
Schritte zur nachträglichen Balkonverglasung
1. Planung und Genehmigungen:
- Holen Sie alle notwendigen Genehmigungen ein.
- Klären Sie die Zustimmung der Eigentümergemeinschaft bei Mehrfamilienhäusern.
2. Materialwahl und Systemauswahl:
- Entscheiden Sie sich für eine Glasart: Verbund-Sicherheitsglas (VSG), Einscheiben-Sicherheitsglas (ESG) oder Isolierglas.
- Wählen Sie das für Ihre Bedürfnisse geeignete System, wie Schiebe- oder Faltelemente für mehr Flexibilität.
3. Maß nehmen und anfertigen lassen:
- Messen Sie die Glasflächen exakt aus.
- Geben Sie Sonderformen und Bohrungen an.
- Lassen Sie die Glaselemente maßgenau anfertigen.
4. Montage:
- Lassen Sie die Glasverkleidung durch ein Fachunternehmen montieren.
- Stellen Sie sicher, dass das notwendige Zubehör für die Montage vorhanden ist.
5. Abnahme und Abschluss:
- Lassen Sie die fertige Verglasung abnehmen und prüfen.
- Fügen Sie den Balkon in Ihre Immobilienversicherung ein.
Schiebe- und Faltsysteme
Schiebe- und Faltsysteme bieten hohen Flexibilitätsgrad und sind besonders praktisch für die nachträgliche Balkonverglasung. Diese Systeme schützen vor Wind, Regen und Lärm und ermöglichen Ihnen, den Balkon je nach Wetterlage entweder offen oder geschlossen zu nutzen. Schiebeelemente lassen sich seitlich verschieben, während sich Faltwände wie eine Ziehharmonika zusammenfalten und an der Seite parken lassen.
- Flexible Nutzung: Sie können die Glaselemente bei schönem Wetter öffnen oder bei schlechtem Wetter schließen.
- Platzsparend: Besonders Schiebe- und Schiebe-Dreh-Systeme sind ideal für kleine Balkone.
- Ästhetik: Diese Systeme können rahmenlos oder gerahmt installiert werden, was eine moderne und ungestörte Optik bietet.
Kaltverglasung
Die Kaltverglasung ist eine kostengünstige Methode, Ihren Balkon vor Witterungseinflüssen zu schützen, ohne eine zusätzliche Wärmedämmung zu schaffen. Diese Verglasung ist besonders geeignet, wenn Sie den Balkon hauptsächlich als Wind- und Regenschutz nutzen möchten und keine Erwärmung des Raumes beabsichtigen.
Vorteile der Kaltverglasung
- Geringere Kosten: Die Installation ist preiswerter, da keine speziellen Isolierungsmaterialien benötigt werden.
- Einfachere Installation: Kaltverglasungen sind weniger arbeitsintensiv und können schneller installiert werden.
- Witterungsschutz: Sie erhalten effektiven Schutz vor Wind und Regen.
Kosten
Die Kosten für eine nachträgliche Balkonverglasung können stark variieren und hängen von mehreren Faktoren ab. Die Glasart spielt eine wesentliche Rolle: Einscheiben-Sicherheitsglas (ESG) ist beispielsweise günstiger als Verbund-Sicherheitsglas (VSG). Auch die Art der Verglasung beeinflusst die Kosten erheblich, wobei Kaltverglasungen in der Regel günstiger sind, da sie keine zusätzliche Wärmedämmung bieten.
Ein weiterer Kostenfaktor ist die Größe des Balkons. Größere Balkone erfordern mehr Glasmaterial und eine aufwendigere Montage. Die Art des Balkons, wie etwa Betonbrüstungen oder spezielle Designs, kann ebenfalls den Aufwand und somit die Kosten beeinflussen.
Montagekosten können je nach Komplexität der Installation und den notwendigen Vorarbeiten stark variieren. Einfachere Systemlösungen sind oft kostengünstiger umzusetzen als maßgefertigte Spezialkonstruktionen.
Preisindikationen
- Normale Balkonverglasungen: Zwischen 1.000 und 5.000 Euro
- Spezialkonstruktionen und größere Projekte: Bis zu 8.000 Euro und darüber hinaus
- Einzelne Glasscheiben (zum Beispiel ESG): Etwa 100 bis 300 Euro pro Quadratmeter, exklusive der Montagekosten
Für eine präzise Kostenabschätzung empfiehlt es sich, mehrere Angebote von verschiedenen Fachbetrieben einzuholen. So können Sie die Preise und Leistungen vergleichen und eine fundierte Entscheidung treffen. Berücksichtigen Sie dabei immer auch mögliche zusätzliche Kosten für Genehmigungen und statische Prüfungen.