Was ist ein Bitumenanstrich und wann brauche ich ihn?
Ein Bitumenanstrich dient der Abdichtung von Bauteilen, die im Kontakt mit dem Erdreich stehen, wie Kellerwände, Fundamente und Sockel. Dieser Anstrich besteht aus einer teerartigen Masse, die Bitumen enthält und verhindert das Eindringen von Feuchtigkeit. Er ist insbesondere notwendig bei Neubauten, um von Anfang an Feuchtigkeitsschäden zu vermeiden, und bei der Sanierung von Bestandsgebäuden, um bestehende Schäden zu beheben.
Sie sollten einen Bitumenanstrich in Betracht ziehen bei:
- Neubauten: Um zukünftige Feuchtigkeitsschäden zu verhindern.
- Sanierungen: Bei feuchten Kellerwänden, abblätterndem Putz oder Schimmelbildung.
- Zusätzlichem Feuchtigkeitsschutz: Besonders in Gebieten mit hohem Grundwasserspiegel oder schlecht entwässerten Böden.
Bitumen kann nicht nur als Anstrich, sondern auch in Form von Schweißbahnen für vielfältige Abdichtungen verwendet werden. Wählen Sie stets den richtigen Typ und die passende Dicke für Ihren speziellen Anwendungsbereich, um optimalen Schutz zu gewährleisten.
Die richtige Vorbereitung
Eine gründliche Vorbereitung des Untergrunds ist unerlässlich für einen erfolgreichen Bitumenanstrich. Gehen Sie dabei wie folgt vor:
- Reinigung: Der Untergrund muss frei von Schmutz, Staub, Öl und Fett sein.
- Trocknung: Der Untergrund muss vollständig trocken sein.
- Ausbesserung von Schäden: Risse und Unebenheiten im Mauerwerk mit Reparaturmörtel ausbessern.
- Entfernung alter Beschichtungen: Alte Teeranstriche müssen vollständig entfernt werden, da sie nicht kompatibel sind.
- Anlegen von Hohlkehlen: Hohlkehlen an Außenecken und Schnittstellen zwischen Wand und Boden verhindern Wasserdruck.
- Grundierung: Eine Grundierung kann je nach Untergrundzustand erforderlich sein.
Eine sorgfältige Vorbereitung erhöht die Langlebigkeit und Wirksamkeit Ihres Bitumenanstrichs.
Methode 1: Der Bitumen-Voranstrich und die Dickbeschichtung
- Grundierung: Tragen Sie einen Bitumen-Voranstrich mit einer Malerrolle oder einem Pinsel auf die gereinigte und trockene Wand auf. Lassen Sie die Grundierung vollständig trocknen.
- Dickbeschichtung: Nach dem Trocknen des Voranstrichs tragen Sie die Bitumendickbeschichtung in zwei bis drei Lagen auf. Beachten Sie die Trocknungszeiten zwischen den Schichten. Die Gesamtdicke sollte mindestens 3 mm betragen.
- Schutzschicht: Nach vollständigem Trocknen die Bitumenschicht mit Noppenbahnen oder speziellen Folien vor mechanischen Beschädigungen schützen.
Diese Schritte gewährleisten einen optimalen Schutz gegen Feuchtigkeit.
Methode 2: Bitumenanstrich mit Armierungsgewebe
Bei erhöhten Beanspruchungen empfiehlt sich die Verwendung von Armierungsgewebe für zusätzliche Stabilität.
- Erste Schicht Bitumendickbeschichtung: Tragen Sie die erste Schicht auf den vorbereiteten Untergrund auf.
- Einlegen des Armierungsgewebes: Während die erste Schicht noch feucht ist, legen Sie das Armierungsgewebe ein, um Falten zu vermeiden und gleichmäßige Verteilung zu gewährleisten.
- Zweite Schicht Bitumendickbeschichtung: Bedecken Sie das Gewebe vollständig mit einer zweiten Schicht der Bitumendickbeschichtung.
- Trocknung und Schutzschicht: Lassen Sie die Schichten vollständig trocknen und schützen Sie sie danach vor mechanischen Schäden.
Diese Methode verbessert die Abdichtung gegen Feuchtigkeit und mechanische Einflüsse erheblich.
Zusätzliche Hinweise
Achten Sie auf spezielle Lagerungs- und Verarbeitungsanweisungen des Herstellers. Sicherheit und Umweltschutz sollten stets berücksichtigt werden:
- Schutzausrüstung: Tragen Sie Handschuhe und Schutzbrillen.
- Umgebungsschutz: Vermeiden Sie den Kontakt der Beschichtung mit Nichteisenmetallen wie Aluminium und Zink.
- Trocknungsphase: Schützen Sie die frische Beschichtung vor Regen und Umgebungseinflüssen.
- Richtlinien beachten: Beachten Sie technische Richtlinien und führen Sie eine genaue Dokumentation der Arbeiten.
Diese zusätzlichen Hinweise tragen zur Langlebigkeit und Effektivität Ihrer Bitumenabdichtung bei und erhöhen die Sicherheit während der Anwendung.