Die Wahl des richtigen Bodenablaufs
Bei der Auswahl eines Bodenablaufs für Ihre Bodenplatte spielen mehrere Aspekte eine wesentliche Rolle, um die Funktionalität und Langlebigkeit der Installation sicherzustellen.
- Einbaustelle: Unterscheiden Sie zwischen Innen- und Außenbereichen, da hier unterschiedliche Anforderungen an Beständigkeit und Belastbarkeit bestehen. Beachten Sie spezifische Einsatzorte wie Keller, Badezimmer oder Garagen.
- Art des Abwassers: Ermitteln Sie die Art des abzuleitenden Wassers. Handelt es sich um reines Regenwasser, Waschwasser oder möglicherweise um ölhaltige Flüssigkeiten? Die Art der Belastungen bestimmt das geeignete Material für den Bodenablauf.
- Verkehrsbelastung: Bei Bodenabläufen in Bereichen mit Fahrzeugverkehr sind besonders robuste Materialien wie Edelstahl oder Gusseisen von Vorteil.
- Dichtungsoptionen: Entscheiden Sie sich für passende Abdichtungsvarianten wie Lippendichtungen oder Folienflansche, um je nach Anwendungsfall die notwendige Dichtigkeit sicherzustellen, insbesondere bei hohen Wasserdrücken oder in Kellerräumen.
- Sperrwasserhöhe: Achten Sie auf die passende Sperrwasserhöhe, die typischerweise zwischen 30 mm und 50 mm liegt, um das Eindringen von Gerüchen zu verhindern.
- Durchmesser und Anschlussneigung: Der Durchmesser des Bodenablaufs muss zum Abwasserrohr passen, um Rückstau zu vermeiden. Es gibt verschiedene Durchmesser und Ablaufvarianten wie waagerecht und senkrecht.
- Zusatzfunktionen und Zubehör: Erwägen Sie Bodenabläufe mit Rückstauverschlüssen oder herausnehmbaren Geruchsverschlüssen. Zubehörartikel wie Verlängerungen oder Pressdichtungsflansche können den Einbau erleichtern und die Abdichtung verbessern.
- Normen und Richtlinien: Orientieren Sie sich an geltenden Normen wie der DIN EN 1253, die Anforderungen und Prüfungen von Bodenabläufen definieren.
Lösungsansätze für den Einbau eines Bodenablaufs in die Bodenplatte
Der Einbau eines Bodenablaufs in die Bodenplatte erfordert eine sorgfältige Planung und präzise Ausführung, um eine langfristige Funktionalität und Dichtheit sicherzustellen.
- Optimale Positionierung und Dimensionierung: Platzieren Sie den Bodenablauf strategisch, um eine effiziente Wasserableitung zu erreichen. Planen Sie die Anschlussleitung so, dass sie direkt zum Ablaufkörper geführt werden kann, idealerweise innerhalb einer Deckenaussparung.
- Berücksichtigung der Konstruktionshöhe: Stimmen Sie die Bauhöhe des Ablaufkörpers und des Aufsatzstücks mit der Konstruktionshöhe der Bodenplatte ab. Vermeiden Sie Nacharbeiten durch passende Aussparungen und stellen Sie sicher, dass die Verbindung dicht und stabil ist.
- Einbindung von Dichtungsebenen: Je nach Raumnutzung können ein oder zwei Dichtungsebenen erforderlich sein. Nutzen Sie geeignete Materialien wie Folien- oder Bitumenbahnen oder flüssig aufzubringende Dichtstoffe. Besonders in Nassräumen kann die Abdichtung im Dünnbettverfahren sinnvoll sein.
- Sicherstellung der Dichtheit: Verwenden Sie passende Dichtungsflansche und -bänder, um eine undurchlässige Einbindung des Ablaufs zu gewährleisten. Insbesondere in wasserundurchlässigen Konstruktionen wie der „Weißen Wanne“ sollte die Abdichtung gemäß Normen erfolgen.
- Verwendung geeigneten Zubehörs: Nutzen Sie funktionales Zubehör wie Verlängerungen und spezielle Dichtungsflansche. In Kellerbereichen sollten zusätzliche Rückstauverschlüsse integriert werden.
Durch präzise Planung und Umsetzung dieser Punkte wird der Bodenablauf in der Bodenplatte sowohl funktional als auch langlebig.
Abdichtung des Bodenablaufs in der „Weißen Wanne“
Eine „Weiße Wanne“ aus wasserundurchlässigem Beton (WU-Beton) bietet bereits einen hohen Schutz vor eindringendem Wasser. Für die zuverlässige Abdichtung des Bodenablaufs in solch einer Konstruktion sind folgende Maßnahmen entscheidend:
Normen und Richtlinien
- DIN EN 206-1 und DIN 1045-2: Diese Normen regeln die Anforderungen an WU-Beton und dessen Verarbeitung.
- WU-Richtlinie von DAfStb: Sie spezifiziert die Anwendung und Abdichtungstechniken für Bauwerke aus WU-Beton.
Abdichtungsmethoden
Um den Bodenablauf sicher in die „Weiße Wanne“ zu integrieren, sind folgende Maßnahmen empfehlenswert:
- Flanschsysteme: Nutzen Sie Dichtungsflansche, um eine stabile und wasserdichte Verbindung zwischen Bodenablauf und Beton herzustellen.
- Dichtbänder: Verwenden Sie zusätzlich spezielle Dichtbänder, um die Übergänge zwischen Ablauf und Beton zu sichern.
- Verbundabdichtungen: In einigen Fällen kann eine zusätzliche Verbundabdichtung sinnvoll sein, um die Anbindung des Bodenablaufs an die Betonfläche zu verbessern.
Einbau und Kontrolle
Achten Sie darauf, dass der Einbau des Bodenablaufs exakt nach den Herstellervorgaben erfolgt. Nach dem Einbau sollten Sie die Dichtheit überprüfen, um sicherzustellen, dass keine Feuchtigkeit eindringen kann.
Wartung und Reinigung
Regelmäßige Wartung und Reinigung des Bodenablaufs sichern eine langanhaltende Funktionalität und verhindern unangenehme Gerüche sowie Verstopfungen.
Regelmäßige Reinigung
- Entfernen von Oberflächenverschmutzungen: Kehren oder saugen Sie regelmäßig losen Schmutz und Ablagerungen weg, um Blockaden zu vermeiden.
- Reinigung des Geruchsverschlusses: Spülen Sie den herausnehmbaren Geruchsverschluss regelmäßig unter fließendem Wasser ab und entfernen Sie hartnäckige Ablagerungen.
- Spülen des Ablaufs: Spülen Sie den Bodenablauf gelegentlich mit heißem Wasser, um Seifenreste und Fette zu lösen.
Wartungsmaßnahmen
- Inspektion der Dichtungen und Anschlüsse: Überprüfen Sie Dichtungen und Anschlüsse auf Schäden oder Undichtigkeiten und ersetzen Sie defekte Dichtungen sofort.
- Verwendung geeigneter Reinigungsmittel: Nutzen Sie keine ätzenden Reinigungsmittel. Handelsübliche Reinigungspads und Wasser sind meist ausreichend.
- Prüfung der Ablaufleistung: Achten Sie darauf, dass das Wasser zügig abfließt. Bei reduziertem Abfluss kann eine professionelle Reinigung notwendig sein.
Vorsichtsmaßnahmen
- Spezialzubehör verwenden: Setzen Sie bei Bedarf spezielle Hochdruckspülungen oder Reinigungssysteme ein, um schwer zugängliche Bereiche gründlich zu reinigen.
- Keine aggressiven Werkzeuge: Vermeiden Sie harte Bürsten oder scharfe Werkzeuge, die die Oberflächen des Ablaufsystems beschädigen könnten.
Durch eine Kombination aus regelmäßiger Reinigung und gewissenhafter Wartung verlängern Sie die Lebensdauer Ihres Bodenablaufs und schützen effektiv vor Wasser- und Schimmelschäden.