Die Herausforderung: Schlagregen und Witterungseinflüsse
Die Wetterseite eines Fachwerkhauses ist stark den Naturgewalten ausgesetzt. Besonders Schlagregen kann durch Ritzen eindringen und erhebliche Feuchtigkeit in das Holz leiten, was langfristig zu Schäden führen kann. Auch Temperaturschwankungen setzen dem Material zu, was zu Rissen und Fäulnis führen kann.
Zur Vermeidung solcher Schäden ist ein gutes konstruktives Design wichtig: Überhänge, Tropfkanten und eine abweisende Gestaltung der Fassaden sind hier von Vorteil. Es empfiehlt sich zudem, eine Verkleidung zu wählen, die eine ausreichende Hinterlüftung ermöglicht. Eine vorgehängte, hinterlüftete Fassade stellt oft die optimale Lösung dar, da sie ein dauerhaftes Mikroklima schafft und das Holz vor Schlagregen sowie thermischen Schwankungen schützt.
Wählen Sie wasserabweisende, aber diffusionsoffene Materialien wie spezielle Anstriche und Lasuren, um die Langlebigkeit Ihrer Verkleidung zu gewährleisten. So bleibt die Fachwerkwetterseite dauerhaft stabil und sicher.
Schieferverkleidung
Eine Schieferverkleidung ist eine traditionelle Methode, um Fachwerkwände effektiv und ästhetisch ansprechend vor Witterungseinflüssen zu schützen. Schiefer bietet aufgrund seiner natürlichen Eigenschaften wie hohe Langlebigkeit und Wetterbeständigkeit einen robusten Schutz. Es stehen verschiedene Varianten zur Auswahl: Naturschiefer und Kunstschiefer, letzteren als kostengünstigere Alternative.
Die Verlegung von Schieferplatten ist anspruchsvoll und erfordert spezialisierte Kenntnisse. Daher empfiehlt es sich, die Arbeit an einen Fachbetrieb zu übergeben. Ein Vorteil von Schiefer ist die Vielfalt an möglichen Verlegemustern, die unterschiedlichste optische Effekte erzielen können. Besonders aufwändige Muster wie die „wilde Deckung“, bei der die Schieferplatten unregelmäßig angeordnet werden, schaffen eine individuelle Fassadengestaltung.
Schieferverkleidungen sind wartungsarm und können, einmal fachgerecht verlegt, mehrere Jahrzehnte halten. Eine sorgfältige Abstimmung mit dem Dachdecker über den favorisierten Verlegestil und eventuelle Zierelemente ist ratsam, um spätere Anpassungen zu vermeiden und die Ästhetik sowie den Wert Ihres Hauses zu steigern.
Holzschindeln
Holzschindeln bieten Ihrem Fachwerkhaus eine natürliche und schützende Verkleidung. Gängige Holzarten wie Fichte, Buche, Lärche oder Eiche kommen hier zum Einsatz. Die sachgemäße Befestigung jeder Schindel mit zwei rostfreien Edelstahlnägeln im oberen Bereich ist entscheidend, um Schäden durch Ausdehnung und Zusammenziehen des Holzes zu vermeiden.
Eine korrekte Hinterlüftung der Holzschindeln ist unerlässlich, um einen Luftstrom hinter den Schindeln zu ermöglichen und Feuchtigkeit abzuleiten. Eine Lattungskonstruktion sorgt für diese notwendige Hinterlüftung. Die Schindelgröße beeinflusst sowohl die Optik als auch den Installationsaufwand. Kleinere Schindeln ermöglichen detaillierte Muster, erfordern aber mehr Zeit und Mühe.
Die Wahl der Holzart und Qualität der Schindeln beeinflusst die Langlebigkeit und den Pflegeaufwand der Fassade. Hochwertige Materialien und eine fachgerechte Montage zahlen sich langfristig aus und schützen Ihre Wetterseite zuverlässig vor den Einflüssen der Natur.
Bretterverkleidung
Eine Bretterverkleidung schützt die Wetterseite Ihres Fachwerkhauses und bietet gestalterische Möglichkeiten. Robuste Holzarten wie Lärche oder Douglasie eignen sich besonders gut. Diese Hölzer verwittern zu einer attraktiven grauen Patina, können aber auch mit offenporigen Lasuren gestrichen werden, um den Farbton zu variieren und die Feuchtigkeitsresistenz zu erhöhen.
Schmale Bretter sind breiten vorzuziehen, da sie weniger zum Quellen und Schwinden neigen. Die Bretter können senkrecht oder waagerecht montiert werden, je nach gewünschtem Effekt. Fasebretter mit gefasten Kanten bieten zusätzlichen Schutz. Ein Abstand von etwa einem Zentimeter zwischen den Brettern ermöglicht das Arbeiten des Holzes und die Entweichung der Feuchtigkeit. Tropfkanten oben und unten verhindern Staunässe und unterstützen die Wasserabführung.
Hinterlüftung durch eine Lattungskonstruktion ist auch hier wichtig, um die Luftzirkulation zu gewährleisten und die Lebensdauer der Verkleidung zu verlängern. Verwenden Sie für die Befestigung rostfreie Edelstahlschrauben, um Korrosion zu vermeiden.
Zusätzliche Dämmung
Beim Verkleiden der Wetterseite eines Fachwerkhauses bietet sich die Möglichkeit, eine zusätzliche Außendämmung anzubringen. Die Wahl der Materialien sollte auf ökologisch verträgliche und diffusionsoffene Produkte fallen, um das Austreten von Feuchtigkeit zu ermöglichen und Bauschäden zu verhindern.
Natürliche Materialien wie Holzweichfaserplatten eignen sich hervorragend zur Dämmung. Die Installation der Dämmung sollte sorgfältig und schrittweise erfolgen:
- Grundierung der Fassade: Stellen Sie sicher, dass die Oberfläche der Fachwerkwand eben ist und tragen Sie gegebenenfalls eine Schicht Lehm auf.
- Verlegung der Dämmplatten: Befestigen Sie die Holzweichfaserplatten gleichmäßig auf der vorbereiteten Fläche.
- Anbringen der Unterkonstruktion: Installieren Sie eine Lattung auf den Dämmplatten, um die Hinterlüftung zu gewährleisten.
- Montage der Außenverkleidung: Bringen Sie die endgültige Fassadenverkleidung an, sei es Schieferplatten, Holzschindeln oder Bretter.
Zusätzliche Dämmung erhöht die Energieeffizienz Ihres Hauses und trägt zur Einsparung von Heizkosten bei. Eine fachgerechte Ausführung der Arbeiten sichert die Integrität Ihres historischen Gebäudes langfristig und verbessert die Witterungsbeständigkeit Ihrer Fachwerkfassade.