Ursachen und Gefahren von beschlagenen Fenstern
Fensterbeschlag entsteht, wenn warme, feuchte Luft auf kalte Fensterscheiben trifft. Dies tritt besonders in den kühlen Jahreszeiten auf, da der Temperaturunterschied zwischen Innen- und Außenbereich dann besonders groß ist. Normale Aktivitäten wie Kochen, Duschen oder Wäschetrocknen erhöhen die Luftfeuchtigkeit erheblich.
Häufige Ursachen:
- Ungenügende Luftzirkulation: In schlecht belüfteten Räumen bleibt die feuchte Luft oft stehen und kondensiert an den Fenstern.
- Unzureichende Isolierung: Fenster mit schlechter Isolierung lassen kalte Luft eindringen, wodurch die Innenseite der Scheiben abkühlt.
- Temperaturunterschiede: Starke Differenzen zwischen Innen- und Außentemperatur verstärken die Kondensation.
Diese Kondensation kann Schimmelbildung begünstigen, die gesundheitsschädlich ist und das Raumklima negativ beeinflusst. Darüber hinaus kann Feuchtigkeit ins Mauerwerk eindringen und Baumaterialien wie Holzrahmen beschädigen. Fenster mit schlechter Isolierung können zudem den Energieverbrauch erhöhen, da mehr Wärme nach draußen entweicht und die Heizung stärker beansprucht wird.
Regelmäßiges Lüften
Um Fensterbeschlag effektiv zu vermeiden, sollten Sie mehrmals täglich stoßlüften. Öffnen Sie die Fenster für mindestens 5 bis 15 Minuten weit, um einen vollständigen Luftaustausch zu gewährleisten. Öffnen Sie möglichst gegenüberliegende Fenster, um Durchzug zu erzeugen und feuchte Luft schnell nach draußen zu transportieren. Besonders nach dem Kochen oder Duschen sollten Sie sofort lüften, um die erhöhte Feuchtigkeit direkt abzuleiten.
Achten Sie auch darauf, weniger genutzte Räume regelmäßig zu lüften, da sich auch dort Feuchtigkeit ansammeln kann. Drehen Sie während des Lüftens die Heizung herunter, um Energie zu sparen, und heizen Sie anschließend die Räume wieder ausreichend, um Kondenswasserbildung zu verhindern.
Optimale Raumtemperatur und Luftfeuchtigkeit
Eine konstante Raumtemperatur und die richtige Luftfeuchtigkeit sind entscheidend, um die Bildung von Kondensation an den Fenstern zu verhindern. Halten Sie in Wohnräumen eine Temperatur von etwa 20 Grad Celsius und im Schlafzimmer eine Temperatur zwischen 15 und 18 Grad Celsius. Im Badezimmer sind bis zu 23 Grad Celsius sinnvoll.
Die Luftfeuchtigkeit im Raum sollte idealerweise zwischen 40 und 60 Prozent liegen. Dieser Wert kann mithilfe eines Hygrometers überwacht werden. Stoßlüften, auch vor dem Schlafengehen und nach dem Aufstehen, hilft, die Luftfeuchtigkeit zu regulieren. In besonders feuchten Räumen kann der Einsatz eines Luftentfeuchters unterstützen.
Gezielte Feuchtigkeitsableitung
Eine wirksame Methode zur Kontrolle der Luftfeuchtigkeit ist die gezielte Ableitung überschüssiger Feuchtigkeit. Schließen Sie die Türen zu angrenzenden Räumen beim Duschen und Kochen, damit sich die feuchte Luft nicht in der gesamten Wohnung verteilt. Nutzen Sie eine effiziente Dunstabzugshaube und öffnen Sie nach dem Duschen direkt das Badezimmerfenster.
In feuchtigkeitsanfälligen Räumen kann ein Luftentfeuchter hilfreich sein. Wischen Sie Kondenswasser, das sich an den Innenseiten der Fenster sammelt, sofort mit einem saugfähigen Tuch auf. Wenn möglich, vermeiden Sie das Trocknen von Wäsche in Innenräumen oder stellen Sie sicher, dass der Raum dabei gut gelüftet wird.
Fenster gründlich reinigen
Die regelmäßige Reinigung der Fenster ist wichtig, um die Bildung von Kondenswasser zu verhindern. Entfernen Sie zunächst groben Schmutz von Rahmen und Fensterbank. Reinigen Sie diese dann mit lauwarmem Wasser und einem milden Reinigungsmittel. Nutzen Sie eine alte Zahnbürste für hartnäckige Verschmutzungen.
Putzen Sie die Fensterscheiben mit Wasser und einer Reinigungsfaser in kreisenden Bewegungen und ziehen Sie überschüssiges Wasser mit einem Fensterabzieher ab. Reinigen Sie die Fenster mindestens vier Mal im Jahr, um Ablagerungen zu vermeiden. Vermeiden Sie dabei direkte Sonneneinstrahlung, die Streifen verursachen könnte, und verwenden Sie bei Bedarf eine Trittleiter für schwer zugängliche Fenster.
Fenster abdichten oder austauschen
Überprüfen Sie Ihre Fenster regelmäßig auf Undichtigkeiten und altersbedingten Verschleiß. Erneuern Sie die Dichtungen bei Bedarf. Alte Dichtungen lassen sich oft selbst austauschen. Verwenden Sie Materialien wie Silikon oder Gummi und gehen Sie dabei sorgfältig vor.
Neben den Dichtungen sollten auch der Zustand des Fensterrahmens und der Laibung überprüft werden. Der Rahmen sollte stabil und frei von Rissen sein, und die Fugen zwischen Rahmen und Mauerwerk sollten intakt sein.
Wenn trotz Abdichtungsmaßnahmen weiterhin Feuchtigkeitsprobleme bestehen, kann ein Fensteraustausch notwendig sein. Moderne Fenster mit Isolierverglasung bieten eine bessere Wärmedämmung, senken die Heizkosten und reduzieren das Risiko von Schimmelbildung. Ein Fensteraustausch kann zwar kostspielig sein, bringt jedoch zahlreiche Vorteile wie verbesserte Energieeffizienz, höheren Wohnkomfort und besseren Einbruchschutz.