Fliesen auf Fliesen verlegen – Wann ist es möglich?
Das Verlegen neuer Fliesen auf einem bereits bestehenden Fliesenbelag bietet eine zeitsparende und saubere Lösung für Renovierungsarbeiten. Es gibt jedoch wichtige Voraussetzungen, die unbedingt erfüllt sein müssen, damit Sie erfolgreich Fliesen auf Fliesen verlegen können.
Bedingungen für das Fliesen-auf-Fliesen-Verfahren
- Festigkeit des alten Belags: Der bestehende Fliesenbelag muss fest und sicher am Untergrund haften. Überprüfen Sie dies durch Abklopfen mit einem Hammerstiel oder Gummihammer. Hohles Klingen deutet auf lose Fliesen hin, die entfernt werden müssen. Die Lücken füllen Sie anschließend auf.
- Zustand der Fliesenoberfläche: Der alte Fliesenbelag sollte keine Risse oder Beschädigungen aufweisen. Defekte Fliesen sind zu entfernen und die resultierenden Löcher zu füllen. Größere, schadhafte Bereiche sanieren Sie umfassend, um eine stabile Basis für die neuen Fliesen zu schaffen.
- Reinigung der Oberfläche: Reinigen Sie die vorhandenen Fliesen gründlich, um Schmutz, Staub, Fett und Seifenreste vollständig zu entfernen. Ein alkalischer Reiniger oder Anlauger eignet sich hierfür. Spülen Sie die Oberfläche anschließend ab und lassen Sie sie vollständig trocknen.
- Tragfähigkeit und Haftung: Um eine optimale Haftung zu gewährleisten, sollten Sie glasierte Fliesen mechanisch aufrauen. Für besonders glatte Oberflächen tragen Sie eine geeignete Haftbrücke auf, um die Griffigkeit zu erhöhen und die Bindung des Fliesenklebers zu verbessern.
- Einsatz von flexiblem Fliesenkleber: Verwenden Sie speziellen flexiblen Fliesenkleber, der eine dauerhafte und feste Verbindung garantiert. Diese Kleber gleichen kleinste Bewegungen zwischen den Schichten aus und sind besonders für Fußbodenheizungen geeignet.
Mit diesen Voraussetzungen ist es Ihnen möglich, Fliesen auf Fliesen zu verlegen und den Aufwand sowie die Schmutzentwicklung beim Renovieren zu minimieren.
Die Untergrundvorbereitung: Das A und O
Ein tragfähiger und sauberer Untergrund ist essenziell für das erfolgreiche Verlegen von Fliesen auf Fliesen. Entfernen Sie zunächst gründlich alle Verschmutzungen wie Staub, Schmutz, Fett und Seifenreste mittels eines alkalischen Reinigers oder Anlaugers und spülen Sie die Fläche gut ab. Lassen Sie die Fläche vollständig trocknen.
Prüfen Sie dann den Untergrund sorgfältig auf Risse oder Unebenheiten. Kleine Risse können Sie mit Spachtelmasse ausbessern, während größere Beschädigungen mit Ausgleichsmörtel gefüllt werden. Achten Sie auf die Trocknungszeiten der Materialien.
Damit der Fliesenkleber optimal haftet, sollten glatte oder nicht saugende Oberflächen mit einer Haftbrücke behandelt werden. Verteilen Sie die Haftbrücke gleichmäßig mit einer Farbrolle oder einem breiten Pinsel und lassen Sie sie gemäß den Herstellerangaben trocknen. Für zusätzliche Sicherheit im Badezimmer, speziell in der Dusche, tragen Sie eine wasserfeste Sperrschicht auf und verwenden Dichtbänder in den Ecken und Übergängen.
Abdichten: Schutz vor Feuchtigkeit
Eine sorgfältige Abdichtung ist essenziell, um Ihre Dusche vor Wasserschäden zu schützen. Die Abdichtung sollte mindestens 30 cm über der Höhe des Duschkopfes und in Bereichen um Waschbecken und Badewannen bis zu 20 cm oberhalb des Wasserauslaufs erfolgen.
Um Verbindungspunkte wie Ecken, Rohrdurchführungen und Übergänge abzudichten, verwenden Sie Dichtbänder und Dichtmanschetten. Tragen Sie eine Dichtmasse in mindestens zwei Schichten auf, wobei jede Schicht mindestens 1 mm dick sein sollte. Lassen Sie jede Schicht gemäß den Herstellerangaben trocknen. Überprüfen Sie die Abdichtung auf Vollständigkeit und Dichtigkeit, bevor Sie mit dem Fliesenlegen beginnen.
Fliesenkleber auftragen: So geht’s richtig
Rühren Sie den Fliesenkleber nach Herstellerangaben mit sauberem Wasser an und lassen Sie ihn kurz ruhen. Tragen Sie den Kleber mit der glatten Seite einer Zahntraufel auf die Fläche auf, und kämmen Sie ihn anschließend mit der gezahnten Seite durch. Die Zahnung der Traufel sollte zur Fliesengröße passen.
Beginnen Sie mit dem Auftragen des Klebers an der Wand von unten nach oben und bei Bodenflächen in kleinen Abschnitten von etwa 1 bis 1,5 m². Dies verhindert, dass der Kleber vorzeitig antrocknet.
Fliesen verlegen: Schritt für Schritt
Nachdem der Fliesenkleber aufgetragen ist, beginnen Sie mit dem Verlegen der Fliesen. Starten Sie an einem markanten Punkt wie einer Ecke oder einer Mittellinie. Drücken Sie die erste Fliese mit einer schiebenden Bewegung in das Kleberbett und kontrollieren Sie regelmäßig die Ausrichtung mit einer Wasserwaage. Nutzen Sie Fliesenkreuze oder Keile, um gleichmäßige Fugenbreiten zu gewährleisten.
Verlegen Sie die weiteren Fliesen nach demselben Prinzip und korrigieren Sie nötigenfalls die Positionen sofort. Bei Kanten und Ecken schneiden Sie die Fliesen passgenau zu und vergewissern sich, dass auch diese präzise im Kleberbett sitzen.
Ausschnitte für Armaturen: Präzise arbeiten
Zeichnen Sie die exakten Positionen der Aussparungen auf der Vorder- und Rückseite der Fliese an. Schneiden Sie die Fliese auf der Rückseite vorsichtig mit einem Winkelschleifer an und vergrößern Sie das Loch Schritt für Schritt mithilfe eines Fliesenhammers oder einer Fliesenlochzange. Kontrollieren Sie zwischendurch, ob Ihre Armaturen passgenau durch die Aussparungen passen und nehmen Sie nötigenfalls weitere Anpassungen vor.
Fliesen verfugen: Der letzte Schliff
Sobald der Fliesenkleber vollständig ausgehärtet ist, können Sie mit dem Verfugen beginnen. Rühren Sie den Fugenmörtel gemäß den Herstellerangaben an und tragen Sie ihn mit einem Fugengummi diagonal in die Fugen ein. Reinigen Sie überschüssigen Mörtel unmittelbar nach dem Verfugen mit einem feuchten Schwamm. Nach dem Antrocknen können Sie die Fliesenoberfläche polieren und die Anschlussfugen zu Einbauteilen mit einem dauerelastischen Dichtstoff abdichten.
Durch diese gründliche Vorgehensweise schaffen Sie eine dauerhafte und optisch ansprechende Fliesenoberfläche in Ihrer Dusche.