Fundamenterder – Die richtige Platzierung
Die Platzierung des Fundamenterders hängt maßgeblich von der Art der Frostschürze und der Bodenplatte ab. Dazu gelten folgende Prinzipien:
Fundamenterder in der Frostschürze
Wenn Ihre Frostschürze aus Stahlbeton besteht, sollten Sie den Fundamenterder in die Frostschürze integrieren. Dieser muss allseitig mit mindestens 5 cm Beton ummantelt sein, um ihn vor Korrosion zu schützen. Die Frostschürze selbst sollte eine Tiefe von 80 bis 120 cm haben, je nach regionalen Frostbedingungen.
Fundamenterder in der Bodenplatte
Falls keine Frostschürze vorhanden ist, verlegen Sie den Fundamenterder direkt in der Bodenplatte. Auch hier ist eine Ummantelung mit 5 cm Beton erforderlich. Achten Sie auf eine geeignete Bewehrung der Bodenplatte, unabhängig davon, ob diese bewehrt oder unbewehrt ist.
Zusätzlicher Schutz bei unbewehrter Frostschürze
Bei Verwendung einer unbewehrten Frostschürze müssen Sie das System durch einen Funktionspotentialausgleichsleiter (FPAL) in der Bodenplatte ergänzen. Dies sorgt für erhöhte elektrische Sicherheit und integriert den Fundamenterder optimal in Ihr Gebäudekonzept.
Herbstliche Maßnahmen zur Vorbereitung
Überprüfen Sie vor dem Winter, ob die Frostschürze Risse oder Beschädigungen aufweist und ob die Betonummantelung des Fundamenterders intakt ist. Diese Maßnahmen verhindern das Eindringen von Wasser und die daraus resultierenden statischen Probleme durch gefrierendes Wasser.
Praktische Checkliste für die Platzierung
- Frostschürze aus Stahlbeton: Integrieren Sie den Fundamenterder und achten Sie auf die 5 cm Betonummantelung.
- Unbewehrte Frostschürze und bewehrte Bodenplatte: Ergänzen Sie einen FPAL in der Bodenplatte.
- Keine Frostschürze: Verlegen Sie den Fundamenterder in der Bodenplatte mit entsprechender Betonummantelung.
- Regelmäßige Überprüfung vor Winter: Überprüfen Sie auf Beschädigungen.
Ausführung des Fundamenterders
Für die Installation eines Fundamenterders ist die Verwendung geeigneter Materialien unerlässlich. Verwenden Sie entweder Bandstahl (mindestens 30 mm x 3,5 mm oder 25 mm x 4 mm, hochkant verlegt) oder Rundstahl (mindestens 10 mm Durchmesser). Diese Materialien gewährleisten eine effiziente Leitfähigkeit und Robustheit gegenüber mechanischen Belastungen.
Der Fundamenterder wird in der Regel als geschlossener Ringerder ausgeführt und muss allseitig mit 5 cm Beton ummantelt sein. Diese Ummantelung bietet Korrosionsschutz und sorgt für eine verlässliche Verbindung zwischen Fundament und Erdreich, was für die elektromagnetische Kompatibilität entscheidend ist.
Verbindungen sollten durch Schweißen, Schrauben oder Klemmen hergestellt werden; Würgeverbindungen sind unzulässig. Über Dehnungsfugen im Fundament sollten geeignete Dehnungsbänder zum Ausgleich von Rissen verlaufen.
Für große Gebäude empfehlen sich zusätzliche leitende Querverbindungen in einem Raster von etwa 20 m x 20 m. In Reihenhäusern sollte für jedes Haus ein eigener kleiner Ringerder verwendet werden.
Bei wasserdichten Konstruktionen (weiße Wanne), bitumenbeschichteten (schwarze Wanne) oder mit Perimeterdämmung versehenen Bauwerken muss der Ringerder außerhalb des Fundaments aus korrosionsgeschütztem Material, wie Edelstahl, verlegt werden.
Verbindungen und Anschlussfahne
Für zuverlässige elektrische Verbindungen sollten Sie Schweißen, Schrauben oder spezielle Klemmverbindungen verwenden. Würgeverbindungen sind ungeeignet, da sie keine ausreichende elektrische Leitfähigkeit bieten.
Eine korrosionsgeschützte Anschlussfahne verbindet den Ringerder mit der Hauptpotentialausgleichsschiene im Hausanschlussraum. Verwenden Sie feuerverzinkten Stahl mit Kunststoffmantel oder Edelstahl und achten Sie auf eine Länge von mindestens 1,50 Metern. Zusätzliche Anschlussfahnen sind notwendig, um metallische Bauteile wie Blitzschutzanlagen oder Regenfallrohre zu erden.
Dehnungsfugen
Dehnungsfugen in Fundamenten und Bodenplatten sind wichtige Elemente, um Bewegungen und Spannungen durch Temperaturänderungen und Bodenschwankungen auszugleichen. Diese Fugen verlaufen über die gesamte Tiefe des Betons und verhindern Schäden wie Risse.
Versehen Sie Dehnungsfugen mit metallischen Kanten, um Abnutzung zu minimieren. Ein elastischer Fugenfüller, beispielsweise aus Epoxidharz, kann die Bewegungen des Betons aufnehmen und gleichzeitig abdichten. Regelmäßige Überprüfungen und gegebenenfalls Ausbesserungen des Fugenmaterials tragen zur Stabilität der Konstruktion bei.
Weiße Wanne, Schwarze Wanne und Perimeterdämmung
Bauwerke, die Bodenfeuchte oder Grundwasser ausgesetzt sind, benötigen spezielle Abdichtungskonzepte:
Weiße Wanne
Eine Weiße Wanne besteht aus wasserundurchlässigem Beton und dient sowohl der Tragfähigkeit als auch der Abdichtung. Diese integrale Bauweise eliminiert die Notwendigkeit zusätzlicher Abdichtungen.
Schwarze Wanne
Die Schwarze Wanne verwendet Bitumen- oder Kunststoffbahnen, die an der Außenseite des Bauwerks angebracht werden. Diese Abdichtung schützt die Bauteile vor Feuchtigkeit. In frostgefährdeten Regionen sind zusätzliche Maßnahmen wie eine Drainage oder frostunempfindliche Verfüllungen erforderlich.
Perimeterdämmung
Perimeterdämmung kombiniert Isolation und Abdichtung rund um die Außenflächen und unter der Bodenplatte. Sie schützt effektiv vor Frost und Feuchtigkeit. Dabei sind wasserabweisende und druckfeste Dämmstoffe erforderlich.
Notwendigkeit des Ringerder
Unabhängig von der Abdichtungsmethode ist ein Ringerder gemäß DIN 18014 erforderlich. Dieser muss außerhalb des Abdichtungssystems aus korrosionsgeschütztem Material verlegt werden, um eine dauerhafte Verbindung zur Erde zu gewährleisten.
Durch die sorgfältige Planung und Ausführung dieser Maßnahmen sichern Sie die Beständigkeit und Sicherheit Ihres Bauwerks.