Was bedeutet „Boden entkoppeln“?
Beim Entkoppeln des Bodens wird eine zusätzliche Schicht zwischen Untergrund und Bodenbelag eingebracht, um die direkte Verbindung zu vermeiden. Diese Maßnahme dient dazu, Bewegungen und Spannungen im Untergrund nicht auf den Bodenbelag zu übertragen. Insbesondere bei starren Belägen wie Fliesen ist die Entkopplung wichtig, um Schäden wie Risse oder Brüche zu verhindern. Eine flexible Entkopplungsmatte, die aus Materialien wie Kunststoff, Textilfaser oder Hartschaum bestehen kann, wird häufig verwendet. Sie nimmt Spannungen und Verschiebungen im Untergrund auf, sodass Fliesen oder andere Beläge intakt bleiben. Dies ist besonders bei großen Flächen oder kritischen Untergründen wie Holzdielen oder jungem Estrich notwendig. Durch die Entkopplung können Oberbelag und Untergrund unabhängig voneinander arbeiten, wodurch die Lebensdauer des Bodenbelags erhöht wird.
Vorteile der Entkopplung
- Schutz vor Beschädigungen: Spannungen und Bewegungen im Untergrund werden abgefangen, sodass Risse und Brüche im Belag vermieden werden.
- Flexibilität: Fliesen und andere Beläge können auch auf problematischen Untergründen wie Holzdielen oder dünnen Estrichen verlegt werden.
- Langlebigkeit: Die Lebensdauer des Bodenbelags wird deutlich erhöht, da dieser sich unabhängig vom Untergrund bewegen kann.
Methoden zur Entkopplung des Fußbodens
Für die Entkopplung des Fußbodens stehen Ihnen verschiedene Verfahren zur Verfügung. Nachfolgend finden Sie eine Übersicht der gängigsten Methoden, die jeweils spezifischen Anforderungen und Untergründen gerecht werden.
Entkopplungsmatten
Entkopplungsmatten sind flexible Elemente, die zwischen Untergrund und Bodenbelag verlegt werden. Sie bestehen häufig aus Materialien wie Kunststoff, Textilfaser oder Hartschaum. Diese Matten können Bewegungen im Untergrund abfangen und sind daher ideal, um Schäden wie Risse im Oberbelag zu vermeiden. Sie schneiden die Matten zunächst auf die benötigte Länge und Breite zurecht und verkleben sie vollflächig auf dem Untergrund. In sensiblen Bereichen empfehlen sich Randfugen von etwa fünf bis zehn Millimetern Breite, die später mit Dichtbändern verschlossen werden, um Schallbrücken zu vermeiden.
Dünnentkopplung
Die Dünnentkopplung eignet sich besonders für kritische Untergründe wie Spanplatten, Holzdielen oder junge Estriche. Hierbei wird eine extrem flexible und reaktiv abbindende Schicht aufgetragen. Für zusätzliche Stabilität kann ein Armierungsgewebe in die Entkopplungsschicht eingebettet werden. Diese Methode ist auch als wasserdichte Reaktivabdichtung unter Fliesen und Platten einsetzbar und bietet somit einen zusätzlichen Feuchteschutz, was sie besonders für den Außeneinsatz geeignet macht.
Dünnestriche
Dünnestriche kommen zum Einsatz, wenn minderfeste Untergründe, wie Holzdielen oder Gussasphalt, überspannt werden müssen. Dabei werden selbstnivellierende Bodenverlaufsmassen mit hoher Kunststoffvergütung verwendet, die eine Gewebeeinlage zur Verbesserung der Biegezugfestigkeit beinhalten können. Diese Methode eignet sich besonders, weil sie schnell die Belegreife erreicht, was bei Renovierungen einen Zeitvorteil darstellt. Allerdings sollten Sie beachten, dass die Konstruktionshöhe durch diese Methode erhöht wird.
Entkopplungssysteme
Sogenannte Entkopplungssysteme bieten spezialisierte Lösungen für unterschiedliche Untergründe und Belastungen. Diese Systeme können entweder zu fast 100 Prozent entkoppeln oder nur teilweise verklebt werden, abhängig von den Anforderungen. Sie sind besonders geeignet für höher beanspruchte Flächen, da sie druckfeste Eigenschaften aufweisen können. Zudem bieten Kombinationslösungen aus Trittschalldämmung und Entkopplung zusätzliche Vorteile. Die Verarbeitung dieser Systeme sollte immer im Verband erfolgen, um Kreuzfugen zu vermeiden, und Stoßfugen können bei Bedarf mit geeigneten Materialien verschlossen werden.
Ein System, drei Leistungsstufen
Die Entkopplung des Bodensystems lässt sich flexibel an verschiedene Anforderungen und Untergrundbedingungen anpassen, indem zwischen drei spezifischen Leistungsstufen gewählt wird:
- Grundentkopplung: Diese Stufe ist ideal für weniger problematische Untergründe wie junge Zementestriche oder Beton älter als drei Monate sowie Calciumsulfatestriche. Eine etwa 1 mm dicke Entkopplungsschicht sorgt für die notwendige Trennung zwischen Untergrund und Oberbelag und schützt besonders vor Feuchtigkeit.
- Mittlere Entkopplung: Für komplexere Untergründe wie Spanplatten, Holzdielen oder Mischuntergründe wird zusätzlich zur Entkopplungsschicht ein spezielles Armierungsgewebe eingebettet. Diese Ebene sorgt nicht nur für zusätzliche Stabilität, sondern überdeckt auch Risse im Untergrund. Die Schichteinfache wird so beibehalten, bevor der Verlegemörtel und Oberbelag aufgetragen werden.
- Hochleistungsentkopplung mit Trittschalldämmung: Hier wird zunächst eine Schicht Klebemörtel aufgetragen. Auf diese klebt eine spezielle Trittschalldämm- und Entkopplungsmatte. Diese Lösung ist besonders vorteilhaft für stark beanspruchte Flächen oder Bereiche mit hohen Trittschallanforderungen, da sie effektiv Schallbrücken mindert und gleichzeitig für die notwendige Flexibilität sorgt.
Bei der Wahl der richtigen Leistungsstufe ist es wichtig, den Zustand und die Art des Untergrunds sorgfältig zu bewerten und die optimale Kombination von Materialien und Schichten zur Sicherstellung der langfristigen Stabilität und Funktionalität des Bodenbelags zu wählen.