Lebensdauer und Sanierung von Kunststoffrohren
Fußbodenheizungen mit Kunststoffrohren bieten eine hervorragende Haltbarkeit und Beständigkeit. Kunststoffrohre gemäß DIN 4726 sind für eine Mindestlebensdauer von 50 Jahren ausgelegt, die oft aufgrund niedriger Systemtemperaturen sogar überschritten wird. Viele dieser Rohre sind seit über 30 Jahren in Betrieb und zeigen keine Alterungsschäden.
Ein entscheidender Faktor für die Lebensdauer und mögliche Sanierungsnotwendigkeit ist die Sauerstoffdichtigkeit der Rohre. Vor 1988 verwendete Systeme nutzten häufig Kunststoffrohre ohne Sauerstoffbarriere, was zu Problemen wie Korrosion und Schlammablagerungen führen kann. Diese Systeme lassen Sauerstoff in das Heizungswasser eindringen, was Metallteile korrodieren lässt und die Effizienz der Heizanlage beeinträchtigt.
Sanierungsmaßnahmen bei älteren Systemen
Wenn Ihre Fußbodenheizung vor 1988 installiert wurde und keine sauerstoffdichten Rohre verwendet, können folgende Sanierungsmaßnahmen sinnvoll sein:
Systemtrennung: Eine bewährte Methode besteht in der Installation eines Wärmetauschers zwischen dem Wärmeerzeuger und dem Fußbodenheizungssystem, um zu verhindern, dass sauerstoffhaltiges Wasser in das Heizungssystem gelangt.
Reinigung und Spülung: Bei Verschlammung ist eine behutsame Reinigung und Spülung des Systems ratsam. Methoden wie die Molchtechnologie sind schonend und effektiv. Vermeiden Sie chemisch aggressive Reinigungsmittel oder abrasive Verfahren, die die Rohre zusätzlich belasten könnten.
Zusätzliche Maßnahmen zur Lebensdauerverlängerung
Um die Lebensdauer Ihrer Fußbodenheizung maximal auszuschöpfen, können Sie folgende Vorsichtsmaßnahmen ergreifen:
- Reduktion der Vorlauftemperatur: Hohe Temperaturen beschleunigen die Alterung der Rohre. Energetische Gebäudesanierungen und eine gute Dämmung senken die Vorlauftemperaturen und verlängern die Lebensdauer der Rohre.
- Regelmäßige Wartung: Eine regelmäßige Wartung und Inspektion durch Fachbetriebe ist unerlässlich. Überprüfen Sie regelmäßig die Regelungstechnik und die Dichtheit der Heizkreise, um frühzeitig potenzielle Schäden zu erkennen und zu beheben.
- Hydraulischer Abgleich: Dieser stellt sicher, dass das Heizungswasser optimal verteilt wird. Dies verhindert Überlastung und erhöht die Effizienz des Heizungssystems.
Pflege und Wartung
Eine regelmäßige Pflege und Wartung tragen maßgeblich dazu bei, dass Ihre Fußbodenheizung auch nach Jahrzehnten zuverlässig und effizient arbeitet. Bei regelmäßigen Inspektionen sollten Sie auf potenzielle Problemstellen wie undichte Fittings oder defekte Druckausdehnungsgefäße achten und die Ursache für Sauerstoffeintritt ins System beseitigen.
Optimierung der Gebäudedämmung: Eine gute Dämmung reduziert den Wärmebedarf und ermöglicht niedrigere Vorlauftemperaturen. Dies verringert die thermische Belastung der Rohre und verzögert deren Versprödungsprozess.
Verwendung von Schutzgeräten: Der Einsatz von Korrosionsschutzgeräten wie Opferanoden oder speziellen Schutzkesseln kann helfen, Oxidationsprozesse im Heizsystem zu verringern und die Rohre vor vorzeitigem Verschleiß zu schützen.