Warum ist die Bewässerung im Gewächshaus so wichtig?
Wasser ist ein lebensnotwendiger Faktor für das Pflanzenwachstum, und im Gewächshaus ist die manuelle Zuführung von Wasser unerlässlich. Anders als im Freilandanbau, wo Regen ausreichend Wasser liefert, müssen Sie im Gewächshaus selbst dafür sorgen, dass Ihre Pflanzen genügend Feuchtigkeit erhalten. Ohne ausreichendes Wasser können Pflanzen im Gewächshaus schnell unter Trockenheit leiden, da durch das Dach kein Regen eindringen kann.
Wasser übernimmt in Pflanzen vielfältige Funktionen: Es fungiert als Transportmittel für Nährstoffe, hält den Zelldruck aufrecht und reguliert die Temperatur der Blätter. Tatsächlich bestehen viele Pflanzen zu einem großen Teil aus Wasser, was die Bedeutung einer kontinuierlichen Wasserversorgung unterstreicht. Ein Mangel an Wasser führt zu Wachstumsstörungen und kann im schlimmsten Fall das Verwelken und Absterben der Pflanzen verursachen. Eine Überbewässerung kann jedoch zu Wurzelfäule und Pilzbefall führen.
Um die optimale Entwicklung Ihrer Pflanzen zu gewährleisten, sollten Sie nicht nur die Menge, sondern auch die Qualität des Wassers berücksichtigen. Regenwasser eignet sich hierbei besonders gut, da es im Vergleich zu Leitungswasser kalkarm und für die meisten Pflanzen besser verträglich ist. Zudem sollten Sie die Bewässerung Ihrer Pflanzen immer individuell an deren spezifische Anforderungen sowie an die Bodenbeschaffenheit anpassen. Denken Sie daran, den Feuchtigkeitsgehalt im Boden stets im Auge zu behalten, damit Ihre Gewächshauspflanzen optimal gedeihen.
Wie oft sollte man das Gewächshaus bewässern?
Die Bewässerungshäufigkeit im Gewächshaus variiert stark je nach Pflanzenart, deren Wasserbedarf, dem Entwicklungsstadium und den klimatischen Bedingungen. Allgemein gilt:
- Wöchentliche Bewässerung: Als Grundregel sollten Sie Ihre Gewächshauspflanzen mindestens einmal pro Woche gießen, um sicherzustellen, dass sie stets ausreichend mit Wasser versorgt sind.
- Bewässerung im Sommer: An heißen Sommertagen steigt der Wasserbedarf deutlich an. Hier sollten Sie mindestens zwei- bis dreimal pro Woche gießen. Bei extremer Hitze, besonders um die Mittagszeit, kann sogar eine tägliche Bewässerung sinnvoll sein.
- Tägliche Kontrolle: Prüfen Sie regelmäßig die Bodenfeuchtigkeit. Falls die Oberfläche angetrocknet ist und der Boden auch in tieferen Schichten (etwa 20 cm tief) trocken ist, müssen Sie erneut gießen.
- Anpassung nach Entwicklungsstadium: Jungpflanzen haben oft einen höheren Wasserbedarf und müssen daher häufiger, teilweise sogar täglich, bewässert werden.
Die beste Zeit zum Gießen ist früh am Morgen, wenn die Temperaturen noch niedrig sind. So können Ihre Pflanzen das Wasser optimal aufnehmen, ohne dass es durch Verdunstung verloren geht. Ein Gießen am Abend kann Schnecken anlocken und bei aufgeheiztem Boden zu Staunässe führen. Beachten Sie zudem, dass viele Pflanzen es bevorzugen, direkt an der Wurzel bewässert zu werden, um keine nassen Blätter zu bekommen, die krankheitsanfällig sind.
Möglichkeiten der Gewächshausbewässerung
Für die Bewässerung Ihres Gewächshauses stehen verschiedene Methoden zur Verfügung. Diese reichen von einfachen manuellen Verfahren bis hin zu komplexen, automatisierten Systemen, die Ihnen Zeit und Mühe sparen können.
Manuelle Methoden
1. Gießkanne:
Die manuelle Bewässerung mit einer Gießkanne ist die einfachste Methode und besonders für kleinere Gewächshäuser geeignet. Beim Gießen sollten Sie darauf achten, das Wasser direkt an die Wurzeln zu bringen und die Blätter trocken zu halten, um Krankheiten vorzubeugen.
2. Gartenschlauch:
Ein Gartenschlauch eignet sich für die Bewässerung größerer Flächen innerhalb eines Gewächshauses. Auch hier sollten Sie möglichst nahe an den Wurzeln der Pflanzen gießen. Ein Perlschlauch kann für eine gleichmäßige Bewässerung von Reihenpflanzungen hilfreich sein.
Automatische Bewässerungssysteme
1. Tropfbewässerung:
Ein System aus Schläuchen mit kleinen Auslässen (Tropfern) sorgt dafür, dass Wasser gezielt an die Wurzeln der Pflanzen gelangt. Diese Methode ist besonders wasser-effizient und verhindert, dass die Blätter der Pflanzen nass werden, was das Risiko von Pilzbefall reduziert.
2. Feinsprüh-Systeme:
Nebelsysteme schaffen eine hohe Luftfeuchtigkeit und bewässern gleichzeitig die Pflanzen. Diese sind ideal für Pflanzen, die eine feuchte Umgebung bevorzugen.
3. Bewässerungscomputer:
Eine computergesteuerte Bewässerung übernimmt die Aufgabe der Wasserzufuhr vollautomatisch. Sie haben die Möglichkeit, Bewässerungszeiten und -mengen individuell anzupassen. Solche Systeme können oft über Smartphone-Apps ferngesteuert werden, was sie besonders für lange Abwesenheiten nützlich macht.
Solarbetriebene Systeme
1. Solarpumpen:
Solarpumpen ziehen Wasser aus einer Regentonne oder einem Wassertank. Der notwendige Strom wird über Solarzellen generiert, wodurch Sie unabhängig von herkömmlichen Stromquellen werden. Diese Systeme sind ideal für abgelegene Gewächshäuser ohne elektrischen Anschluss.
2. Kompakte Solarsets:
Diese Sets bestehen normalerweise aus einer kleinen Pumpe und einem Solarpanel und sind ideal für kleinere Gewächshäuser. Sie sind einfach zu installieren und erfordern wenig Wartung.
Bewässerung durch Schwerkraft
1. Tonkegel und Bewässerungsfiguren:
Diese Systeme nutzen die Schwerkraft, um Wasser aus einem höher platzierten Tank oder Reservoir langsam und gleichmäßig in den Boden abzugeben. Sie sind besonders nützlich für kürzere Abwesenheiten und kleine bis mittelgroße Gewächshäuser.
Unabhängig von der gewählten Methode sollten Sie stets darauf achten, die Bewässerung an den individuellen Wasserbedarf Ihrer Pflanzen anzupassen und regelmäßig die Bodenfeuchtigkeit zu überprüfen. So stellen Sie sicher, dass Ihre Pflanzen optimal versorgt sind und gesund wachsen.
Faktoren für die Einstellung einer Bewässerungsanlage
Um eine automatische Bewässerungsanlage optimal einzustellen, müssen verschiedene Faktoren berücksichtigt werden, die entscheidend für die Wassermengen und die Bewässerungshäufigkeit sind:
- Bodenbeschaffenheit: Es ist wichtig, die Art des Bodens in Ihrem Gewächshaus zu kennen, da sie den Wasserbedarf erheblich beeinflusst. Unterschiedliche Bodenarten wie sandige, tonige oder lehmige Böden haben verschiedene Wasserbedarfe.
- Pflanzenbedarf: Unterschiedliche Pflanzen haben unterschiedliche Wasserbedürfnisse. Starkzehrer wie Tomaten und Gurken benötigen mehr Wasser als Gemüse mit geringerem Wasserbedarf, wie Kräuter. Achten Sie darauf, die Bewässerung an die individuellen Bedürfnisse der Pflanzen anzupassen.
- Wasserdruck und -menge: Vor der Installation einer automatischen Bewässerungsanlage ist es essenziell, den Wasserdruck sowie die verfügbare Wassermenge zu überprüfen. Ein zu niedriger Wasserdruck kann zu einer unzureichenden Bewässerung führen.
- Klimatische Bedingungen: Die Außentemperatur und die Luftfeuchtigkeit spielen ebenfalls eine wichtige Rolle bei der Einstellung Ihrer Bewässerungsanlage. In den Sommermonaten sollten Sie häufiger bewässern, während in kühleren Jahreszeiten möglicherweise weniger Wasser benötigt wird.
- Regensensoren und Bodenfeuchtigkeitsmesser: Der Einsatz von Regensensoren und Bodenfeuchtigkeitsmessern kann helfen, die Bewässerung noch effizienter zu gestalten. Diese Geräte ermitteln den aktuellen Wasserbedarf und können helfen, Wasser zu sparen, indem sie die Bewässerung nur dann aktivieren, wenn es wirklich notwendig ist.
Durch die Berücksichtigung dieser Faktoren können Sie sicherstellen, dass Ihre automatische Bewässerungsanlage effizient und bedarfsgerecht arbeitet und so zum Wohl Ihrer Pflanzen im Gewächshaus beiträgt. Achten Sie stets darauf, regelmäßige Kontrollen durchzuführen, um sicherzustellen, dass das System korrekt eingestellt ist und optimal funktioniert.