Reparaturen am Haus: Selber machen oder Profi beauftragen?
Wenn es um Hausreparaturen geht, steht oft die Frage im Raum, ob Sie diese selbst übernehmen oder lieber einen Experten zurate ziehen sollten. Hier sind einige wesentliche Überlegungen, wie Sie diese Entscheidung treffen können:
Vorteile des Selbermachens
- Kostenersparnis: Handwerker sind zurzeit sehr gefragt und entsprechend teuer, mit Stundensätzen zwischen 60 und 80 Euro. Durch Eigenleistung können Sie hier deutlich sparen.
- Zeitliche Flexibilität: Selbst durchgeführte Reparaturen sparen Ihnen die oft langen Wartezeiten auf Handwerkertermine. Dringende Reparaturen können so schneller erledigt werden.
Faktoren zur Entscheidung
- Eigene Fähigkeiten und Erfahrungen: Überlegen Sie, ob Sie bereits ähnliche Reparaturen erfolgreich durchgeführt haben und mit den nötigen Werkzeugen vertraut sind. Fehlende Praxis kann zu teuren Folgeschäden führen.
- Risiken und Komplexität: Kleinere Reparaturen wie das Austauschen einer Glühbirne oder das Reparieren eines tropfenden Wasserhahns können meist ohne großen Aufwand erledigt werden, wohingegen Arbeiten an elektrischen Anlagen oder Heizsystemen oft spezifisches Fachwissen erfordern und sicherheitsrelevant sind.
- Verfügbare Ressourcen: Gute Anleitungen und Tutorials können helfen, insbesondere bei weniger komplexen Arbeiten. Wenn Sie sich ausreichend informiert haben und die Schritte nachvollziehen können, steht dem Versuch häufig nichts im Wege.
Wann eine Fachkraft gefragt ist
Für komplexere oder sicherheitskritische Reparaturen ist es empfehlenswert, eine Fachkraft zu beauftragen:
- Elektrische Arbeiten: Die Gefahr von Stromschlägen und Bränden ist hoch. Diese Arbeiten sollten daher immer in die Hände eines Elektrikers gelegt werden.
- Heizungs- und Klimaanlagen: Fehlerhafte Reparaturen können zu ineffizientem Betrieb und höheren Energiekosten führen. Fachkräfte wissen hier genau, worauf zu achten ist.
- Dacharbeiten: Falsch ausgeführte Arbeiten am Dach können schwere Wasserschäden und teure Folgereparaturen nach sich ziehen. Ein Dachdecker verfügt über das notwendige Fachwissen und Equipment, um diese Aufgaben sicher und dauerhaft zu lösen.
- Strukturelle Reparaturen: Arbeiten am Fundament oder Mauerwerk erfordern Fachkenntnisse in Bauprinzipien. Professionelle Bauunternehmen können diese Arbeiten korrekt und sicher ausführen.
Informieren Sie sich gut über die anstehende Reparatur, schätzen Sie Ihre Fähigkeiten realistisch ein und zögern Sie nicht, professionelle Hilfe in Anspruch zu nehmen, wenn Sie sich unsicher sind.
Undichte Wasserhähne reparieren
Ein tropfender Wasserhahn kann nicht nur lästig sein, sondern auch zu erhöhtem Wasserverbrauch und unnötigen Kosten führen. Glücklicherweise lässt sich dieses Problem oft mit ein paar einfachen Handgriffen lösen, indem Sie die Dichtung erneuern.
Benötigte Werkzeuge
- Ein Schraubenzieher
- Eine Rohrzange
- Ein neuer Dichtungsring
- Ein Schraubenschlüssel
Schritt-für-Schritt-Anleitung
1. Vorbereitung:
Öffnen Sie die Türen oder Fenster weit, um Zugang zu den Dichtungen zu erhalten. Prüfen Sie die alten Dichtungen auf Risse, Ablösungen oder Verhärtungen. Damit identifizieren Sie die Bereiche, die ausgetauscht werden müssen.
2. Alte Dichtungen entfernen:
Schneiden Sie die alten Dichtungen vorsichtig mit einem Cuttermesser heraus. Achten Sie darauf, den Rahmen nicht zu beschädigen. Bei hartnäckigen Kleberesten können Sie diese mit etwas Spiritus und einem weichen Tuch entfernen.
3. Fläche reinigen:
Reinigen Sie den Bereich gründlich, auf dem die neuen Dichtungen angebracht werden sollen. Stellen Sie sicher, dass alle Klebereste, Schmutz und Feuchtigkeit restlos entfernt sind, um eine gute Haftung der neuen Dichtung zu gewährleisten.
4. Neue Dichtungen zuschneiden:
Messen Sie die benötigte Länge der neuen Dichtungen ab und schneiden Sie diese entsprechend zu. Es ist ratsam, etwas mehr Material zuzuschneiden, um sicherzustellen, dass die Dichtungen überall lückenlos abschließen.
5. Dichtungen anbringen:
Beginnen Sie an einer Ecke und drücken Sie das Dichtungsband gleichmäßig in die vorgesehene Falz. Achten Sie darauf, dass keine Lücken oder Überlappungen entstehen. Bei Ecken oder Rundungen können Sie die Dichtungen schräg einschneiden, um eine bessere Passform zu erzielen.
6. Endkontrolle:
Überprüfen Sie abschließend, ob die neuen Dichtungen sicher und ohne Lücken sitzen. Öffnen und schließen Sie die Türen oder Fenster mehrmals, um sicherzustellen, dass die Dichtungen ordnungsgemäß arbeiten und die Dichtigkeit gewährleistet ist.
Durch diese einfachen Schritte können Sie die Isolierung Ihres Hauses verbessern und Energie sparen. Ein gut abgedichtetes Zuhause schützt nicht nur vor Zugluft und Kälte, sondern auch vor Lärm und Feuchtigkeit.
Malern und Lackieren
Ein frischer Anstrich sorgt nicht nur für optische Aufwertung, sondern schützt auch die Wände und Oberflächen vor Abnutzung. Hier sind die notwendigen Schritte, um ein zufriedenstellendes Ergebnis zu erzielen.
Materialien und Werkzeuge
- Verschiedene Pinselgrößen
- Farbrollen
- Abdeckband und Abdeckvlies
- Füllspachtel und Schleifpapier
- Farbschale
Vorbereitung
- Untergrund reinigen: Beginnen Sie damit, die zu streichenden Flächen gründlich zu reinigen, um Schmutz und Staubrückstände zu entfernen. Achten Sie darauf, dass die Oberfläche vollkommen trocken ist, bevor Sie fortfahren.
- Risse und Löcher ausbessern: Füllen Sie Risse und Löcher in der Wand mit Spachtelmasse. Lassen Sie die Masse vollständig trocknen und schleifen Sie die Fläche danach glatt, um eine ebene Oberfläche zu erhalten.
- Abkleben: Schützen Sie angrenzende Flächen, Rahmen, Leisten und Fußböden, indem Sie diese mit Malerkrepp abkleben. Verwenden Sie Abdeckfolie, um größere Bereiche vor Farbspritzern zu schützen.
Streichvorgang
- Ecken und Kanten vorstreichen: Mit einem kleinen Pinsel streichen Sie zuerst die Ecken und Kanten vor. Dies erleichtert das nachfolgende Arbeiten mit der Farbrolle und sorgt dafür, dass auch schwierige Stellen gut abgedeckt werden.
- Erste Farbschicht: Tauchen Sie die Rolle gleichmäßig in die Farbe und tragen Sie diese in Bahnen auf die Wand auf. Rollen Sie stets von oben nach unten und achten Sie darauf, nicht zu viel Druck auszuüben, um Tropfen und ungleichmäßige Schichten zu vermeiden.
- Trocknungszeiten einhalten: Lassen Sie die erste Farbschicht vollständig trocknen. Diese Trocknungszeit kann je nach Farbe und Raumtemperatur variieren, beträgt aber in der Regel mehrere Stunden.
- Zweite Farbschicht auftragen: Nach dem Trocknen der ersten Schicht tragen Sie eine zweite, dünne Schicht Farbe auf. Wiederholen Sie den Prozess aus dem ersten Durchgang für ein gleichmäßiges Ergebnis.
Nacharbeiten
- Leicht schleifen: Um eine glatte Oberfläche zu gewährleisten, rauen Sie die getrocknete Farbe leicht mit feinem Schleifpapier an, bevor Sie die letzte Schicht auftragen.
- Letzte Schicht: Tragen Sie abschließend eine weitere dünne Farbschicht auf und lassen Sie diese gut trocknen. Dies sorgt für eine möglichst langlebige und gleichmäßige Oberfläche.
- Abklebungen entfernen: Entfernen Sie nach dem vollständigen Trocknen der letzten Schicht sorgfältig alle Abklebungen und Abdeckungen.
Durch diese Schritte können Sie sicherstellen, dass Ihr Anstrich fachkundig aussieht und lange hält. Achten Sie darauf, alle Anweisungen der Farbhersteller zu beachten, um das bestmögliche Ergebnis zu erzielen.
Tür- und Fensterdichtungen austauschen
Undichte Tür- und Fensterdichtungen können erheblich zu Energieverlusten beitragen. Der Austausch dieser Dichtungen ist in der Regel unkompliziert und kann mit einfachen Werkzeugen in wenigen Schritten selbst durchgeführt werden. Hier erfahren Sie, wie Sie dabei vorgehen:
Werkzeuge und Materialien
- Reinigungsmittel (z.B. Spiritus)
- Ein weiches Tuch
- Neue Dichtungsbänder
- Cuttermesser oder Schere
Glühbirnen und Schalter austauschen
Defekte Glühbirnen und Schalter können Sie mit der richtigen Vorgehensweise sicher selbst austauschen. Hier erfahren Sie, wie dies Schritt für Schritt gelingt.
Glühbirne wechseln
Eine defekte Glühbirne auszutauschen ist recht unkompliziert:
- Strom unterbrechen: Schalten Sie zunächst den zugehörigen Lichtschalter aus. Um auf Nummer sicher zu gehen, können Sie zusätzlich die betreffende Sicherung herausdrehen.
- Glühbirne entfernen: Wenn die Lampe kürzlich noch in Betrieb war, lassen Sie die Glühbirne einige Minuten abkühlen. Schrauben oder ziehen Sie die defekte Glühbirne vorsichtig aus der Fassung.
- Neue Glühbirne einsetzen: Stellen Sie sicher, dass die neue Glühbirne mit der vorhandenen Fassung und Leistung (Watt) kompatibel ist. Schrauben oder drücken Sie die neue Glühbirne fest in die Fassung.
- Strom wiederherstellen: Drehen Sie die Sicherung wieder hinein und schalten Sie das Licht an, um die Funktion der neuen Glühbirne zu prüfen.
Lichtschalter austauschen
Der Austausch eines defekten Schalters erfordert ganz besondere Vorsicht:
- Strom abschalten: Schalten Sie die Hauptsicherung für den Bereich aus, in dem sich der defekte Schalter befindet. Überprüfen Sie mit einem Spannungsprüfer, ob tatsächlich kein Strom mehr fließt.
- Schalter entfernen: Entfernen Sie die Abdeckung des Schalters, indem Sie die Schrauben lösen. Ziehen Sie den Schalter vorsichtig heraus und notieren Sie sich, wie die Kabel angeschlossen sind.
- Kabel trennen: Lösen Sie die Kabel vom defekten Schalter. Achten Sie darauf, die Reihenfolge zu merken, um Fehler beim Anschließen des neuen Schalters zu vermeiden.
- Neuen Schalter anschließen: Verbinden Sie die Kabel mit dem neuen Schalter entsprechend den vorherigen Anschlussstellen. Achten Sie darauf, dass alle Verbindungen fest und sicher sind.
- Schalter montieren: Setzen Sie den neuen Schalter in die Öffnung und befestigen Sie ihn mit den Schrauben. Montieren Sie abschließend die Abdeckung.
- Strom wieder einschalten: Schalten Sie die Hauptsicherung wieder ein und testen Sie den neuen Schalter auf seine Funktionalität.
Durch Beachtung dieser Schritte können Sie sowohl den Austausch von Glühbirnen als auch von Lichtschaltern sicher und effizient selbst durchführen. Denken Sie immer daran, Sicherheit steht an erster Stelle.
Komplexe Reparaturen: Wann Sie eine Fachkraft beauftragen sollten
Bei einigen Reparaturen ist die Beauftragung einer Fachkraft nicht nur empfehlenswert, sondern unerlässlich, um die Sicherheit und Langlebigkeit Ihres Zuhauses zu gewährleisten. Insbesondere bei folgenden Arbeiten sollten Sie auf professionelle Hilfe zurückgreifen:
- Elektrische Arbeiten: Elektrische Installationen und Reparaturen bergen ein hohes Risiko für Stromschläge und Brände. Qualifizierte Elektriker verfügen über das nötige Wissen und die richtige Ausrüstung, um diese Arbeiten sicher und normgerecht auszuführen.
- Heizungs- und Klimaanlagen: Die Funktionsweise und Wartung dieser Systeme sind komplex und erfordern tiefgehendes technisches Wissen. Fachkräfte können sicherstellen, dass Ihre Heizungs- und Klimaanlagen effizient und sicher arbeiten, was langfristig auch Energiekosten senkt.
- Dachreparaturen: Arbeiten am Dach, sei es das Auswechseln von Ziegeln oder das Abdichten von Leckagen, sollten von einem Dachdecker durchgeführt werden. Unsachgemäße Reparaturen können zu erheblichen Wasserschäden und zur Beeinträchtigung der Gebäudestruktur führen.
- Strukturelle Reparaturen: Jegliche Arbeiten an tragenden Wänden, Fundamenten oder dem Mauerwerk erfordern fachkundiges Know-how. Ein erfahrener Bauunternehmer kann diese Arbeiten korrekt und sicher ausführen, um die Stabilität Ihres Hauses nicht zu gefährden.
- Sanitärinstallationen: Bei umfangreichen Sanitärarbeiten, wie dem Verlegen neuer Rohre oder der Reparatur von Abwasserleitungen, ist es ratsam, einen Installateur zu beauftragen. Fachkräfte können sicherstellen, dass alle Anschlüsse dicht sind und ordnungsgemäß funktionieren, wodurch kostspielige Wasserschäden vermieden werden.
Eine Fachkraft hat nicht nur das notwendige Fachwissen und die Erfahrung, sondern auch die spezialisierten Werkzeuge und Materialien für eine professionelle und zügige Reparatur. Dies spart Ihnen nicht nur Zeit und Nerven, sondern sichert auch eine langlebige und funktionale Lösung für Ihr Zuhause.