Installationsschacht Brandschutz: Vorschriften und Lösungen
Installationsschächte können im Brandfall durch den sogenannten Kamineffekt Feuer und Rauch schnell verbreiten. Daher ist effizienter Brandschutz für die Sicherheit unerlässlich. In Deutschland regelt die DIN 4102-Norm die Brandschutzeigenschaften von Baustoffen und die Bauweise von Installationsschächten.
Methoden des Brandschutzes
Um den Brandschutz in Installationsschächten zu gewährleisten, stehen Ihnen verschiedene, auf spezifische Bauanforderungen abgestimmte Methoden zur Verfügung:
1. Massive Schachtwände:
- Errichten Sie Schachtwände aus nichtbrennbaren Materialien mit derselben Feuerwiderstandsdauer wie die durchdrungenen Decken (z.B. F30, F60, F90).
- Bei normgerechter Ausführung sind keine zusätzlichen Nachweise erforderlich.
2. Schachtwände in Trockenbauweise:
Nutzen Sie Gipskartonplatten oder Silikat-Brandschutzbauplatten. Diese benötigen ein allgemeines bauaufsichtliches Prüfzeugnis (AbP) des Systemherstellers, welches die Details zur Ausführung regelt.
3. Einblasdämmung:
Diese Methode verwendet nichtbrennbares Dämmmaterial, das in den Schacht eingeblasen wird, um die Luftdurchlässigkeit zu minimieren und den Kamineffekt zu reduzieren. Wählen Sie ein System, das eine Feuerwiderstandsdauer von mindestens 90 Minuten bietet.
Wichtige Aspekte
- Materialien: Verwenden Sie stets nichtbrennbare Baustoffe gemäß den Anforderungen der DIN 4102.
- Geschossdecken: Alle Geschossdecken müssen besonders abgeschottet werden, wenn der Schacht brennbare Leitungen führt.
- Prüfzeugnisse: Für viele Konstruktionen benötigen Sie spezifische bauaufsichtliche Prüfzeugnisse, die sicherstellen, dass alle Anforderungen an den Brandschutz erfüllt sind.
Ein wirksamer Brandschutz in Installationsschächten wird durch Beachtung der vorgeschriebenen Normen sowie sorgfältige Auswahl der richtigen Materialien und Methoden erreicht.
Revisionsöffnungsverschlüsse
Revisionsöffnungen in Installationsschächten erfordern besondere Aufmerksamkeit, um Brandlasten effektiv einzudämmen. Diese Öffnungen müssen aus nichtbrennbaren Materialien gefertigt sein und dieselbe Feuerwiderstandsklasse wie die Schachtwände besitzen. Eine umlaufende Zarge und ein dichter Abschluss sind essenziell für die notwendige Dichtheit.
Um im Brandfall Rauch und Hitze vom Eindringen abzuhalten, ist ein geprüfter Rauchschutz nach DIN 18095 empfehlenswert. Konventionelle Brandschutztüren sind oft ungeeignet, da sie höheren Temperaturtoleranzen ausgesetzt sind und die Anforderungen an die Feuerwiderstandsfähigkeit in Installationsschächten nicht erfüllen.
Wählen Sie Revisionsöffnungsverschlüsse, die speziell für Installationsschächte zugelassen sind, um die Effizienz des Brandschutzes nicht zu beeinträchtigen. Planen Sie diese Elemente sorgfältig ein, um eine normgerechte Gesamtinstallation zu erreichen.
Entrauchung von Installationsschächten
Im Brandfall kann es in Installationsschächten zu einer schnellen Ausbreitung von Rauch und Überdruck kommen. Die Entrauchung über das Dach ist eine wirkungsvolle Maßnahme, um die Sicherheit zu erhöhen. Es wird empfohlen, durchgehende Installationsschächte mit brennbaren Leitungen mit einem Rauchabzug auszustatten.
Die Entrauchungsanlage sollte einen freien Querschnitt von mindestens 2,5% der Schachtgrundfläche, jedoch mindestens 0,10 m², aufweisen. Zudem muss die Entrauchungsleitung als klassifizierte Lüftungsleitung in der Feuerwiderstandsklasse L ausgeführt sein, um eine sichere Ableitung von Rauch zu gewährleisten und die Ausbreitung in angrenzende Brandabschnitte zu verhindern.
Planen und dimensionieren Sie die Entrauchungsleitungen sorgfältig, um im Brandfall eine wirksame Entrauchung sicherzustellen. Dies trägt zur Kontrolle der Rauchentwicklung und zur Gewährleistung sicherer Flucht- und Rettungsmöglichkeiten bei.
Schachtsanierungen
Bestehende Installationsschächte, die nicht den aktuellen Brandschutzanforderungen genügen, müssen dringend saniert werden. Eine unsachgemäße Ausführung oder fehlende Deckenverschlüsse können im Brandfall die Ausbreitung von Feuer und Rauch erheblich begünstigen.
Schritt-für-Schritt zur sicheren Sanierung
1. Bestandsaufnahme und Planung:
- Führen Sie eine umfassende Analyse des aktuellen Zustands der Installationsschächte durch.
- Erstellen Sie einen Sanierungsplan unter Berücksichtigung der geltenden Normen und Vorschriften.
2. Wahl der passenden Materialien und Verfahren:
- Wählen Sie zugelassene, feuerwiderstandsfähige Schacht- und Abschottungssysteme, die die spezifischen Anforderungen des Gebäudes erfüllen.
- Nutzen Sie nichtbrennbare Materialien für Schachtwände und geeignete Abschottungssysteme.
3. Fachkundige Ausführung:
- Achten Sie auf eine ordnungsgemäße Abdichtung von Rohr- und Kabeldurchführungen.
- Stellen Sie sicher, dass alle Arbeiten gemäß den bauaufsichtlichen Prüfzeugnissen und den Vorschriften der DIN 4102-Norm durchgeführt werden.
4. Abschottung und Deckenverschlüsse:
- Implementieren Sie Deckenabschottungen zwischen den Geschossen, insbesondere bei Schächten mit brennbaren Leitungen.
- Verwenden Sie Mörtelvergüsse oder andere geeignete Abschottungssysteme an kritischen Durchführungsstellen.
Durch eine sorgfältig geplante und fachkundig ausgeführte Schachtsanierung können Sie sicherstellen, dass Ihr Gebäude optimal vor Brandgefahren geschützt ist.