Schimmel an der Innenwand: Was tun?
Wenn sich Schimmel bereits in den Innenwänden gezeigt hat, ist schnelles Handeln gefragt. Hier sind die Schritte, die Sie unternehmen sollten, um den Schimmel zu bekämpfen und zukünftigen Befall zu verhindern:
1. Schimmel gründlich entfernen: Nutzen Sie einen antimikrobiellen Schimmelentferner, um alle betroffenen Stellen zu behandeln. Lassen Sie das Mittel etwa 15-20 Minuten einwirken und reinigen Sie die Wände danach gründlich mit Wasser und einer Bürste. Wiederholen Sie den Vorgang bei starkem Befall.
2. Trocknen der Wände: Nach der Schimmelsanierung müssen die Wände vollständig trocknen. Dies kann einige Tage dauern. Verwenden Sie gegebenenfalls Luftentfeuchter oder Heizlüfter, um den Trocknungsprozess zu beschleunigen.
3. Kontrolle der Ursachen: Identifizieren Sie die Quelle der Feuchtigkeit. Dies können undichte Stellen, mangelhafte Dämmung oder schlechte Belüftung sein. Stellen Sie sicher, dass diese Probleme behoben werden, um eine erneute Schimmelbildung zu verhindern.
4. Vorbeugende Maßnahmen:
- Lüften: Regelmäßiges Stoßlüften reduziert die Feuchtigkeit im Raum und verhindert Schimmelbildung.
- Heizen: Halten Sie eine gleichmäßige Raumtemperatur aufrecht, um Kondensation zu vermeiden.
- Feuchtigkeitsregulierende Materialien: In feuchten Räumen sorgen spezielle Anstriche oder Putze dafür, dass Feuchtigkeit effektiv aufgenommen und abgegeben wird.
5. Innendämmung: Überlegen Sie, ob eine Innendämmung in den betroffenen Räumen Sinn macht. Materialien wie Kalziumsilikatplatten sind diffusionsoffen und wirken aufgrund ihrer alkalischen Eigenschaften schimmelhemmend.
6. Regelmäßige Kontrollen: Überprüfen Sie insbesondere in der kalten Jahreszeit Ihre Wände regelmäßig auf Anzeichen von Feuchtigkeit oder Schimmel, um rechtzeitig eingreifen zu können.
Indem Sie diese Schritte befolgen, können Sie die Schimmelbildung effektiv bekämpfen und ein gesundes Raumklima erhalten.
Sanierung mit Kalziumsilikatplatten
Kalziumsilikatplatten sind bestens geeignet, um Schimmel vorzubeugen und gleichzeitig die Dämmung Ihrer Innenwände zu verbessern. Diese Platten sind diffusionsoffen und kapillaraktiv, was bedeutet, dass sie Feuchtigkeit aufnehmen und wieder abgeben können. So gehen Sie bei der Sanierung vor:
- Untergrund vorbereiten: Entfernen Sie alle Tapeten, Farben und losen Putzteile von der Wand. Bei saugenden Untergründen tragen Sie eine Grundierung auf. Unebenheiten über 2 mm sollten mit einer geeigneten Ausgleichsmasse egalisiert werden.
- Platten zuschneiden: Schneiden Sie die Kalziumsilikatplatten mit einer Säge entsprechend den erforderlichen Maßen zu. Aussparungen für Steckdosen und Schalter fertigen Sie idealerweise mit einer Lochsäge.
- Kanten bearbeiten: Glätten Sie die Schnittkanten der Platten mit einem Kantenhobel, um einen nahtlosen Übergang zu ermöglichen.
- Kleber auftragen: Tragen Sie einen diffusionsoffenen Spezialkleber vollflächig mit einem Zahnspachtel auf die Rückseiten der Platten auf.
- Platten anbringen: Drücken Sie die Platten fest an die Wand, beginnend vom Boden aus. Achten Sie darauf, die Platten fugenversetzt anzubringen, um Kreuzfugen zu vermeiden. Bei Deckenanwendungen können zusätzliche Tellerdübel zur besseren Fixierung beitragen.
- Nahtstellen verspachteln: Verspachteln Sie die Stoßfugen der Platten mit dem Kleber, um eine geschlossene Oberfläche zu schaffen.
- Klebereste entfernen: Entfernen Sie überschüssigen Kleber sofort mit einem feuchten Tuch, bevor er aushärtet.
- Trocknungszeit einhalten: Lassen Sie die verklebten Platten mindestens 24 Stunden trocknen, bevor Sie die Oberflächen weiterbehandeln.
- Wandgestaltung: Nach vollständiger Trocknung können Sie die Wand streichen oder tapezieren. Verwenden Sie idealerweise diffusionsoffene Farben wie Silikatfarbe oder einen geeigneten Mineralputz.
Anwendung von Wärmedämmputz
Wärmedämmputz ist ein effektives Mittel, um Schimmelbildung an Innenwänden vorzubeugen und gleichzeitig die Energieeffizienz zu steigern. Dieser spezielle Putz enthält Dämmstoff-Zuschläge und verbindet so die Funktionen der Dämmung und des Verputzens in einem Produkt. Hier sind die Schritte zur fachgerechten Anwendung:
- Untergrund vorbereiten: Entfernen Sie zunächst alle losen Teile und reinigen Sie die Wand gründlich. Bei Altbauten ist es häufig nötig, ein Putzträgergewebe oder einen Vorspritzmörtel anzubringen, um eine sichere Haftung zu gewährleisten.
- Dämmputz auftragen: Der Wärmedämmputz kann sowohl maschinell als auch manuell in einer Schichtdicke von etwa 30 bis 100 mm aufgetragen werden. Diese Flexibilität ist besonders vorteilhaft bei unregelmäßigen Flächen oder Ecken.
- Oberfläche glätten: Sobald der Putz aufgetragen ist, sollte die Oberfläche geglättet und bei Bedarf während des Ansteifens leicht aufgeraut werden. So entsteht eine gleichmäßige Grundschicht für den Oberputz.
- Oberputz auftragen: Nach der vom Hersteller angegebenen Standzeit kann der Oberputz, idealerweise ein Kalkfeinputz, aufgetragen werden. Ein Armierungsgewebe wird eingebettet, um zusätzliche Stabilität zu bieten.
- Beschichtung: Nachdem der Oberputz getrocknet ist, können Sie die Wand mit einer Silikat-Innenfarbe streichen, die die Feuchtigkeitsregulierung des Putzsystems unterstützt.
Wärmedämmputz hilft, die Wärme im Raum zu halten und reduziert somit das Risiko von Kondenswasserbildung, besonders an schlecht zugänglichen Stellen wie Ecken oder Fensterrahmen. Dies führt letztendlich zu einer Reduzierung der Heizkosten und trägt zu einem gesunden Raumklima bei. Verwenden Sie diesen Putz vor allem dann, wenn es aus technischen oder denkmalgeschützten Gründen keine andere Möglichkeit zur Dämmung gibt.
Kalkputz als Schimmelschutz
Kalkputz bietet einen natürlichen und effektiven Schutz gegen Schimmelbildung. Seine hohe Alkalität hemmt das Schimmelwachstum, und der Putz reguliert die Luftfeuchtigkeit im Raum, was zu einem gesunden Raumklima beiträgt.
Anwendung von Kalkputz
- Vorbereitung der Wand: Entfernen Sie alte Tapeten und lose Putzreste von der Wand. Bei Bedarf müssen stark saugende Untergründe mit einem speziellen Grundiermittel vorbehandelt werden.
- Auftragen des Kalkputzes: Tragen Sie den Kalkputz in einer Schichtstärke von etwa 10-15 mm auf. An schwer zugänglichen Stellen kann auch eine dünnere Schicht von 1-3 mm ausreichend sein. Um die Haftung zu verbessern, kann Kalkglätte als zusätzliche Schicht aufgetragen werden.
- Nachbehandlung und Pflege: Nach der Trocknung, die je nach Schichtdicke und Raumfeuchtigkeit einige Tage dauern kann, ist es wichtig, auf einen diffusionsoffenen Endanstrich zu achten. Verwenden Sie hierfür Silikatfarbe oder spezielle Kalkfarben. Kalkputzoberflächen sollten nicht mit dichten Materialien überstrichen oder tapeziert werden, da dies die Diffusionsfähigkeit beeinträchtigen würde.
- Optimale Einsatzbereiche: Der Einsatz von Kalkputz eignet sich besonders für Räume mit hoher Feuchtigkeit, wie Badezimmer oder Keller. Auch in Wohnräumen trägt Kalkputz durch seine feuchtigkeitsregulierenden Eigenschaften zu einem angenehmen Klima bei.
Durch die Anwendung von Kalkputz schützen Sie Ihre Wände nachhaltig gegen Schimmelbefall und verbessern das Wohnraumklima erheblich. Achten Sie bei der Verarbeitung auf saubere Arbeit und die Verwendung diffusionsoffener, natürlicher Materialien, um die schimmelhemmenden Eigenschaften vollständig auszunutzen.