Kammputz richtig herstellen und anwenden
Um einen gleichmäßigen Kammputz zu erzielen, benötigen Sie das richtige Werkzeug und die korrekte Technik. Zunächst tragen Sie den Putz auf den vorbereiteten Untergrund auf, wobei die Schichtdicke etwas über der Korngröße des Putzes liegen sollte. Verwenden Sie eine Glättkelle, um den Putz gleichmäßig aufzutragen und anschließend mit einer Zahntraufel abzuziehen, um eine gleichmäßige Schichtdicke zu gewährleisten.
Bevor Sie mit der Strukturierung beginnen, lassen Sie den Putz leicht ansteifen, besonders bei mineralischen Putzen, um ein Durchdrücken des Kamms auf den Untergrund zu verhindern.
Strukturierung des Kammputzes
Verwenden Sie ein gezahntes Werkzeug, um Linien in den noch feuchten Putz zu ziehen. Arbeiten Sie gleichmäßig und mit leichtem Druck, um ein einheitliches Muster zu erzeugen. Zwei Methoden bieten sich an:
- Freihändig: Für eine natürliche, leicht unregelmäßige Optik.
- Entlang einer Schiene: Für gleichmäßige, gerade Linien, besonders bei großen Flächen geeignet.
Vorgehensweise
- Werkzeug ansetzen: Beginnen Sie in einer Ecke oder an einer Kante, um einen einheitlichen Startpunkt zu haben.
- Ziehen der Linien: Führen Sie den Kamm gleichmäßig über den Putz ohne Unterbrechungen.
- Überschüssigen Putz entfernen: Reinigen Sie das Werkzeug regelmäßig.
Tipps für die Anwendung
- Musterflächen anlegen: Üben Sie zunächst auf einer kleinen Fläche, um sich mit der Technik vertraut zu machen.
- Teamarbeit: Arbeiten Sie bei großen Flächen idealerweise zu zweit, um eine gleichmäßige Oberfläche zu erzielen.
- Ansätze minimieren: Setzen Sie Übergänge bewusst in die Gestaltung ein.
- Ecken und Kanten: Arbeiten Sie hier besonders sorgfältig. Lassen Sie einen unstrukturierten Rand, um einen sauberen Abschluss zu erhalten.
Die Methode mit zweilagigem Aufbau
Diese traditionelle Verfahrensweise besteht aus zwei Putzschichten und hilft, eine gleichmäßige Struktur zu erzielen.
- Untergrund vorbereiten: Stellen Sie sicher, dass der Untergrund frei von Staub, Fett und Rissen ist. Stark saugende Untergründe sollten vorgenässt werden.
- Unterputz auftragen: Tragen Sie einen kalk- oder kalkzementgebundenen Mörtel auf. Diese Schicht dient als Basis und sollte vollständig trocknen. Ein Tag Trocknungszeit pro Millimeter Putzdicke ist eine gängige Faustregel. Alternativ kann auch ein gut haftender Altputz oder die Armierungsschicht eines Wärmedämm-Verbundsystems (WDVS) verwendet werden.
- Oberputz auftragen: Nach ausreichender Trocknung des Unterputzes wird der Oberputz aufgetragen. Verwenden Sie Mörtel wie Renovierputze und reine Kalkputze. Ziehen Sie den Putz gleichmäßig ab und glätten Sie ihn für eine saubere Basis.
- Struktur einbringen: Ziehen Sie mit einem speziell geformten Kamm die gewünschte Struktur in den noch feuchten Putz, von oben nach unten und durchgehend in eine Richtung.
- Arbeitsweise für große Flächen: Spannen Sie eine Schnur oder befestigen Sie ein Brett waagerecht an der Wand als Führungsleiste.
Die Methode mit einlagigem Aufbau
Diese Methode ist effizienter als die zweilagige Technik und eignet sich für pastöse und mineralische Putze.
- Vorbereitung des Untergrunds: Stellen Sie sicher, dass der Untergrund sauber, staubfrei und rissfrei ist. Stark saugende Untergründe müssen vornässen, um ein effizientes Abbinden des Putzmörtels zu gewährleisten.
- Putzauftrag: Ziehen Sie den Putz in der gewünschten Schichtdicke mit einer Glättkelle auf. Verwenden Sie eine Zahntraufel und glätten Sie dann die Oberfläche mit einem Flächenspachtel.
- Einbringen der Struktur: Kämmen Sie den frischen Putz gleichmäßig ohne den Untergrund durchzudrücken. Reinigen Sie das Werkzeug nach jedem Zug.
- Bearbeitung von Ecken und Öffnungen: Arbeiten Sie von Ecken und Kanten in die Fläche hinein. Setzen Sie in den Innenecken im 45-Grad-Winkel an und führen Sie die Struktur gleichmäßig über Außenecken hinweg.
Werkzeuge für den Kammputz
Spezielle Werkzeuge sind für eine gleichmäßige Kammputzstruktur unerlässlich:
- Putzkämme: Aus Materialien wie Stahl oder Hartholz, in verschiedenen Zahngrößen und -formen.
- Gezahnte Glätter: Ideal zum Einbringen von gleichmäßigen Linien.
- Metallschablonen: Bieten kreative Freiheiten für einzigartige Muster.
- Strukturroller: Für größere Flächen geeignet.
Zusätzliches Zubehör:
- Reibebrett und Schwammbrett: Zum Glätten und Anpassen.
- Wasserwaage: Um die ebene Fläche sicherzustellen.
- Verschiedene Kellen: Zahntraufeln, Glättkellen und Maurerkellen in verschiedenen Größen.
Achten Sie auf ergonomisch geformte Griffe und bereiten Sie eine Musterfläche vor, um Technik und Werkzeug aufeinander abzustimmen.
Tipps für ein perfektes Ergebnis
- Werkzeugauswahl: Verwenden Sie geeignete Strukturwerkzeuge und halten Sie diese sauber.
- Timing und Handhabung: Achten Sie darauf, dass der Putz die richtige Konsistenz hat.
- Arbeiten an Ecken und Kanten: Beginnen Sie stets an Ecken oder Kanten und arbeiten Sie systematisch.
- Vermeidung von Schmutzeinlagerungen: Überlegen Sie sich, ob Kammputz geeignet ist, wenn Ihre Fassade an einer stark befahrenen Straße liegt.
- Rahmen an Ecken: Sie können an den Ecken bewusst unstrukturierte Streifen lassen.
- Dicke der Putzschicht: Die Putzdicke sollte leicht über der Korngröße des Putzmaterials liegen.
- Vermeiden von Rissen: Nässern Sie stark saugende Untergründe vor.
- Nachbearbeitung: Kleine Fehler können mit einem Spachtel korrigiert werden.
Mit diesen Tipps schaffen Sie eine gleichmäßige und ansprechende Kammputz-Fassade. Viel Erfolg bei Ihrem Projekt!