Die Macht des Bambus: Kann er Beton durchdringen?
Bambus ist für sein kräftiges und schnelles Wachstum bekannt, insbesondere durch die unterirdischen Rhizome, die sich unermüdlich ausbreiten. Unter bestimmten Bedingungen kann Bambus tatsächlich Beton durchdringen. Dies geschieht meist an Schwachstellen oder bereits bestehenden Rissen im Beton, wo der Bambus die Lücken nutzt, um sich weiter auszubreiten und mit zunehmendem Druck den Beton zu verdrängen. Ein intaktes, dickes Betonfundament stellt jedoch in der Regel eine wirksame Barriere dar, insbesondere wenn es keine vorhandenen Schwachstellen aufweist und sorgfältig installiert wurde.
Um dieses aggressive Wachstum von Bambus zu verhindern und Schäden vorzubeugen, sollten Sie stets einen wachsamen Blick auf Ihren Garten und die Rhizome Ihres Bambus haben. Die Installation einer Rhizomsperre ist entscheidend. Diese besteht aus dickem, widerstandsfähigem Material und sollte tief genug eingegraben werden, um das Wurzelwachstum effektiv einzuschränken. Alternativ bietet auch ein tiefes Betonfundament, das aus dem Boden herausragt, eine sehr sichere Lösung, erfordert jedoch einen gewissen Aufwand.
Methoden zur Eingrenzung von Bambus
Um das unkontrollierte Wachstum von Bambus in Ihrem Garten zu verhindern, sollten Sie gezielte Maßnahmen ergreifen. Hier sind die bewährtesten Methoden zur Kontrolle von Bambus:
1. Rhizomsperre installieren: Eine der zuverlässigsten Methoden zur Eingrenzung ist die Installation einer Rhizomsperre. Diese besteht aus widerstandsfähigem Material wie HDPE (High-Density Polyethylen) oder ECB (Ethylen-Copolymer-Bitumen).
Vorgehensweise: Heben Sie einen Graben rund um die Pflanzstelle aus, der mindestens 70 cm tief und idealerweise 1 Meter breit ist. Verankern Sie die Rhizomsperre senkrecht im Graben und sorgen Sie dafür, dass sie aus dem Boden herausragt, um ein Überwinden zu verhindern. Verschließen Sie die Folie an den Enden sorgfältig und füllen Sie den Graben wieder mit Erde auf.
2. Regelmäßiges Rhizom-Abstechen mit einem offenen Graben: Alternativ zur durchgehenden Rhizomsperre können Sie einen offenen Graben anlegen.
Vorgehensweise: Legen Sie einen Graben von etwa 40 cm Tiefe an und lassen Sie an einer zugänglichen Stelle einen offenen Bereich, durch den die Rhizome wachsen können. Schneiden Sie die austretenden Rhizome regelmäßig ab, um deren Ausbreitung zu stoppen.
3. Zusätzlicher Schutz mit Beton: Um zusätzliche Sicherheit zu gewährleisten, kann die Rhizomsperre in eine Betonumrandung gesetzt werden.
Vorgehensweise: Gießen Sie vor dem Einsetzen der Rhizomsperre eine Schicht Beton in den Graben. Dies verhindert, dass die Rhizome durch Unebenheiten im Boden unter der Sperre hindurchwachsen.
Unabhängig von der gewählten Methode sollten Sie die Rhizome regelmäßig kontrollieren und gegebenenfalls zurückschneiden, um eine unkontrollierte Ausbreitung zu verhindern. Indem Sie diese Maßnahmen ergreifen, können Sie die kraftvolle und dekorative Natur des Bambus genießen, ohne Schäden an Ihrem Garten oder den benachbarten Grundstücken zu riskieren.
Bambus im Garten: Zusätzliche Hinweise
Zusätzlich zu den Maßnahmen zur Kontrolle des Bambuswachstums gibt es einige hilfreiche Tipps, die das Gedeihen Ihrer Bambuspflanzen im Garten unterstützen:
- Überwinterung: Die jungen Bambuspflanzen sollten in den ersten Standjahren vor extremen Winterbedingungen geschützt werden. Bedecken Sie den Wurzelbereich mit einer Schicht Laub und binden Sie die Halme locker zusammen, um sie vor Wintersonne und kalten Winden zu schützen.
- Wasserhaushalt: Bambus hat einen hohen Wasserbedarf. Achten Sie darauf, Ihre Bambuspflanzen regelmäßig zu gießen, besonders in Trockenperioden und an heißen Tagen. Bambus in Kübeln ist besonders anfällig für Trockenheit und sollte daher häufiger bewässert werden.
- Standort fern von Teichen: Pflanzen Sie Bambus nicht in der Nähe von Teichen oder anderen Wasseranlagen, da die Rhizome die Folien durchdringen können. Für solche Bereiche eignen sich besser nicht wuchernde Bambusarten wie Fargesia.
- Platzbedarf: Planen Sie ausreichend Platz für Ihre Bambuspflanzen ein. Für mittelhohe Sorten sollten etwa 10 m² vorgesehen werden, in wärmeren Regionen entsprechend mehr. Hohe Sorten wie Phyllostachys benötigen mindestens 20 m², um langfristigen Platzproblemen vorzubeugen.
- Düngung: Da Bambus eine hohe Nährstoffdichte benötigt, empfiehlt sich eine regelmäßige Düngung. Verwenden Sie einen Stickstoff-dominanten Dünger, um das Wachstum zu unterstützen. Kontrollieren und justieren Sie die Düngermenge in Abhängigkeit von der Wachstumsphase der Pflanze.
Durch die Beachtung dieser Hinweise können Sie sicherstellen, dass Ihr Bambus optimal gedeiht und gleichzeitig das Risiko einer unkontrollierten Ausbreitung minimiert wird. So genießen Sie die dekorative und zugleich dynamische Präsenz Ihres Bambus im Garten.