Was sind Klinkersteine?
Klinkersteine sind robuste Mauer- und Pflastersteine, die aus natürlichen Materialien wie Ton, Lehm und Feldspat hergestellt werden. Sie werden bei sehr hohen Temperaturen von bis zu 1.300°C gebrannt, was ihre Poren schließt und ihnen eine hohe Dichte sowie eine glasartige Oberfläche verleiht. Diese Eigenschaften machen sie besonders widerstandsfähig gegenüber Witterungseinflüssen und extrem frostbeständig. Da ihre Wasseraufnahme unter 6 % liegt, eignen sie sich ideal für den Einsatz im Außenbereich.
Typischerweise werden Klinkersteine als Sichtmauerwerk eingesetzt und nicht verputzt, was ihnen ihre charakteristische Optik verleiht. Sie sind in vielfältigen Farben und Formaten erhältlich, von kräftigen Rottönen bis hin zu eleganten Grautönen. Diese vielseitigen Gestaltungsmöglichkeiten machen sie zu einer beliebten Wahl für Fassaden, Terrassen und Wege.
Herstellung von Klinkersteinen
Die Herstellung beginnt mit der Auswahl und Mischung der Rohstoffe, hauptsächlich Ton, Lehm und Feldspat. Diese werden zu einer feinen Masse verarbeitet und zu Rohlingen geformt. Es gibt unterschiedliche Verfahren zur Formgebung, die das finale Erscheinungsbild der Klinkersteine beeinflussen:
- Strangpressverfahren: Die Tonmasse wird durch eine Vakuumpresse gedrückt und zu einem langen Strang geformt, der in gleichmäßige Stücke geschnitten wird.
- Handformverfahren: Der Ton wird per Hand oder maschinell in mit Sand präparierte Formen gedrückt, was zu individuellen Formen mit charakteristischen Faltungen und Rillen führt.
- Wasserstrichverfahren: Der Ton wird mit Wasser aus der Form gelöst, wodurch eine glatte Oberfläche mit typischen Schlieren entsteht.
- Ringofenverfahren: Traditionelle Methode, bei der die Steine im Ringofen gebrannt werden, was zu ungleichmäßig gebrannten Unikaten führt.
Nach der Formgebung werden die Rohlinge getrocknet, um den Wassergehalt auf etwa 2-3 % zu reduzieren. Anschließend erfolgt der Brennvorgang bei Temperaturen zwischen 1100°C und 1300°C, wodurch die Poren der Oberfläche geschlossen werden. Das Ergebnis ist ein extrem robuster und wetterbeständiger Stein.
Farben und Formen von Klinkersteinen
Klinkersteine bieten eine beeindruckende Farb- und Formenvielfalt, die Ihnen zahllose Gestaltungsmöglichkeiten für Ihre Projekte eröffnet. Die Farbpalette reicht von hellen Tönen wie Weiß und Gelb bis hin zu intensiven Rottönen, sanften Ockerfarben, eleganten Grautönen und tiefem Schwarz. Diese Bandbreite entsteht durch die mineralischen Zusammensetzungen der Tonerden sowie durch das variierende Brennverfahren. Beispielsweise erhält der traditionelle Torfbrandklinker seine grünliche Färbung durch das Brennen über Torffeuer.
Neben der Farbvielfalt gibt es verschiedene Oberflächenbeschaffenheiten und Veredelungen, die zur einzigartigen Optik der Klinkersteine beitragen, wie matte oder glänzende Oberflächen und glatte oder raue Strukturen.
Auch bei den Formaten und Ausmaßen der Klinkersteine finden Sie eine große Auswahl, die je nach DIN-Norm definiert ist. Die gängigsten Maße umfassen das Normalformat (240 x 115 x 71 mm), welches klassisch und weit verbreitet ist, sowie das Dünnformat, Waalformat, Lang-Dünnformat und Waaldickformat. Diese verschiedenen Formate beeinflussen sowohl die visuelle Wirkung einer Fassade als auch deren statische und technische Eigenschaften.
Klinkerriemchen
Klinkerriemchen sind dünne, langlebige Platten aus gebranntem Ton, die direkt aus Klinkersteinen geschnitten oder extra als Spaltplatten gefertigt werden. Mit einer Dicke zwischen 10 und 20 mm bieten sie eine optisch identische Alternative zu herkömmlichen Klinkersteinen bei geringeren statischen Anforderungen. Diese schlanken Verblender eignen sich für Innen- und Außenbereiche und lassen sich direkt auf Wand- oder Fassadenflächen befestigen, was sie ideal für Fassadensanierungen und Neubauten macht. Sie können die Riemchen auch problemlos auf Wärmedämmungen anbringen, indem Sie geeigneten Klebemörtel nutzen.
Klinkerriemchen sind in einer beeindruckenden Vielfalt an Farben und Oberflächenstrukturen erhältlich, die von naturgetreuem Grau, Rot, Weiß bis hin zu kräftigen Farbtönen reichen. Ihre Gestaltungsmöglichkeiten sind nahezu unbegrenzt, was besonders bei der Akzentuierung von Fassaden oder der Einrichtung von Treppen und Säulen vorteilhaft ist. Zudem sind sie umweltschonend und recycelbar.
Hervorzuheben ist auch die Anpassungsfähigkeit hinsichtlich der Wasseraufnahme: je nach Bedarf können Sie zwischen Varianten mit unterschiedlicher Wasseraufnahmefähigkeit wählen. Weitere Vorteile umfassen die Langlebigkeit und Pflegeleichtigkeit sowie die Feuer- und Frostbeständigkeit.
Verlegemöglichkeiten von Klinkerriemchen
Bei der Verlegung von Klinkerriemchen gibt es verschiedene Techniken, die es Ihnen ermöglichen, eine stilvolle und langlebige Wandverkleidung zu schaffen. Welche Methode Sie wählen, hängt von Ihren ästhetischen Vorlieben und dem gewünschten Verwendungszweck ab.
Buttering-Floating-Verfahren
Diese Technik eignet sich besonders für die Anbringung auf Wärmedämmverbundsystemen (WDVS). Hierbei wird sowohl die Wandfläche als auch die Rückseite der Klinkerriemchen mit einer Klebemörtelschicht bestrichen. Anschließend drücken Sie die Riemchen in das frische Klebebett. Diese Methode garantiert eine starke Haftung und eine gleichmäßige Lastverteilung.
Schattenfuge
Die Schattenfuge ist eine gestalterisch ansprechende Verlegemethode, bei der zwischen den Klinkerriemchen offene Fugen entstehen. Diese Technik erzeugt faszinierende Licht- und Schatteneffekte und verleiht der Fassade eine besondere Tiefenwirkung. Hierbei werden die Riemchen in frischen Glattputz geklebt, sodass keine nachträgliche Verfugung nötig ist. Mit einem Fugenglattstrich wird die Fuge nach dem Antrocknen des Mörtels geglättet.
Vollfuge
Wenn Sie eine geschlossene Fugenoptik bevorzugen, empfiehlt sich die Verlegung mit Vollfuge. Dabei wird der Zwischenraum zwischen den Riemchen vollständig mit Fugenmörtel ausgefüllt. Dies kann während oder nach der Verlegetätigkeit erfolgen. Der Mörtelabschluss trägt zur Stabilität des Mauerwerks bei und lässt sich farblich individuell anpassen, um zusätzliche Gestaltungselemente zu integrieren.
Fassadenverkleidung und Akzentuierung
Klinkerriemchen eignen sich hervorragend sowohl für umfassende Fassadenverkleidungen als auch für die Akzentuierung bestimmter Bauteile wie Säulen oder Treppen. Dank ihrer vielfältigen Farb- und Strukturmöglichkeiten können Sie hierbei unterschiedlichste Stilrichtungen verwirklichen – von rustikal bis elegant.
Wichtige Hinweise zur Verlegung
- Vorbereitung des Untergrunds: Stellen Sie sicher, dass die Wandfläche sauber, trocken und tragfähig ist, bevor Sie mit der Verlegung beginnen.
- Verlegeempfehlungen beachten: Befolgen Sie stets die Herstellervorgaben und Verlegehinweise, um optimale Ergebnisse zu erzielen und die Lebensdauer der Verkleidung zu maximieren.
- Materialwahl: Wählen Sie den Klebemörtel und Fugenmörtel so, dass sie auf die spezifischen Anforderungen Ihres Projekts abgestimmt sind, insbesondere hinsichtlich der Witterungsbeständigkeit und der gewünschten Optik.
Durch die vielseitigen Verlegemöglichkeiten können Sie Klinkerriemchen individuell an Ihre Bedürfnisse anpassen und sowohl funktionale als auch ästhetische Vorteile nutzen. Nutzen Sie diese Techniken für eine nachhaltige und ansprechende Wandverkleidung in Ihrem Projekt.