Was ist die Lasurtechnik und wie funktioniert sie?
Die Lasurtechnik ist eine Maltechnik, die durch ihre Transparenz und die Fähigkeit, eindrucksvolle Farbverläufe zu erzeugen, besonders in der Dekorationsmalerei beliebt ist. Sie basiert auf dem Auftrag einer nicht deckenden Farbschicht, genannt Lasur, auf einen vorbereiteten Untergrund wie Putz, Beton oder andere zementgebundene Baustoffe.
Diese halbtransparente Lasur wird mit verschiedenen Werkzeugen wie Pinseln, Rollen oder Schwämmen aufgetragen. Das Besondere dabei ist, dass die Lasur teilweise in den Untergrund eindringt, wodurch dessen Struktur betont wird. Dadurch bleibt die Textur des Untergrundes sichtbar und verleiht der Oberfläche eine besondere Tiefe und Lebendigkeit, die sich je nach Lichteinfall und Blickwinkel verändert.
Es kommen unter anderem verarbeitungsfertige Lasuren auf Reinacrylat-Basis zum Einsatz, die sich durch Wetterbeständigkeit, Wasserabweisung und Dampfdiffusionsoffenheit auszeichnen. Diese Eigenschaften machen die Lasurtechnik sowohl für den Innen- als auch für den Außenbereich geeignet und verleihen Wänden und Fassaden ein dynamisches und ansprechendes Aussehen.
Ein wichtiger Aspekt dieser Technik ist die Möglichkeit, mit verschiedenen Farbschichten zu arbeiten, ohne den ursprünglichen Charakter des Untergrundes zu überdecken. Die transparente Beschichtung beeinflusst die Wirkung des Farbtons und betont die ursprüngliche Textur, wodurch ein harmonisches und faszinierendes Erscheinungsbild entsteht.
Methoden der Lasurtechnik
Es gibt viele Methoden der Lasurtechnik, die es Ihnen ermöglichen, Ihre Wände individuell und kreativ zu gestalten. Hier sind einige Techniken, die Sie anwenden können, um unterschiedliche Effekte zu erzielen:
- Wischtechnik: Eine weit verbreitete Methode, bei der eine Streichbürste leicht in die Lasur getaucht und dann abgeklopft wird. Die Lasur wird in geschwungenen Bewegungen, wie etwa in Form einer liegenden Acht, aufgetragen, was eine sanft wolkige Optik erzeugt.
- Spachteltechnik: Hierbei wird die Lasur mit einem Spachtel aufgetragen und verstrichen, um eine strukturierte Oberfläche mit interessanten Licht- und Schatteneffekten zu schaffen. Durch Variieren des Drucks und der Bewegungen können individuelle Effekte erzielt werden.
- Stupftechnik: Ein Schwamm wird in die Lasur getaucht, ausgedrückt und dann auf die Wand gestupft, wodurch kleine Tupfer entstehen. Diese Technik lässt sich gut mit der Wischtechnik kombinieren, um zusätzliche Texturen und Tiefen zu erzeugen.
- Pinseltechnik: Mit einem Pinsel lassen sich feine Details und gezielte Muster erzeugen. Diese Methode eignet sich besonders für kleinere Flächen oder zur Betonung bestimmter Wandabschnitte.
- Kammtechnik: Ein Kamm oder ein anderes gezahntes Werkzeug wird durch die feuchte Lasur gezogen, um Linienmuster zu erzeugen. Diese Technik ist ideal zur Schaffung symmetrischer oder regelmäßiger Muster und zur Betonung visueller Strukturen.
Das Kombinieren und Variieren dieser Methoden ermöglicht nahezu unbegrenzte dekorative Effekte, mit denen Sie Ihre Wände in einzigartige Kunstwerke verwandeln können. Es ist ratsam, die gewünschten Techniken vorab auf einer Probefläche zu testen, um das beste Ergebnis zu erzielen.
Anwendungsanleitung für die Lasurtechnik
Um die Lasurtechnik auf Putz anzuwenden und dabei optimale Ergebnisse zu erzielen, sollten Sie die folgenden Schritte sorgfältig befolgen:
1. Oberflächenvorbereitung:
Reinigen Sie die Oberfläche gründlich von Staub, Schmutz und losen Putzteilen.
Füllen Sie Risse oder Löcher mit geeigneten Spachtelmassen und schleifen Sie bei Bedarf glatt.
Prüfen Sie, ob die Wand trocken ist, da Feuchtigkeit die Haftung der Lasur beeinträchtigen kann.
Tragen Sie ggf. eine Grundierung auf und lassen Sie diese vollständig trocknen.
2. Materialien und Werkzeuge bereitstellen:
Stellen Sie Pinsel, Schaumstoffwalzen, Spachtel sowie Schwämme bereit.
Wählen Sie die passenden Lasurfarben für Ihr Vorhaben aus.
3. Lasur auftragen:
Arbeiten Sie mit gleichmäßigen Bewegungen, um die Lasur gleichmäßig und in dünnen Schichten aufzutragen.
Lassen Sie jede aufgetragene Schicht gründlich trocknen, ehe Sie eine weitere Schicht auftragen, um die gewünschte Farbintensität und Transparenz zu erreichen.
Entscheiden Sie sich, je nach gewünschtem Effekt, für Techniken wie Spachteln oder Verreiben der Lasur.
4. Trocknung und Versiegelung:
Geben Sie der letzten Lasurschicht ausreichend Zeit zum Trocknen – dies kann je nach verwendetem Material und Raumtemperatur variieren.
Falls nötig, kann ein durchsichtiges Schutzfinish aufgetragen werden, um die Oberfläche zusätzlich zu schützen und die Haltbarkeit zu erhöhen.
5. Abschließende Schritte:
Entfernen Sie alle Abklebungen, die benachbarte Flächen geschützt haben.
Säubern Sie alle verwendeten Werkzeuge gründlich mit Wasser.
Durch sorgfältiges Arbeiten und Befolgen dieser Schritte erzielen Sie mit der Lasurtechnik beeindruckende, langlebige Ergebnisse und verleihen Ihren Wänden eine einzigartige, dekorative Optik.
Geeignete Lasuren und Putze
Um optimale Ergebnisse zu erzielen, sollten sowohl die Lasur als auch der Putz an die jeweilige Anwendung – innen oder außen – angepasst sein.
Lasuren:
- Reinacrylat-basierte Lasuren: Vielseitig einsetzbar, wetterbeständig, wasserabweisend und dampfdiffusionsoffen. Sie eignen sich für Putz, Beton und andere zementgebundene Baustoffe.
- Acrylfarben: Besonders hoch pigmentierte Acrylfarben behalten ihre Leuchtkraft und Farbintensität auch im verdünnten Zustand.
Putze:
- Mineralische Putze: Kalk-, Kalkzement- und Zementputze bieten eine gute Basis für die Lasurtechnik und eignen sich aufgrund ihrer Struktur besonders gut.
- Strukturputze: Strukturputze auf organischer oder mineralischer Basis verleihen der Wand zusätzliche Texturen, die durch die Lasurtechnik betont werden.
- Hand- und Spritzputze: Diese pastösen Materialien sind einfach in der Anwendung und eignen sich für kreative Oberflächengestaltungen.
Zusätzliche Tipps für die Lasurtechnik
- Experimentieren Sie mit verschiedenen Werkzeugen: Flachpinsel, Rundpinsel und Naturschwämme bieten eine Vielzahl an Effekten.
- Berücksichtigen Sie das Raumlicht: Arbeiten Sie bei Tageslicht oder guter Beleuchtung, um die Transparenz und Farbverläufe optimal zu beurteilen.
- Planen Sie genügend Trocknungszeit ein: Zwischen den Schichten und nach dem Endanstrich sollte ausreichend Zeit zum Trocknen eingeplant werden.
- Arbeiten Sie mit Verdünnung: Unterschiedliche Verdünnungsverhältnisse der Lasur ermöglichen verschiedene Transparenzgrade.
- Kombinieren Sie mehrere Techniken: So können einzigartige und komplexe Texturen entstehen.
- Probeflächen nutzen: Testen Sie Techniken und Farbmischungen vorab auf Probeflächen.
- Vermeiden Sie Überlastung der Werkzeuge: Tauchen Sie Pinsel und Schwämme nur leicht in die Lasur, um Tropfen und ungleichmäßige Farbaufträge zu vermeiden.
Indem Sie diese Tipps beachten, können Sie Ihr Lasurprojekt optimieren und beeindruckende, langlebige Ergebnisse erzielen.