Was ist ein Leitungswasserschaden und welche Versicherung zahlt?
Ein Leitungswasserschaden entsteht, wenn Wasser aus den Installationen Ihrer Wasserleitungen unkontrolliert austritt. Defekte Rohre, Frostschäden oder Materialfehler sind häufige Ursachen. Schwachstellen sind insbesondere Heizungs- und Wasseranschlüsse in Küche und Bad sowie Rohre, die durch Wände führen.
Welche Versicherung zahlt?
Je nach Schadenfall greifen unterschiedliche Versicherungen:
- Wohngebäudeversicherung: Diese Versicherung kommt für Schäden an festen Installationen im Gebäude auf, einschließlich der Reparatur defekter Rohre, Trocknung durchnässter Wände und Instandsetzung der Bausubstanz.
- Hausratversicherung: Diese deckt Schäden an beweglichem Eigentum wie Möbel, Teppiche und Elektrogeräte ab, die durch den Austritt von Leitungswasser entstanden sind.
- Privathaftpflichtversicherung: Falls ein Leitungswasserschaden in Ihrer Wohnung auch bei einem Nachbarn Schäden verursacht, übernimmt diese Versicherung die Regulierung.
Für Naturereignisse wie Überschwemmungen benötigen Sie eine zusätzliche Elementarschadenversicherung.
Sofortmaßnahmen bei einem Leitungswasserschaden
Ein Leitungswasserschaden erfordert schnelles und gezieltes Handeln. Folgende Maßnahmen sind wichtig:
- Wasserzufuhr abstellen: Schließen Sie das Hauptventil, um den Wasseraustritt zu stoppen.
- Stromunterbrechung: Schalten Sie die Sicherungen aus, um das Risiko eines Stromschlags zu vermeiden.
- Wasser entfernen: Nutze Sie Nass-Sauger oder Tücher, um das ausgetretene Wasser zu entfernen. Bei größeren Mengen können Sie die Feuerwehr um Hilfe bitten.
- Wertsachen sichern: Bringen Sie gefährdete Gegenstände in trockene Bereiche oder stellen Sie sie erhöht auf.
- Räume lüften: Verbessern Sie die Luftzirkulation, um Feuchtigkeit auszuleiten und Schimmelbildung zu verhindern.
- Dokumentation des Schadens: Fertigen Sie Fotos und Videos der betroffenen Bereiche an.
- Versicherung kontaktieren: Melden Sie den Schaden umgehend. Halten Sie alle relevanten Informationen bereit.
- Fachfirmen beauftragen: Kontaktieren Sie bei Bedarf Fachfirmen für die professionelle Leckortung und Trocknung.
Die Wohngebäudeversicherung und der Leitungswasserschaden
Eine Wohngebäudeversicherung schützt Sie vor finanziellen Belastungen durch Leitungswasserschäden an Ihrem Gebäude. Typische Leistungen umfassen:
- Deckung von Rohrbruchschäden: Schäden durch geplatzte oder undichte Zu- und Ableitungsrohre.
- Beseitigung von Frostschäden: Schäden an Wasserleitungen und Heizungsrohren durch Frost.
- Schadensbeseitigung an festen Installationen: Schäden an fest eingebauten Sanitäreinrichtungen, Heizungsanlagen und Küchen.
- Folgekosten: Kosten für Leckortung, Bautrocknung und Reparaturarbeiten.
Schäden durch bestimmungswidrig ausgetretenes Wasser aus dem Leitungsnetz werden ebenfalls abgedeckt. Allerdings sind Schäden durch Fahrlässigkeit oder schlechtes Management oft ausgeschlossen.
Die Hausratversicherung und der Leitungswasserschaden
Ein Leitungswasserschaden kann erhebliche Kosten verursachen, wenn Ihr bewegliches Eigentum betroffen ist. Die Hausratversicherung tritt dann ein.
Versichert sind:
- Schäden durch ausgetretenes Leitungswasser aus Zuleitungs- oder Ableitungsrohren.
- Schäden durch Wasser aus Heizungsanlagen, Klimaanlagen und ähnlichen Einrichtungen.
- Reparaturkosten für beschädigte Möbel und elektronische Geräte.
Tipps zur Vermeidung von Unterversicherung:
- Deckungssumme: Stellen Sie sicher, dass die Deckungssumme dem aktuellen Wert Ihres Hausrats entspricht.
- Prävention: Regelmäßige Überprüfungen von Dichtungen, Ventilen und Anschlüssen helfen, Schäden frühzeitig zu erkennen.
Halten Sie alle relevanten Informationen bereit und dokumentieren Sie den Schaden umfassend für Ihre Versicherung.
Zusätzlicher Schutz: Elementarschadenversicherung
Standard-Hausrat- und Wohngebäudeversicherungen decken meist keine Wasserschäden durch extreme Naturereignisse ab. Hier hilft eine Elementarschadenversicherung.
Diese Versicherung schützt vor finanziellen Verlusten durch Naturgefahren wie:
- Überschwemmungen und Hochwasser
- Rückstau infolge überlasteter Kanalisation
- Erdrutsche und Lawinen
- Erdbeben und Erdsenkungen
Die Elementarschadenversicherung übernimmt die Kosten für Reparatur und Sanierung Ihrer Immobilie sowie die Wiederbeschaffung zerstörten Hausrats. Angesichts zunehmender Wetterextreme wird dieser Schutz immer wichtiger. Sie können ihn als Zusatz zur Hausrat- oder Wohngebäudeversicherung abschließen.
Vorsorgemaßnahmen gegen Leitungswasserschäden
Ein aktiver Schutz vor Leitungswasserschäden ist essenziell, um kostspielige Reparaturen zu vermeiden. Welche Maßnahmen können Sie ergreifen?
- Regelmäßige Inspektionen: Überprüfen Sie Ihre Wasserleitungen, Armaturen und Ventile regelmäßig.
- Frostsicherung: Schützen Sie Wasserleitungen im Winter durch ausreichende Dämmung.
- Leckage-Schutzsysteme: Installieren Sie Systeme, die den Wasserfluss überwachen und bei einem Leck die Zufuhr unterbrechen.
- Präventive Wartung: Lassen Sie Ihre Wasserinstallationen regelmäßig von einem Fachmann warten.
- Bewusster Umgang mit Wasser: Lassen Sie Geräte wie Waschmaschinen nicht unbeaufsichtigt laufen.
- Sofortmaßnahmen im Ernstfall: Stoppen Sie unverzüglich die Wasserversorgung und schalten Sie gegebenenfalls die Stromversorgung ab.
Mit diesen Maßnahmen schützen Sie Ihr Zuhause effizient vor den Folgen eines Leitungswasserschadens.