Was ist Messerlinienkorrosion und wie entsteht sie?
Messerlinienkorrosion, eine spezielle Form der interkristallinen Korrosion, tritt bei hochlegierten, stabilisierten Stählen auf, besonders nach dem Schweißen. Diese Stähle sind in der Regel korrosionsbeständig, da sie mindestens 12 % Chrom enthalten, was zur Bildung einer schützenden Chromoxidschicht führt.
Während des Schweißvorgangs entsteht in der Nähe der Schmelzlinie eine Zone mit erhöhter Temperatur, bekannt als Wärmeeinflusszone (WEZ). In diesem Bereich können die hohen Temperaturen dazu führen, dass sich der im Stahl enthaltene Kohlenstoff mit Chrom verbindet und Chromkarbide bildet. Diese Chromkarbide lagern sich an den Korngrenzen ab.
Durch die Bildung von Chromkarbiden wird der Chromgehalt in der unmittelbaren Umgebung unter 12 % abgesenkt. Ohne ausreichendes Chrom kann keine schützende Chromoxidschicht entstehen, was zur Korrosionsanfälligkeit des Stahls in diesem schmalen Bereich entlang der Schweißnaht führt und dem Phänomen den Namen „Messerlinienkorrosion“ verleiht.
Vorbeugende Maßnahmen gegen Messerlinienkorrosion
Um Messerlinienkorrosion zu vermeiden, sollten Sie mehrere präventive Maßnahmen in Betracht ziehen, die während der Planung und Durchführung von Schweißarbeiten berücksichtigt werden können:
Auswahl des richtigen Materials:
Verwenden Sie Edelstähle, die für Ihre spezifische Anwendung optimiert sind. Stähle, die mit Zusätzen wie Niob oder Titan stabilisiert sind, verhindern effektiv die Bildung von Chromkarbiden. Alternativ können Sie Stähle mit niedrigem Kohlenstoffgehalt verwenden, da sie weniger anfällig für die Ausscheidung von Chromkarbiden sind.
Kontrollierte Wärmeeinbringung:
Minimieren Sie die Wärmeeinflusszone (WEZ) durch optimierte Schweißverfahren. Hierbei können Sie folgende Methoden anwenden:
- Anpassen der Schweißgeschwindigkeit: Erhöhen Sie die Schweißgeschwindigkeit, um die Verweildauer in kritischen Temperaturbereichen zu reduzieren.
- Reduzierung der Stromstärke: Ein niedrigerer Schweißstrom verringert die Wärmeentwicklung.
- Gepulste Schweißverfahren: Diese Verfahren reduzieren die durchschnittliche Wärmeeinbringung und damit die Temperaturspitzen.
Wärmebehandlung nach dem Schweißen:
Führen Sie eine geeignete Wärmebehandlung durch, um bereits gebildete Chromkarbide aufzulösen. Ein Lösungsglühen bei hohen Temperaturen kann die Chromkarbide auflösen und das Material homogenisieren. Sorgen Sie anschließend für eine schnelle Abkühlung, um die erneute Bildung von Chromkarbiden zu verhindern.
Regelmäßige Wartung und Überprüfung:
Durch regelmäßige Inspektionen und Pflege der geschweißten Konstruktionen können frühe Zeichen von Korrosionsschäden rechtzeitig erkannt und behandelt werden. Spezifische Tests zur Ermittlung der Korrosionsbeständigkeit bieten zusätzliche Sicherheit in kritischen Anwendungen.
Kombinieren Sie diese Maßnahmen, um die Gefahr der Messerlinienkorrosion zu minimieren und die Langlebigkeit Ihrer Metallkonstruktion sicherzustellen.