Wann brauche ich eine Rigips-Unterkonstruktion?
Eine Rigips-Unterkonstruktion ist notwendig, wenn Gipskartonplatten nicht direkt an bestehenden Strukturen wie Wänden oder Decken befestigt werden können. Dies ist oftmals erforderlich, um Unebenheiten auszugleichen oder zur zusätzlichen Dämmung zu dienen. Typische Anwendungsbereiche sind:
- Neubau und Umbau: Beim Errichten neuer nichttragender Innen- oder Trennwände dient eine Unterkonstruktion als solide Basis.
- Abgehängte Decken: Diese helfen, das Raumvolumen zu reduzieren und bieten Möglichkeiten zur Integration von Beleuchtung und Akustikmaßnahmen.
- Verkleidungen: Unebene oder beschädigte Wände werden durch eine Vorsatzschale aus Rigips verkleidet und isoliert.
- Dachausbau: Beim Dachgeschossausbau dient die Unterkonstruktion als Basis für die Verkleidung der Dachschrägen und verbessert die Dämmung.
Eine Unterkonstruktion bietet auch Platz zum Verbergen von Kabeln, Rohren und anderen Installationen. Achten Sie auf die richtige Dimensionierung und Stabilität der Materialien für eine dauerhafte und sichere Konstruktion.
Materialien für die Unterkonstruktion
Für die Konstruktion Ihrer Rigips-Projekte können Sie zwischen Holz- und Metallunterkonstruktionen wählen. Beide Materialien haben spezifische Vorteile und eignen sich für unterschiedliche Anwendungen.
Holzunterkonstruktion
Für eine Holzunterkonstruktion werden hochwertige, gehobelte Latten oder Kanthölzer verwendet. Diese sollten stabil und gerade sein, um eine gleichmäßige Basis zu schaffen. Beachten Sie folgende Punkte:
- Abmessungen: Wählen Sie je nach Belastung und Plattengewicht die passenden Dimensionen der Holzlatten. Häufig wird ein Lattenabstand von 40-60 cm empfohlen.
- Schutz: Behandeln Sie das Holz mit einem geeigneten Schutzmittel, um es vor Feuchtigkeit und Schimmelbildung zu bewahren.
Metallunterkonstruktion
Metallunterkonstruktionen bestehen aus speziellen Trockenbauprofilen, die eine schnelle und einfache Montage ermöglichen. Die wichtigsten Profiltypen sind:
- Profile: Verwenden Sie UW-Profile für den Wandanschluss, CW-Profile für Ständerwände und CD-Profile für Deckenkonstruktionen. Diese Profile bestehen aus verzinktem Stahlblech und bieten hohe Stabilität.
- Verbindungen: Nutzen Sie Längs- und Kreuzverbinder sowie Abhänger, um die Profile sicher zu montieren. Metallprofile sind feuerbeständig und unempfindlich gegen Feuchtigkeit und eignen sich daher auch für feuchtere Umgebungen.
Werkzeug und Zubehör
Für die Montage benötigen Sie neben dem Hauptmaterial auch diverses Werkzeug und Zubehör:
- Befestigungsschrauben (spezielle Schrauben je nach Unterkonstruktion entweder für Holz oder Metall)
- Elektroschrauber oder Trockenbauschrauber
- Führungslineal und Teppichmesser
- Spezialhobel für exakte Kanteinschnitte
- Stützstangen zur temporären Unterstützung während der Installation
- Spezifische Abhänger und Verbindungselemente je nach Konstruktion
- Fugenmasse und Spachtelwerkzeug für die finale Oberflächenbehandlung
Montage der Unterkonstruktion
Die Montage der Unterkonstruktion erfordert sorgfältige Planung und Ausführung. Abhängig vom verwendeten Material variieren die Schritte.
Holzunterkonstruktion
Für die Montage einer Holzunterkonstruktion gehen Sie wie folgt vor:
- Vorbereitung der Fläche: Markieren Sie die Positionen der Latten an Wand oder Decke entsprechend den gewünschten Abständen.
- Befestigung der Latten: Schrauben oder dübeln Sie die Latten an. Achten Sie darauf, dass sie präzise ausgerichtet sind.
- Stabilisierung: Bei Bedarf fügen Sie Querlatten hinzu, um die Konstruktion weiter zu stabilisieren.
Metallunterkonstruktion
Für eine Metallunterkonstruktion folgen Sie diesen Schritten:
- Grundgerüst anbringen: Beginnen Sie mit den UW-Profilen für Wände oder UD-Profilen für Decken. Montieren Sie diese entlang der Ränder der zu verkleidenden Fläche.
- Hauptprofile einsetzen: Setzen Sie CW-Profile für Wände und CD-Profile für Decken im gewünschten Abstand ein. Diese dienen als Hauptträger.
- Verbindungen herstellen: Verbinden Sie die Hauptprofile mit Längs- und Kreuzverbindern. Achten Sie auf stabile Verbindungen.
- Abhänger montieren: Verwenden Sie spezialisierte Abhänger, um die Profile an der Decke zu befestigen. Planen Sie die Führung von Kabeln und Rohren durch die Aussparungen in den Profilen.
Befestigung der Rigips-Platten
Nachdem die Unterkonstruktion montiert ist, können Sie die Rigips-Platten anbringen. Achten Sie darauf, passende Schrauben für Holz- oder Metallunterkonstruktionen zu verwenden.
- Platten positionieren: Platzieren Sie die Rigips-Platte so, dass die Kanten bündig an den Latten oder Profilen anliegen. Verwenden Sie dabei eine Teleskopstütze oder einen Helfer für festen Halt.
- Schraubenabstände: Befestigen Sie die Platten im Abstand von etwa 20 cm. Halten Sie einen Randabstand von mindestens 2 cm ein. Die Schraubenköpfe sollten leicht vertieft, aber die Kartonschicht nicht beschädigt werden.
- Kreuzfugen vermeiden: Montieren Sie die Stoßfugen der Platten versetzt, um die Stabilität zu gewährleisten.
- Überprüfen der Befestigung: Kontrollieren Sie regelmäßig die Ausrichtung der Platten.
Spachteln Sie zum Abschluss die Fugen und Schraubenlöcher mit Fugen-Spachtelmasse für eine glatte Oberfläche zur weiteren Bearbeitung. So schaffen Sie eine solide Grundlage für die weitere Gestaltung Ihrer Innenräume.