Scheibenputz auftragen: Schritt für Schritt
Um Ihren Innenwänden eine dekorative Scheibenstruktur zu verleihen, sind mehrere präzise Arbeitsschritte notwendig.
1. Untergrund vorbereiten:
- Reinigen und glätten Sie die Wand, sodass sie staubfrei, trocken und tragfähig ist.
- Starke Saugfähigkeit oder Sandigkeit im Untergrund sollten durch entsprechende Vorbehandlungen ausgeglichen werden.
2. Material anmischen:
- Rühren Sie den Scheibenputz gemäß den Herstellerangaben mit der richtigen Menge Wasser an, um eine homogene Masse zu erzielen.
- Verzichten Sie darauf, zu viel oder zu wenig Wasser zu verwenden, um die optimale Verarbeitungsqualität zu gewährleisten.
3. Putz auftragen:
- Entnehmen Sie eine passende Menge des Putzes mit einer Kelle und übertragen Sie sie auf eine rostfreie Glättkelle.
- Verteilen Sie den Putz gleichmäßig in einer Kornstärke (z.B. 2 mm) auf der vorbereiteten Wand.
- Halten Sie den Glätter steil, um eine glatte und gleichmäßige Schicht zu erzeugen.
4. Struktur einarbeiten:
- Beginnen Sie mit dem Strukturieren, sobald der Putz leicht angezogen, aber noch feucht ist. Sie erkennen dies daran, dass der Putz nicht mehr glänzt.
- Verwenden Sie ein Reibebrett aus Kunststoff oder Styropor und bewegen Sie es in kreisenden Bewegungen über den Putz, um die charakteristische Scheibenstruktur zu erzeugen.
- Bearbeiten Sie zusammenhängende Flächen ohne Unterbrechung, um eine gleichmäßige Optik sicherzustellen.
Indem Sie diese Schritte sorgfältig ausführen, gestalten Sie Ihre Innenwände mit einer ansprechenden und individuellen Scheibenstruktur.
Varianten der Scheibenputz-Struktur
Scheibenputz bietet vielseitige Gestaltungsmöglichkeiten für Ihre Innenwände, die weit über die klassische Scheibenstruktur hinausgehen. Hier sind einige der populärsten Varianten:
1. Kratzstruktur:
Diese entsteht durch das Auftragen des Putzes in einer dickeren Schicht, die nach dem Trocknen mit einem scharfen Werkzeug abgekratzt wird. Dies führt zu einer besonders rustikalen und tiefen Oberflächenstruktur, die je nach Körnung und Bearbeitungstiefe gewöhnlich eine Schichtdicke von 10 bis 15 mm erreicht.
2. Freie Struktur:
Für kreative und individuelle Oberflächen können Sie den Putz mit unterschiedlichen Werkzeugen wie Spachteln, Bürsten oder Schwämmen gestalten. Diese Vorgehensweise ermöglicht es Ihnen, einzigartige Muster und Texturen zu erzeugen, die sich perfekt in das Interieur Ihrer Räume einfügen.
3. Reibeputz:
Die Struktur wird durch das Abreiben des frisch aufgetragenen Putzes mit einem Reibebrett erzeugt. Hierbei rollt das Korn zwischen Untergrund und Werkzeug, was charakteristische Rillen bildet. Der Putz wird meist in einer Stärke von 1,5 bis 4 mm aufgetragen.
4. Filzputz:
Wenn Sie eine feine, gleichmäßige Oberfläche wünschen, ist Filzputz die richtige Wahl. Er enthält feinere Körnungen und wird mit einem feuchten Filzbrett oder Filzreibe bearbeitet. Diese Technik ist ideal für kleinere Flächen und zur Betonung von architektonischen Details wie Fensterfaschen.
5. Silikat- und Silikonharzputze:
Alternativ zu mineralischen Putzen können auch Silikat- oder Silikonharzputze verwendet werden, um ähnliche Strukturen wie Scheibenputz zu erzielen. Diese haben den Vorteil, dass sie verarbeitungsfertig und in einer Vielzahl von Farben erhältlich sind. Ihre Oberflächen sind zudem besonders wasserabweisend und pflegeleicht.
Diese Varianten bieten Ihnen vielfältige Möglichkeiten, die Ästhetik Ihrer Innenräume nach Ihren individuellen Vorstellungen zu gestalten.
Scheibenputz vs. andere Putze
Scheibenputz hebt sich durch seine spezifischen Eigenschaften und Verwendungszwecke von anderen Putzarten ab, was ihn in vielen Anwendungsbereichen besonders attraktiv macht. Hier sind die wichtigsten Unterschiede im Vergleich zu anderen gängigen Putzen:
1. Verarbeitungsfreundlichkeit:
Scheibenputz ist leichter zu verarbeiten als andere Putze wie beispielsweise Kratzputz. Er wird in einer Dicke von 1,5 bis 4 mm aufgetragen und anschließend mit einem Reibebrett strukturiert, wodurch die charakteristische Korn-an-Korn-Struktur entsteht.
2. Anwendungsbereich:
Scheibenputz kann sowohl im Innen- als auch im Außenbereich eingesetzt werden, da er wasserabweisend und atmungsaktiv ist. Er trägt zu einem gesunden Raumklima bei, indem er Feuchtigkeit reguliert.
3. Optik und Struktur:
Scheibenputz erzielt eine gleichmäßige, raue Oberfläche, die durch das „Verscheiben“ mit einem Reibebrett entsteht. Die Feinheit oder Grobheit der Struktur kann durch die Wahl der Körnung beeinflusst werden.
4. Materialzusammensetzung:
Scheibenputz gibt es als mineralischen Putz, oft basierend auf Kalk-Zement-Gemischen, der natürliche Eigenschaften wie Atmungsaktivität mitbringt. Alternativ gibt es Scheibenputze auf Kunstharzbasis, die gebrauchsfertig erhältlich sind und Risse in der Wand überbrücken können.
5. Witterungsbeständigkeit und Pflege:
Scheibenputz ist äußerst witterungsbeständig und robust, wodurch er sich gut für Fassaden eignet, die hohen mechanischen und klimatischen Belastungen ausgesetzt sind. Zudem lässt er Feuchtigkeit von innen nach außen entweichen, während er außen eindringendes Wasser abweist.
Indem Sie diese Unterschiede in Betracht ziehen, können Sie den für Ihre spezifischen Bedürfnisse am besten geeigneten Putztyp auswählen – sei es für eine dekorative Wandgestaltung im Innenbereich oder eine schützende und attraktive Fassade im Außenbereich.
Material und Werkzeuge
Um Scheibenputz im Innenbereich professionell zu verarbeiten, benötigen Sie eine gut organisierte Sammlung an Materialien und Werkzeugen. Diese helfen Ihnen sicherzustellen, dass das Projekt reibungslos und effizient abläuft.
Materialien
- Klebstoff (Grundierung): Setzen Sie eine Grundierung ein, um die Basis vorzubereiten und die Haftung des Putzes zu verbessern.
- Wasser: Ein wichtiges Element zum Anmischen des Scheibenputzes, speziell der trockenen Variante.
- Trockener oder pastöser Scheibenputz: Wählen Sie je nach Bedarf zwischen pulvrigen und pastösen Optionen des Putzes.
- Spachtelmittel: Verwenden Sie Füllmasse, um Unebenheiten und Risse in der Wand vor dem Auftrag zu beheben.
Werkzeuge
- Quirlaufsatz für die Bohrmaschine: Wichtig zum gründlichen Umrühren des Putzes, um eine gleichmäßige Mischung zu gewährleisten.
- Korrosionsfreie Stahlscheibe: Ein wesentlicher Bestandteil für das Auftragen und Glätten des Putzes, unverzichtbar in Edelstahl.
- Reibegerät: Mit einer Kunststoff- oder Styroporkelle erreichen Sie die charakteristische Scheibenstruktur.
- Malervlies und Schutzhüllen: Das Abdeckmaterial verhindert, dass Spritzer und Tropfen umliegende Bereiche verunreinigen.
- Abdeckband: Schützt Ränder und empfindliche Bereiche während des Putzauftrags.
- Mischeimer: Unterschiedliche Größen sind vorteilhaft zum Anrühren und Transportieren von Mischgut bereitzuhalten.
- Putzkelle: Dieses Werkzeug ermöglicht es Ihnen, den Putz präzise und gleichmäßig aufzutragen.
- Richtlatte: Eine gerade Holzlatte kann nützlich sein, um großflächig eine gleichmäßige Auftragung des Putzes zu gewährleisten.
- Schwammbrett und Pinsel: Diese Werkzeuge dienen der Feinbearbeitung und Säuberung der Oberfläche während und nach der Arbeit.
- Wasserwaage: Um sicherzugehen, dass Sie gerade und gleichmäßige Wände haben.
Diese Liste an Materialien und Werkzeugen sorgt dafür, dass Sie gut vorbereitet in Ihr Scheibenputz-Projekt starten und ein sauberes, professionelles Ergebnis erzielen. Denken Sie daran, Ihre Werkzeuge nach der Verwendung gründlich zu reinigen und ordnungsgemäß zu lagern, um deren Lebensdauer zu verlängern.
Tipps für die Verarbeitung
Um ein optimales Ergebnis bei der Verarbeitung von Scheibenputz im Innenbereich zu erzielen, sollten einige wesentliche Punkte beachtet werden:
- Kontinuierliches Arbeiten: Verarbeiten Sie den Scheibenputz stets frisch auf frisch. Vermeiden Sie angetrocknete Übergänge, da diese zu sichtbaren Ansätzen führen können. Arbeiten Sie bei großen Flächen am besten mit mehreren Personen, um ein gleichmäßiges Ergebnis zu gewährleisten.
- Werkzeugwahl: Verwenden Sie ein Kunststoffreibebrett oder eine Styroporreibe, um die typische Korn-an-Korn-Struktur durch kreisende Bewegungen zu erzeugen. Ein gleichmäßiger Druck und Bewegungen sind entscheidend für ein einheitliches Erscheinungsbild.
- Anpassung an die Umgebung: Achten Sie darauf, dass die Verarbeitungstemperatur zwischen +5°C und +30°C liegt. Während der Trocknungsphase sollte der frische Putz vor direkter Sonneneinstrahlung, starkem Wind sowie Frost und Regen geschützt werden.
- Trocknungszeiten: Planen Sie für die Trocknung des Putzes etwa 1 Tag pro Millimeter Putzdicke ein. Beachten Sie dabei, dass niedrige Temperaturen und hohe Luftfeuchtigkeit die Trocknungszeit verlängern können.
- Vorbereitung des Untergrunds: Stellen Sie sicher, dass der Untergrund fest, tragfähig und frei von haftungsmindernden Rückständen ist. Vorbehandlungen wie Grundierungen sind notwendig, um Saugfähigkeit zu regulieren und die Haftung zu verbessern.
- Korrekturen: Nach der Strukturierung sollten Korrekturen nur minimal vorgenommen werden. Bereits angetrocknete Bereiche sollten nicht weiter bearbeitet werden, um ein gleichmäßiges Ergebnis zu sichern.
Mit diesen Hinweisen sind Sie bestens vorbereitet, um Scheibenputz professionell und effizient in Ihren Innenräumen zu verarbeiten und ein attraktives, individuell gestaltetes Finish zu erzielen.