Was ist eine schwimmende Bodenplatte?
Eine schwimmende Bodenplatte ist ein Fundament, das vollständig auf einer vorbereiteten Bodenschicht aus Kies oder Schotter aufliegt, ohne eine feste Verbindung zum umliegenden Boden. Diese Konstruktion ermöglicht es der Platte, sich bei Bewegungen des Untergrunds flexibel mitzubewegen und dadurch Risse sowie strukturelle Schäden zu minimieren. Typische Merkmale einer schwimmenden Bodenplatte sind:
- Dicke und Stabilität: Sie variiert meist zwischen 10 und 30 cm, abhängig von der zu tragenden Last. Für Garagen werden in der Regel Plattendicken zwischen 20 und 30 cm verwendet.
- Material: Die Platten bestehen aus armiertem Beton, der durch Stahlmatten oder Bewehrungsstäbe verstärkt ist, um zusätzliche Stabilität zu gewährleisten.
- Dämmung: Eine druckfeste Dämmung aus extrudiertem Polystyrol (XPS) wird häufig unter die Platte gelegt, wobei diese Schicht bis zu einem Meter über die Randbereiche hinausgeht, um Wärmebrücken zu vermeiden.
- Frostsicherheit: Die Kombination aus Konstruktion und Dämmung macht die Bodenplatte frostsicher und verhindert Auf- und Abbewegungen bei Frostwechsel.
Diese Bauweise erfordert weniger Aushubarbeiten und komplizierte Schalmethoden, was den Aufbau erleichtert. Sie eignet sich besonders für ebene und stabile Untergründe, wo sie für Garagen, Wintergärten und Terrassen genutzt wird.
Die schwimmende Bodenplatte für Ihre Garage: Schritt-für-Schritt Anleitung
Der Bau einer schwimmenden Bodenplatte für Ihre Garage erfordert präzises Vorgehen. Hier sind die Schritte, die Sie beachten sollten.
1. Erstellung des Schnurgerüsts
Markieren Sie die exakten Maße Ihrer Garage mit Schnüren und Pflöcken, um die Position der Bodenplatte festzustellen.
2. Boden ausheben
Heben Sie den markierten Bereich mindestens 80 cm tief aus, um Frostsicherheit zu gewährleisten. Ein Bodengutachten für die Tragfähigkeit des Bodens kann hilfreich sein.
3. Sauberkeitsschicht anlegen
Füllen Sie die Grube mit ca. 20 cm Kies und verdichtetem Schotter. Diese Schicht dient der Drainage und Stabilisierung des Untergrunds.
4. Verlegen der Abdichtung
Legen Sie eine Baufolie auf die verdichtete Schicht, um aufsteigende Feuchtigkeit zu verhindern. Lassen Sie die Folie an den Rändern 30 cm überstehen.
5. Wärmedämmung anbringen
Bringen Sie druckfeste XPS-Dämmplatten auf die Abdichtung an. Diese sollten bis zu 1 m über die Randbereiche hinausreichen, um Wärmebrücken zu vermeiden.
6. Aufbau der Schalung
Erstellen Sie eine Schalung aus stabilen Holzbrettern entlang der äußeren Begrenzung der Dämmplatten. Diese dient als Form für das Gießen des Betons.
7. Einlegen der Bewehrung
Legen Sie Betonstahlmatten innerhalb der Schalung aus. Verwenden Sie Abstandshalter, um den Stahl gleichmäßig im Beton zu halten.
8. Beton gießen
Gießen Sie den Beton gleichmäßig in die vorbereitete Schalung und verdichten Sie ihn gut, um Lufteinschlüsse zu vermeiden. Die Dicke der Betonplatte sollte zwischen 20 und 30 cm liegen.
9. Betonoberfläche glätten
Glätten Sie die Oberfläche mit einer langen Holzleiste oder einer Wasserwaage, um eine gleichmäßige und ebene Fläche zu erhalten.
10. Aushärtung
Decken Sie die Betonfläche mit Plastikfolie ab, um den Feuchtigkeitsverlust während der Aushärtung zu minimieren. Der Beton sollte mindestens 28 Tage aushärten, um seine volle Festigkeit zu erreichen.
11. Finalisierung der Randbereiche
Nach der Aushärtung schneiden Sie die überstehenden Dämmplatten auf das Niveau der Oberkante der Bodenplatte zu. Bringen Sie abschließend eine vertikale Abdichtungsschicht an, um den Schutz gegen Feuchtigkeit zu vervollständigen.
Folgen Sie diesen Schritten sorgfältig, um eine stabile und frostsichere schwimmende Bodenplatte für Ihre Garage zu erstellen. Beachten Sie stets die Sicherheitsvorschriften und ziehen Sie im Zweifel eine Fachkraft hinzu.
Alternativen zur schwimmenden Bodenplatte
Falls eine schwimmende Bodenplatte nicht infrage kommt, gibt es verschiedene alternative Fundamentarten. Diese eignen sich je nach Bodenbeschaffenheit, Garagentyp und Budget.
Punktfundament
Ein Punktfundament besteht aus einzeln gegossenen Betonsäulen, die tief im Boden verankert sind und die Last der Garage tragen. Jede Säule sollte mindestens 40 x 40 cm breit und 80 cm tief sein. Diese Methode eignet sich gut für gepflasterte Böden und erfordert weniger Material und geringere Kosten, jedoch ist der stabile Untergrund entscheidend, da instabile Böden Setzungsgefahr bergen.
Streifenfundament
Beim Streifenfundament werden durchgängige Betonstreifen entlang der tragenden Wände der Garage gegossen. Mit einer Breite von mindestens 40 cm und einer Tiefe von 80 cm ist diese Methode besonders stabil und auch für unebenes oder schwereres Gelände geeignet, erfordert jedoch mehr Aushubarbeiten.
Ringfundament
Das Ringfundament ist eine Variante des Streifenfundaments, bei dem die Betonstreifen zu einem geschlossenen Fundamentring verbunden werden. Dieser sorgt für zusätzliche strukturelle Stabilität und ist besonders bei schwereren oder höheren Garagen hilfreich. Mit höheren Material- und Arbeitskosten müssen Sie allerdings rechnen.
Plattenfundament
Ein Plattenfundament wird aus einer durchgehenden Betonschicht gegossen, meist 15 bis 30 cm dick. Diese Methode bietet hervorragende Stabilität und gleichmäßige Lastverteilung, was sie besonders für schwerere Garagen geeignet macht. Höhere Materialkosten sind ein Nachteil, doch die einfache Herstellung und Robustheit machen das Plattenfundament langlebig.
Entscheidungshilfe
Die Wahl des passenden Fundaments hängt von mehreren Faktoren ab:
- Bodenbeschaffenheit: Ist der Untergrund stabil oder instabil?
- Garagentyp: Handelt es sich um eine Leichtbau, gemauerte oder Fertiggarage?
- Budget: Welches Budget steht Ihnen zur Verfügung?
- Bauaufwand: Können Sie Eigenleistungen erbringen oder möchten Sie eine Fachfirma beauftragen?
Eine gründliche Bodenuntersuchung und Beratung durch eine Fachkraft sind empfehlenswert, um das optimale Fundament für Ihre spezifischen Bedürfnisse zu bestimmen.