Was ist eine Mauerwerkssperre und wozu dient sie?
Eine Mauerwerkssperre ist eine wesentliche Komponente im Bauwesen, die primär dazu dient, Ihr Gebäude vor Schäden durch aufsteigende Feuchtigkeit zu schützen. Diese horizontale Abdichtungsschicht wird in die unterste Lagerfuge des Mauerwerks eingebaut und unterbricht den Kapillartransport, um das Aufsteigen von Feuchtigkeit aus dem Fundament effizient zu verhindern. Damit bleibt die Bausubstanz trocken und wird vor schädlichen Einflüssen wie Schimmel oder Salzausblühungen bewahrt.
Mauerwerkssperren bestehen meist aus flexiblen, widerstandsfähigen Materialien wie Kunststoffen oder Kautschukarten, die sich optimal an die Struktur der Wand anpassen. Ihre Installation erfolgt typischerweise zwischen zwei Mörtelschichten, wodurch sie eine wirksame Barriere bilden. Es ist auch möglich, Mauersperren nachträglich einzubauen, beispielsweise durch chemische Injektionsverfahren oder das Einsetzen von Kunststofffolien.
Der Einbau ist für alle Gebäude unverzichtbar, unabhängig davon, ob sie mit einem Keller oder auf Streifenfundamenten errichtet sind. Bei Bedarf kann es notwendig sein, auch höher gelegene horizontale Mauerwerkssperren sowie solche bei Fassadenwänden zu installieren, um zusätzlichen Schutz vor äußeren Einflüssen wie Schlagregen oder Spritzwasser zu bieten und die Dämmwirkung der Wände zu erhalten.
Materialien für Mauerwerkssperren
Für Mauerwerkssperren stehen Ihnen verschiedene Materialien zur Verfügung, die jeweils unterschiedliche Eigenschaften bieten:
- PVC-Folie: Diese Folien sind elastisch, beständig gegen Feuchtigkeit und Verrottung. Sie widerstehen hohen und niedrigen Temperaturen und gleichen auch Unebenheiten in der Unterlage aus. Die zusätzliche Quellverschweißbarkeit ermöglicht sichere Verbindungen.
- Polyolefin-Folie: Ein langlebiges Material, das sowohl UV-Strahlung als auch Verrottung widersteht. Polyolefin-Folien bleiben auch bei niedrigen Temperaturen flexibel und sind kompatibel mit Bitumen, was sie sehr vielseitig macht. Die rutschfeste Oberfläche sorgt für eine optimale Verbindung mit dem Mörtel.
- PE-Folie (Polyethylen): Diese kostengünstigen Folien leiten Wasser gut ab und sind verrottungsbeständig, kältebruchsicher sowie wurzelfest. Ihr hoher Widerstand gegen Hitze und Bitumen macht sie besonders robust.
- EPDM-Folie (Ethylen-Propylen-Dien-Kautschuk): EPDM-Folien sind besonders widerstandsfähig gegen UV-Strahlung und Witterungseinflüsse. Der Synthesekautschuk bietet eine hohe Flexibilität und Langlebigkeit, wodurch diese Folien sich gut an die Struktur der Wand anpassen und langfristig wirksamen Schutz bieten.
Achten Sie darauf, dass alle Folien mindestens 20 cm überlappen, um eine vollständige Abdichtung zu gewährleisten. Die gewählte Folienbreite sollte auf beiden Seiten des Mauerwerks schadensfrei überstehen, um Feuchtigkeit effektiv abzuhalten.
Verlegung der Mauerwerkssperre
Eine fachgerechte Verlegung der Mauerwerkssperre ist entscheidend, um aufsteigende Feuchtigkeit und die damit verbundenen Bauschäden wirksam zu verhindern.
- Oberflächenvorbereitung: Achten Sie darauf, dass die Fläche, auf der die Sperrbahn verlegt wird, eben und sauber ist. Füllen Sie Unebenheiten mit geeignetem Mörtel aus, um eine plane und tragfähige Basis zu schaffen.
- Einbringen der Sperre: Breiten Sie die Sperrfolie auf der vorbereiteten Fläche aus, beginnend an einer Kante. Drücken Sie die Folie gleichmäßig fest, um Faltenbildung und Luftblasen zu vermeiden.
- Überlappung und Verbindung: Überlappen Sie die Bahnen an den Stößen um mindestens 20 cm, um eine durchgehende Abdichtung sicherzustellen. Nutzen Sie für diese Überlappungsbereiche entweder Klebebänder oder Quellverschweißungstechniken, abhängig vom verwendeten Material.
- Fortführung des Mauerwerks: Nachdem die Sperrfolie an Ort und Stelle ist, setzen Sie das Mauerwerk darüber fort. Achten Sie darauf, dass die Sperrfolie seitlich ausreichend übersteht, um Feuchtigkeitsbrücken zu vermeiden.
- Fixierung der Enden: Um die Effektivität der Sperrfolie zu sichern, fixieren Sie die Enden gegebenenfalls mechanisch oder mit Mörtel. Dies verhindert ein Verrutschen und sorgt dafür, dass die Barriere dauerhaft an ihrem Platz bleibt.
Mit diesen Schritten stellen Sie sicher, dass Ihre Mauerwerkssperre ordnungsgemäß installiert ist und einen zuverlässigen Schutz gegen aufsteigende Feuchtigkeit bietet.
Zusätzliche Hinweise zur Verarbeitung
Für eine fachgerechte Verarbeitung der Mauerwerkssperre sind einige wichtige Punkte zu beachten, die maßgeblich zur Langlebigkeit und Wirksamkeit der Abdichtung beitragen:
- Temperaturbedingungen: Stellen Sie sicher, dass sämtliche Verlegearbeiten bei Temperaturen über 5 °C durchgeführt werden. Raum- und Bauteiltemperaturen sollten diesen Wert nicht unterschreiten, um optimale Haftung und Flexibilität der Materialien zu gewährleisten.
- Einbettung in Mörtel: Drücken Sie die Mauerwerkssperre fest in eine ebene Mörtelschicht ein, um eine gleichmäßige Verteilung und einen festen Sitz zu gewährleisten. Eine sorgfältige Einbettung verhindert die Bildung von Luftblasen und sorgt für eine kontinuierliche Barriere gegen Feuchtigkeit.
- Schutzmaßnahmen: Tragen Sie bei der Verarbeitung geeignete Schutzkleidung, einschließlich Handschuhe und gegebenenfalls Schutzbrille, um Hautkontakt mit Chemikalien oder scharfen Kanten zu vermeiden.
- Produktdatenblätter konsultieren: Beachten Sie stets die spezifischen Hinweise und Vorgaben des Herstellers, die in den Produktdatenblättern und technischen Unterlagen festgehalten sind. Diese enthalten wichtige Informationen zur optimalen Handhabung und Verarbeitung der jeweiligen Folie.
- Vermeidung von Feuchtebrücken: Achten Sie darauf, dass die Mauerwerkssperre seitlich ausreichend übersteht, um Feuchtebrücken zu vermeiden. Die Sperre sollte auf beiden Seiten des Mauerwerks mindestens 20 cm überlappen, um eine vollständige Abdichtung sicherzustellen.
Durch die präzise und sorgfältige Umsetzung dieser Maßnahmen wird sichergestellt, dass die Mauerwerkssperre ihr Gebäude effektiv vor aufsteigender Feuchtigkeit schützt und zur Langlebigkeit der Abdichtung beiträgt.