Stegplatten und Hohlkammerplatten – Wo liegt der Unterschied?
Stegplatten und Hohlkammerplatten werden häufig synonym verwendet, weisen jedoch Unterschiede im Aufbau und in den spezifischen Anwendungen auf.
Aufbau der Platten
Stegplatten bestehen typischerweise aus zwei Schichten Kunststofffolien, die durch einfache Verbindungsstege miteinander verbunden sind. Diese Konstruktion sorgt für Stabilität in einer Richtung. Stegplatten werden oft in einem thermischen Verfahren, der sogenannten Extrusion, aus einem Stück gefertigt.
Hohlkammerplatten haben eine komplexere Struktur. Sie bestehen aus drei oder mehr Schichten, wobei die Mittelschicht häufig eine verformte Noppenfolie ist. Die beiden äußeren Schichten verschließen die Mittelschicht und sind zusätzlich verschweißt. Diese innere Noppenstruktur verleiht den Platten Stabilität in alle Richtungen, wodurch ein Brechen nahezu ausgeschlossen ist.
Einsatzbereiche
Dank ihrer unterschiedlichen strukturellen Eigenschaften variieren die Anwendungsbereiche:
- Stegplatten eignen sich besonders für kleinere Projekte, bei denen Stabilität in eine Richtung und eine einfache Installation im Vordergrund stehen. Typische Einsatzgebiete sind Gewächshäuser, Frühbeete und leichte Überdachungen.
- Hohlkammerplatten bieten durch ihre robuste und vielseitige Struktur zahlreiche Anwendungsmöglichkeiten in größeren Bauprojekten wie Terrassenüberdachungen, Wintergärten und Carports. Ihre Fähigkeit, hohen Belastungen wie Schnee standzuhalten, macht sie besonders attraktiv.
Vorteile und Besonderheiten
Stegplatten:
- Eignen sich für Projekte mit geringeren Anforderungen an die Stabilität
- Einfachere und meist günstigere Herstellung
Hohlkammerplatten:
- Höhere Stabilität in alle Richtungen
Längere Lebensdauer und bessere Isoliereigenschaften
Flexibler Einsatz dank zusätzlicher Schichten und robuster Konstruktion
Wägen Sie die spezifischen Anforderungen Ihres Projekts genau ab, um die passende Plattenart auszuwählen. Die Wahl hängt von der gewünschten Stabilität, der Art der Belastung und dem Einsatzzweck ab.
Die richtige Plattenstärke für Ihr Projekt
Die Auswahl der passenden Plattenstärke richtet sich nach der spezifischen Nutzung und den Anforderungen Ihres Projekts. Stegplatten und Hohlkammerplatten sind in verschiedenen Stärken erhältlich, die jeweils für unterschiedliche Anwendungen optimal geeignet sind.
- 4 bis 10 mm: Diese dünneren Platten sind ideal für kleinere Bauvorhaben wie Gewächshäuser, Frühbeete, Trennwände und Poolabdeckungen. Sie zeichnen sich durch ihre Flexibilität und einfache Handhabung aus und sind leicht zu bearbeiten. Das Kaltbiegen macht sie auch für gewölbte Anwendungen geeignet.
- 16 mm: Diese mittlere Plattenstärke ist hervorragend für stabilere, wetterfeste Konstruktionen geeignet, wie beispielsweise Terrassenüberdachungen, Carports und Vordächer. Dank ihrer robusten Bauweise sind sie schneelastresistent und erfordern keine zusätzliche Verstrebung der Rahmenkonstruktion.
- 25 mm und mehr: Für Projekte, die eine ausgezeichnete Wärmedämmung erfordern, wie beheizte Wintergärten oder isolierte Terrassendächer, sind Platten mit einer Stärke von 25 mm oder mehr ideal. Durch ihre Mehrfachsteg-Konstruktion und zusätzlichen Luftkammern bieten sie eine hervorragende Isolation und hohe Stabilität.
Je nach Anwendungsbereich können Sie auch verschiedene Plattenstrukturen, wie doppelte oder dreifache Stegplatten, auswählen, um die Stabilität und Wärmedämmung weiter zu optimieren.
Materialien und Eigenschaften
Stegplatten und Hohlkammerplatten bestehen hauptsächlich aus Polycarbonat und Acrylglas, die sich durch besondere physikalische und chemische Eigenschaften auszeichnen.
- Polycarbonat: Dieses Material bietet herausragende Bruch- und Schlagfestigkeit sowie geringes Gewicht. Es ist UV-beständig, schützt langfristig vor Vergilbung und hat eine lange Lebensdauer. Polycarbonat bietet auch eine hervorragende Wärmedämmung und Lichtdurchlässigkeit, was es ideal für Anwendungen wie Gewächshäuser und Terrassenüberdachungen macht. Die Platten sind in verschiedenen Tönungen erhältlich, die Lichtdurchlässigkeit und Sonnenschutz beeinflussen.
- Acrylglas: Acrylglas-Stegplatten zeichnen sich durch hohe Lichtdurchlässigkeit aus, die für eine klare und brillante Optik sorgt. Sie sind witterungsbeständig und bieten guten Schutz gegen UV-Strahlen, ohne im Laufe der Zeit zu vergilben. Acrylglas ist jedoch etwas weniger schlagfest als Polycarbonat, was bei der Auswahl je nach Anwendungsbereich berücksichtigt werden sollte.
Beide Materialien bieten zahlreiche Vorteile:
- Hohe Tragfähigkeit: Die Platten sind robust und stabil.
- Leichtgewicht: Einfach zu handhaben und zu montieren.
- Wärmedämmung: Die mehrschichtige Struktur ermöglicht eine effiziente Wärmeisolierung.
- Pflegeleichtigkeit: Beide Materialien sind wartungsarm und lassen sich einfach reinigen.
Sie können basierend auf den spezifischen Anforderungen Ihres Projekts das optimale Material und die passende Plattenstärke wählen.
Tönungen und Beschichtungen
Beim Kauf von Stegplatten stehen Ihnen verschiedene Tönungen und Beschichtungen zur Verfügung, die unterschiedliche Vorteile bieten.
Tönungen
Die Tönung der Stegplatten beeinflusst Lichtdurchlässigkeit und Sonnenschutz:
- Klar: Bietet eine Lichtdurchlässigkeit von etwa 72%, ideal für maximale Helligkeit.
- Opal: Mit etwa 52% Lichtdurchlässigkeit sorgt diese Tönung für eine gleichmäßige Lichtverteilung und reduziert Blendungen, geeignet für sanfte Beleuchtung.
- Bronze/Braun: Diese Tönung lässt ungefähr 40% des Lichts durch, bietet guten Sonnenschutz und sorgt für eine gedämpfte Lichtatmosphäre.
Beschichtungen
Beschichtungen verbessern Funktionalität und Lebensdauer der Platten:
- UV-Beschichtung: Schützt vor UV-Strahlung, verhindert Vergilbung und verlängert die Lebensdauer, besonders wichtig für den Außeneinsatz.
- No-Drop-Beschichtung: Reduziert die Bildung von Wassertropfen und lässt Wasser abperlen, verbessert die Selbstreinigungseigenschaften und leitet Regenwasser schnell ab.
Wählen Sie Tönung und Beschichtung entsprechend den spezifischen Anforderungen Ihres Projektes. Klare Platten bieten maximale Lichtdurchlässigkeit, während opale und bronzefarbene Tönungen eine ausgewogenere Lichtverteilung und besseren Sonnenschutz gewährleisten.
Montage von Stegplatten
Die Montage von Stegplatten ist mit einer guten Vorbereitung und den richtigen Materialien effizient umsetzbar. Beachten Sie die folgenden Schritte für ein optimales Ergebnis:
- Unterkonstruktion vorbereiten: Verwenden Sie Materialien wie verzugsfreies Holz, Aluminium oder Stahl. Stellen Sie sicher, dass die Konstruktion eben, stabil und gut ausgerichtet ist.
- Profile anbringen: Nutzen Sie Montageprofile, um die Stegplatten sicher zu befestigen. Es gibt verschiedene Montageprofile wie Schraub- oder Klemmsysteme, die den Prozess erleichtern und eine präzise Ausrichtung sowie robuste Befestigung gewährleisten.
- Stegplatten vorbereiten: Bringen Sie Kantenabschlussband und Kantenschutz an den Rändern der Stegplatten an, um Beschädigungen während der Montage zu vermeiden.
- Platten verlegen: Legen Sie die Stegplatten nacheinander auf die Unterkonstruktion und fixieren Sie sie mit den Montageprofilen. Bohren Sie die Löcher für die Schrauben vor, um Materialsplitter zu vermeiden, und achten Sie darauf, dass die Platten sicher verankert sind, jedoch Spielraum für Ausdehnungen bei Temperaturschwankungen bleibt.
- Wandanschluss befestigen: Bringen Sie einen Wandanschluss an und dichten Sie die Fuge zwischen Wand und Wandanschluss sorgfältig mit einem geeigneten Dichtstoff wie Silikon ab.
- Beachten Sie die Herstelleranweisungen für die Montage der gewählten Profile und Stegplatten.
- Arbeiten Sie bei größeren Projekten mit einer zweiten Person zusammen, um die Platten präzise zu positionieren und zu befestigen.
- Verwenden Sie stets passende Zubehörteile, um die Langlebigkeit und Stabilität der Konstruktion zu gewährleisten.
Durch sorgfältige Planung und korrekte Ausführung der Montage bleibt Ihre Stegplatten-Konstruktion langfristig stabil, funktional und ästhetisch ansprechend.