Wärmedämmputz: So gelingt die Verarbeitung
Das Auftragen von Wärmedämmputz erfordert präzises Arbeiten und eine strukturierte Herangehensweise. Gehen Sie die folgenden wesentlichen Schritte durch, um sicherzustellen, dass der Thermoputz effizient und dauerhaft aufgetragen wird:
- Untergrundvorbereitung: Stellen Sie sicher, dass der Untergrund fest, tragfähig und sauber ist. Bei ungleichmäßig saugenden Untergründen verwenden Sie eine Grundierung, um ein gleichmäßiges Saugverhalten zu erzielen. Dies gewährleistet die optimale Haftung des Putzes.
- Materialmischung: Mischen Sie den Wärmedämmputz nach den Herstellerangaben. Achten Sie auf das richtige Mischungsverhältnis von Wasser und Trockenmörtel. Ein Rührgerät hilft Ihnen, eine homogene Masse zu erhalten.
- Erster Putzauftrag: Tragen Sie den Putz entweder manuell mit der Kelle oder maschinell in einer Schichtdicke von 20 bis 50 mm auf. Bei größeren Unebenheiten sollte die Putzdicke zwischen 30 und 50 mm liegen. Eine maximale Gesamtputzdicke von 100 mm gewährleistet die gewünschten Dämmeigenschaften.
- Weitere Schichten: Für eine höhere Dämmwirkung können Sie den Putz mehrlagig auftragen. Warten Sie mindestens 24 Stunden, bis die erste Lage ausreichend getrocknet ist, und rauen Sie die Oberfläche auf, um eine gute Haftung der nächsten Lage zu sichern.
- Glätten und Strukturieren: Glätten Sie die Oberfläche mit einer Glättkelle oder ziehen Sie sie lotrecht ab. Bei Bedarf kann der Putz strukturiert werden. Stellen Sie sicher, dass keine größeren Unebenheiten bleiben.
- Trocknung: Lassen Sie den Putz vollständig trocknen. Die Trocknungszeit richtet sich nach Schichtdicke, Umgebungstemperatur und Luftfeuchtigkeit. Eine gründliche Trocknung beugt Rissbildungen vor.
- Armierungsschicht: Um die mechanische Stabilität zu erhöhen, betten Sie ein Armierungsgewebe in den noch feuchten Putz ein und spachteln es glatt. Diese Schicht verhindert wirksam Rissbildungen.
- Oberputz auftragen: Zum Abschluss tragen Sie einen diffusionsoffenen und wetterfesten Oberputz auf. Dies sorgt für zusätzlichen Schutz und eine ansprechende Optik der Fassade.
Vorbereitung des Untergrunds
Eine gründliche Untergrundvorbereitung ist für den Erfolg der Verarbeitung von Thermoputz entscheidend. Folgende Eigenschaften sollte der Untergrund aufweisen:
- Tragfähigkeit: Der Untergrund muss fest und tragfähig sein. Entfernen Sie alle losen Bestandteile.
- Sauberkeit: Der Untergrund muss frei von Schmutz, Staub, Fett und anderen haftmindernden Rückständen sein. Verwenden Sie eine Bürste oder einen industriellen Staubsauger zur Reinigung.
- Feuchtigkeit: Der Untergrund sollte trocken und frostfrei sein. Überprüfen Sie dies gegebenenfalls mit einem geeigneten Testgerät.
Für die Vorbehandlung sollten Sie je nach Untergrundtyp unterschiedliche Maßnahmen ergreifen:
- Stark saugende Untergründe: Verwenden Sie einen Vorspritzmörtel, um ein gleichmäßiges Saugverhalten zu gewährleisten. Lassen Sie diesen mindestens vier Tage aushärten.
- Schwach saugende Untergründe: Behandeln Sie diese mit einem haftverbessernden Mittel, um die Haftung des Thermoputzes zu erhöhen.
- Unebenheiten und glatte Oberflächen: Schließen Sie Unebenheiten und Fehlstellen. Rauen Sie glatte Oberflächen mechanisch auf, um die Haftung zu verbessern.
- Altputz und Farbreste: Entfernen Sie nicht tragfähige Altputzflächen vollständig. Restliche Farbanstriche, die nicht mindestens zu 70 % entfernt wurden, erfordern ein Putzträgergewebe.
Thermoputz auftragen: Schritt-für-Schritt-Anleitung
Für das Auftragen von Thermoputz ist die richtige Technik entscheidend. Befolgen Sie diese Schritt-für-Schritt-Anleitung:
1. Vorbereitung des Materials
Füllen Sie die erforderliche Menge Trockenmörtel in einen sauberen Mischbehälter und fügen Sie die vom Hersteller empfohlene Wassermenge hinzu. Nutzen Sie ein Rührgerät, um eine gleichmäßige, klumpenfreie Masse zu erhalten. Verwenden Sie ausschließlich kaltes Wasser und halten Sie die Mischzeit ein.
2. Auftrag des Putzes
Tragen Sie den Thermoputz mit einer Kelle oder einem Putzspritzgerät gleichmäßig auf die Wand auf. Die Putzlage sollte eine Dicke von 20 bis maximal 50 mm aufweisen. Bei größeren Dicken ist ein mehrlagiger Auftrag erforderlich. Lassen Sie jede Schicht 24 bis 48 Stunden trocknen und rauen Sie sie anschließend leicht auf, um eine bessere Haftung der nächsten Lage zu gewährleisten.
3. Glätten der Oberfläche
Verwenden Sie eine Glättkelle, um die frisch aufgetragene Putzschicht zu glätten und Unebenheiten zu entfernen. Falls eine strukturierte Oberfläche gewünscht ist, können Sie entsprechende Techniken anwenden.
4. Trocknungsphase
Die Trocknungszeit variiert je nach Umgebungstemperatur, Luftfeuchtigkeit und Schichtdicke. Als Richtwert gilt eine Trocknungszeit von 1 Tag pro mm Putzdicke. Sorgen Sie während dieser Zeit für eine ausreichende Belüftung, um eine gleichmäßige Trocknung zu ermöglichen und Rissbildungen zu vermeiden.
5. Abschlussarbeiten
Ist der Putz vollständig getrocknet, kann eine zusätzliche Armierungsschicht aufgetragen werden, um die mechanische Festigkeit zu erhöhen. Betteln Sie dazu ein Armierungsgewebe in die noch feuchte Armierungsschicht ein. Abschließend tragen Sie einen diffusionsoffenen und wasserabweisenden Oberputz auf. Dieser schützt die Fassade vor Witterungseinflüssen und verleiht ihr eine ansprechende Optik.
Armierung und Oberputz
Für maximale Stabilität und Haltbarkeit Ihrer Thermoputz-Fassade sorgt eine Armierungsschicht. Diese besteht aus einem speziellen Armierungsputz, in den ein Glasfaser-Armierungsgewebe eingebettet wird. Dieser Schritt ist wichtig, um Spannungen auszugleichen und Risse zu vermeiden.
- Armierungsgewebe einbetten: Nachdem der Thermoputz aufgetragen und angetrocknet ist, bringen Sie den Armierungsputz auf. Legen Sie das Gewebe in den noch feuchten Armierungsputz ein und stellen Sie sicher, dass es vollständig eingebettet ist.
- Glätten der Oberfläche: Spachteln Sie die behandelte Fläche glatt und entfernen Sie überschüssiges Material. Dies bereitet eine stabile Basis für den späteren Oberputz.
Nach dem Trocknen der Armierungsschicht können Sie den Oberputz auftragen:
- Oberputz im Außenbereich: Verwenden Sie einen wasserabweisenden und frostbeständigen Oberputz. Ein mineralischer Oberputz eignet sich besonders gut.
- Oberputz im Innenbereich: Hier ist ein Kalkfeinputz empfehlenswert, der das Raumklima nachhaltig verbessert und Feuchteschäden vorbeugt.
Thermoputz im Innenbereich
Thermoputz bietet auch im Innenbereich viele Vorteile. Beachten Sie hierbei folgende Aspekte:
- Tragfähigkeit: Die mechanische Festigkeit von Thermoputz im Innenbereich ist begrenzt. Befestigen Sie schwere Gegenstände direkt im Mauerwerk.
- Dämmschichtdicke: Tragen Sie den Thermoputz in Schichten von 20 bis 50 mm auf, wobei maximal 100 mm Gesamtdicke empfohlen werden.
- Feuchtigkeitsmanagement: Thermoputz gleicht Temperaturunterschiede aus und minimiert das Risiko von Kondensatbildung.
- Oberflächenbehandlung: Nach dem Trocknen eine Armierungsschicht aus Glasfasergewebe auftragen und abschließend einen Kalkfeinputz verwenden.
Verschiedene Thermoputz-Varianten
Thermoputz bietet verschiedene Varianten, die je nach Anforderungen geeignet sind:
- Perlite-Thermoputz: Enthält mineralischen Dämmstoff Perlite. Er zeichnet sich durch hervorragende Feuchtigkeitsregulierung aus und ist nicht brennbar (Baustoffklasse A1).
- EPS-Thermoputz: Angereichert mit EPS-Kügelchen (expandiertes Polystyrol). Bietet gute Wärmedämmleistung und ist schwer entflammbar (Baustoffklasse B1).
- Aerogel-Dämmputz: Enthält Aerogel als Leichtzuschlagstoff. Bietet sehr hohe Dämmleistung, ist jedoch teurer als andere Varianten.
Wählen Sie die geeignetste Variante je nach baulichen Gegebenheiten und Budget, um die besten Ergebnisse zu erzielen.