Wozu dient eine Unterwasserbetonsohle?
Eine Unterwasserbetonsohle (UWB) erfüllt wesentliche Funktionen im Bauwesen, insbesondere bei Projekten unterhalb des Grundwasserspiegels. Zu den zentralen Aufgaben einer UWB gehören:
- Abdichtung gegen Grundwasser: Sie bildet eine wasserundurchlässige Schicht am Boden der Baugrube und verhindert das Eindringen von Grundwasser. Dies ist besonders wichtig, wenn der Grundwasserspiegel nicht abgesenkt werden darf.
- Tragfähige Gründung: Die UWB dient als Fundamentschicht für das Bauwerk und übernimmt die Lastverteilung, wodurch eine stabile und sichere Konstruktion gewährleistet wird.
- Auftriebssicherheit: Bei Projekten mit hohen Wasserspiegeldifferenzen sichert die UWB gegen Auftrieb durch die Integration von Mikropfählen oder Auftriebsankern, die in den Baugrund verankert sind.
- Flexibilität in der Herstellung: Verschiedene Verfahren wie das Hop-Dobber- oder Contractor-Verfahren ermöglichen die Anpassung an unterschiedliche Baugrundbedingungen.
- Integration in den Bauprozess: Nach Aushärtung der Betonsohle kann das Wasser aus der Baugrube abgepumpt werden, was weitere Bauarbeiten im Trockenen ermöglicht.
Eine Unterwasserbetonsohle trägt somit maßgeblich zur Stabilität und Sicherheit von Bauprojekten in wasserreichen Gebieten bei.
Herstellung einer Unterwasserbetonsohle
Die Herstellung einer Unterwasserbetonsohle erfolgt in präzisen Arbeitsschritten, um eine stabile und wasserdichte Grundlage zu schaffen.
- Sicherung der Baugrube: Die Baugrube wird seitlich durch Spundwände oder andere Umschließungswände gegen eindringendes Grundwasser gesichert, um Wasser und Erdreich fernzuhalten.
- Aushub der Baugrube: Der Aushub erfolgt zuerst bis knapp über den Grundwasserspiegel. Danach wird die Grube unter Wasser mittels Nassbaggerung bis zur gewünschten Tiefe ausgehoben.
- Reinigung und Feinprofilierung: Spezialisierte Taucher reinigen und profilieren die Sohle, um eine ebene Oberfläche zu gewährleisten. Hochdruckwasserstrahler können dabei eingesetzt werden.
- Betonage: Der Unterwasserbeton wird mittels Betonpumpe eingebracht. Gängige Verfahren sind das Hop-Dobber- und das Contractor-Verfahren. Gleichzeitig wird der Restschlamm abgepumpt, um die Betonschicht nicht zu kontaminieren.
- Kontrolle und Sicherung: Taucher überwachen die Betonage, kontrollieren die Dicke der Betonschicht und die Anschlüsse an die Umschließungswände. Auftriebssicherungen wie Mikropfähle werden bei Bedarf integriert, um die Sohle gegen Auftrieb zu sichern.
- Aushärtung und Lenzen: Nach ausreichender Aushärtung des Betons wird das Wasser aus der Baugrube abgepumpt, ein Prozess, der als Lenzen bezeichnet wird. Das abgelassene Wasser muss oft gefiltert und gereinigt werden, bevor es wieder dem Grundwasser zugeführt wird.
Diese strukturierte Vorgehensweise stellt sicher, dass alle Anforderungen an Dichtheit und Stabilität erfüllt sind.
Alternative Verfahren zur Abdichtung
Neben der Herstellung einer Unterwasserbetonsohle gibt es alternative Verfahren zur Abdichtung von Baugruben, die je nach Baugrund und Projektanforderungen genutzt werden können:
- Weichgelinjektionssohlen: Weichgel wird in den Boden injiziert und bildet eine wasserundurchlässige Barriere. Diese Methode ist flexibel und an unterschiedliche Bodenbedingungen anpassbar.
- Düsenstrahlsohlen: Hierbei wird der Baugrund mit Hochdruckwasserstrahlen und Dichtstoff aufbereitet, um eine kompakte, wasserundurchlässige Schicht zu erzeugen.
- Verpressverfahren: Dichtstoffe werden unter hohem Druck in undichte Bereiche von Spund- und Bohrpfahlwänden gepresst, was sich auch zur Sanierung vorhandener Abdichtungen eignet.
- Mikropfähle und Auftriebsanker: Zur Sicherung gegen Auftriebskräfte werden Mikropfähle oder andere Anker in den Baugrund eingebracht, um die Betonsohle zu verankern.
Die Wahl des geeigneten Abdichtungsverfahrens hängt von den spezifischen Anforderungen und Herausforderungen des Bauprojekts ab. Eine sorgfältige Analyse der Baugrundbedingungen ist wesentlich, um die Stabilität und Sicherheit der Baugrube zu gewährleisten.