Muss Wasserlack mit Klarlack überlackiert werden?
Die Überlackierung von Wasserlack mit Klarlack ist nicht zwingend erforderlich, aber empfehlenswert. Wasserbasierte Lacke, auch als Acryllacke bekannt, zeichnen sich durch ihre geringe Emission von flüchtigen organischen Verbindungen (VOCs) aus und sind umweltfreundlicher als lösemittelbasierte Lacke. Allerdings sind sie weniger beständig gegen äußere Einflüsse wie Kratzer, UV-Strahlung oder verschiedene Witterungsbedingungen.
Durch das Auftragen einer Klarlackschicht können Sie dem Wasserlack zusätzliche Widerstandsfähigkeit und Schutz verleihen. Klarlack wirkt als Barriere gegen mechanische und chemische Einflüsse und trägt dazu bei, die Farbintensität und den Glanz des Wasserlacks zu erhalten. Dies ist besonders vorteilhaft, wenn der lackierte Gegenstand starken Belastungen ausgesetzt ist oder sich im Freien befindet. Die Klarlackschicht erhöht die Haltbarkeit und sorgt für ein ästhetisch ansprechendes, professionelles Finish.
Die Wahl des richtigen Klarlacks
Die richtige Wahl des Klarlacks ist entscheidend, um den wasserbasierten Lack optimal zu schützen und sein Aussehen zu bewahren. Hierbei sind mehrere Aspekte zu berücksichtigen:
1K-Klarlack
1K-Klarlacke bestehen aus nur einer Komponente und sind besonders benutzerfreundlich. Sie trocknen schnell an der Luft ohne zusätzliche Härter. Dies macht sie ideal für kleinere Projekte oder wenn eine einfache Anwendung gefordert ist. Trotz angemessenem Schutz weisen sie eine geringere Beständigkeit gegen mechanische Beanspruchung und Witterungseinflüsse auf und sollten daher in einer trockenen und warmen Umgebung verarbeitet werden.
2K-Klarlack
2K-Klarlacke bieten eine höhere Widerstandsfähigkeit und eignen sich für anspruchsvollere Anwendungen. Diese Klarlacke bestehen aus zwei Komponenten: dem Lack selbst und einem Härter, die vor der Anwendung gemischt werden. Dadurch entsteht eine chemische Reaktion, die zu einer härteren und widerstandsfähigeren Schicht führt. 2K-Klarlacke sind weniger feuchtigkeitsempfindlich und bieten hervorragenden Schutz gegen Kratzer, Chemikalien, UV-Strahlung und Witterungseinflüsse. Sie sind zudem in verschiedenen Glanzgraden verfügbar.
Auswahlkriterien
Bei der Auswahl des Klarlacks sollten Sie die Umgebung, die Beanspruchung und die Anwendung berücksichtigen:
- Umgebung: Für feuchte oder wechselhafte Umgebungen sind 2K-Klarlacke besser geeignet.
- Beanspruchung: Bei starker Beanspruchung oder im Außenbereich empfiehlt sich ebenfalls der Einsatz von 2K-Klarlack.
- Anwendung: Für einfache Anwendungen im Innenbereich oder auf kleinen Flächen kann ein 1K-Klarlack ausreichend sein.
Eine sorgfältige Wahl garantiert optimalen Schutz und ästhetischen Reiz Ihres wasserbasierten Lacks.
Vorbereitung des Wasserlacks
Vor dem Auftragen des Klarlacks ist es wichtig, den Wasserlack optimal vorzubereiten:
- Reinigung der Oberfläche: Verwenden Sie einen geeigneten Reiniger, um Fett, Öl, Staub und andere Verunreinigungen zu entfernen. Stellen Sie sicher, dass die Oberfläche vollständig trocken und fettfrei ist.
- Anschleifen: Schleifen Sie die lackierte Fläche leicht an, um eine bessere Haftung des Klarlacks zu gewährleisten. Nutzen Sie Schleifpapier mit einer mittleren Körnung (P400 bis P800) und schleifen Sie gleichmäßig ohne starken Druck. Entfernen Sie anschließend den Schleifstaub sorgfältig.
- Abdecken: Decken Sie alle Bereiche, die nicht lackiert werden sollen, sorgfältig mit Abdeckband und Abdeckpapier ab. Dies schützt diese Bereiche vor unerwünschten Lackpartikeln und ermöglicht eine saubere Anwendung des Klarlacks.
- Trocknungsbedingungen: Sorgen Sie für eine Umgebungstemperatur sowie Lack- und Raumtemperatur zwischen 15 °C und 20 °C. Wartezeiten zwischen Arbeitsschritten sollten eingehalten werden, um eine reibungslose Lackierung zu gewährleisten.
Diese vorbereitenden Schritte gewährleisten, dass die anschließende Klarlackbeschichtung optimal haftet und ein langlebiges, ästhetisch ansprechendes Finish erreicht.
Schleifen des Wasserlacks (optional)
Für eine besonders glatte und haftfreudige Oberfläche können Sie den getrockneten Wasserlack vor dem Klarlackauftrag leicht anschleifen. Nutzen Sie feinkörniges Nassschleifpapier (P1000 bis P1200) und schleifen Sie gleichmäßig ohne übermäßigen Druck, um die bestehende Schicht nicht zu beschädigen. Entfernen Sie nach dem Schleifen den Schleifrückstand gründlich durch Abwaschen mit Wasser und anschließendes Abwischen mit einem Reinigungstuch.
Reinigen der Oberfläche
Für eine optimale Haftung des Klarlacks müssen Sie die Oberfläche gründlich säubern. Befreien Sie die Fläche mit einem Staubbindetuch von Schleifstaub. Entfernen Sie Fettrückstände und andere Verunreinigungen mit einem hochwertigen Entfetter oder Silikonentferner. Tragen Sie diesen mit einem sauberen Tuch großzügig auf, lassen ihn einwirken und wischen die Fläche dann gründlich ab.
Abkleben
Sorgfältiges Abkleben ist entscheidend für präzise Ergebnisse. Nutzen Sie hochwertiges Abdeckband und -papier, um alle nicht zu lackierenden Bereiche abzudecken. Achten Sie darauf, dass das Abdeckband fest anliegt, besonders bei Ecken und Kanten, um exakte Linien zu erzielen.
Auftragen des Klarlacks
Beim Auftragen des Klarlacks ist eine gleichmäßige Beschichtung wichtig. Nutzen Sie eine Lackierpistole oder Sprühdose. Halten Sie die Sprühvorrichtung in einem konstanten Abstand zur lackierten Fläche und bewegen Sie diese gleichmäßig und kontinuierlich. Tragen Sie den Klarlack in mehreren dünnen Schichten auf und warten Sie zwischen den Schichten die empfohlene Ablüftzeit ab.
Trocknung des Klarlacks
Nach dem Auftragen des Klarlacks ist eine vollständige Trocknung essentiell. Halten Sie die Raumtemperatur zwischen 15 °C und 20 °C und sorgen Sie für niedrige Luftfeuchtigkeit sowie gute Belüftung, um Lösungsmitteldämpfe abzuführen. Dies fördert eine gleichmäßige Trocknung und optimale Haftung des Lacks.
Nachbehandlung (optional)
Nach der Trocknung des Klarlacks können Unregelmäßigkeiten durch eine Nachbehandlung beseitigt werden. Schleifen Sie die betroffenen Bereiche leicht mit Nassschleifpapier an, reinigen die Oberfläche und polieren sie anschließend, um den gewünschten Glanz zu erzielen. Eine abschließende Versiegelung mit Lackschutzwachs erhöht die Widerstandsfähigkeit und bringt den Glanz optimal zur Geltung.
Mögliche Probleme und Lösungen
Das Überlackieren von Wasserlack mit Klarlack kann herausfordernd sein:
- Unverträglichkeit: Testen Sie den Klarlack an einer unauffälligen Stelle und stellen Sie sicher, dass der Wasserlack vollständig durchgetrocknet ist.
- Nicht ausreichende Haftung: Schleifen Sie die Wasserlackfläche leicht an, um die Haftung des Klarlacks zu verbessern.
- Feuchtigkeit: Arbeiten Sie in einem trockenen und warmen Raum. Bei weißen, feuchten Stellen können Sie versuchen, diese mit einem Fön zu entfernen.
- Orangenhautstruktur: Lassen Sie den Klarlack vollständig trocknen, schleifen die Fläche leicht an und polieren dann die Oberfläche.
- Läufer und Nasen: Arbeiten Sie in dünnen Schichten und warten zwischen den Schichten die empfohlene Zeit ab. Schleifen Sie betroffene Stellen bei Bedarf vorsichtig an und lackieren sie erneut.
- Staubeinschlüsse: Arbeiten Sie in einer staubfreien Umgebung und reinigen die Fläche gründlich.
Durch das Beachten dieser Punkte und korrekte Verarbeitungsmethoden erzielen Sie ein qualitativ hochwertiges und langlebiges Ergebnis.